Manuskripte

SWR3 Worte

An dem Ort, an dem wir recht haben,
werden niemals Blumen wachsen
im Frühjahr.
Der Ort, an dem wir recht haben,
ist zertrampelt und hart
wie ein Hof.
Zweifel und Liebe aber
lockern die Welt auf
wie ein Maulwurf, wie ein Pflug.
Und ein Flüstern wird hörbar
an dem Ort, wo das Haus stand,
das zerstört wurde.

Jehuda Amichai, Dichter in Israel: Der Ort, an dem wir recht haben
(Jehuda Amichai, Zeit. Suhrkamp Frankfurt/M 1998 – zitiert nach:
der ANDERE ADVENT 2009/10 – Verlag: Andere Zeiten eV, Hamburg – 9.12.)

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FRAGE: Warum lässt denn Gott das Leid und den Tod der Unschuldigen in Haiti zu?
ANTWORT: Das ist die Frage aller Fragen. Eine Antwort fällt mir nicht leicht... Heute gibt es viele, die glauben, es gibt ein Recht auf Glück. Aber das Leid ist in der Welt, genauso wie die Hoffnung und die Liebe in der Welt sind. Christlicher Glaube ist kein Versprechen auf ein Leben ohne Leid. Es ist das Versprechen auf eine göttliche Kraft, die uns stärkt und mit Freude erfüllt. Es ist der Glaube an ein Leben nach dem Tod.

Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, über ihren christlichen Glauben
(in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.01.2010, Nr. 3 / Seite 34)



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Als Kind wusste ich, dass ich nicht allein bin, sondern getragen von Gott. Ich fühlte mich aufgehoben in der Welt. Das Leben hat Sinn. Durch … den Kreuzweg habe ich aber auch früh vermittelt bekommen, dass es auch eine andere, dunkle Seite des Lebens gibt. …
Wie viele andere Jugendliche spürte ich mit 14 oder 15 den Stolz der Erkenntnis, bin kurzzeitig zur Radikaldarwinistin mutiert. Damals meinte ich, keinen Gott zu brauchen. Später hat mich ein Religionslehrer wieder zurückgeführt zum Glauben. Darwin hatte eben keine befriedigende Antwort auf die Frage, warum es Leid in der Welt gibt.

Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, darüber, warum sie an Gott glaubt
(in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.01.2010, Nr. 3 / Seite 34)


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Eins vorweg: Ich tauge weder zum Heiligen noch zum Vorbild, ich bin auch nur good old Denzel mit einem Haufen Fehlern…
Ich bete auch mehrmals am Tag. Aber ich kann es auch ganz schlicht mit einem Songtitel sagen: „The Man in the Mirror“. Mag ich den Mann, der mir am Abend aus dem Spiegel entgegenblickt? Ist das ein guter Typ, der an sich arbeitet und für andere Mitgefühl hat? Der sich … nicht nur um sein Ego dreht? Denn darum wird es auch am Ende des Lebens gehen, dann wird Gott dir nämlich diesen Spiegel vorhalten. Ich möchte mich nicht wegducken müssen, sondern ihm in die Augen schauen können, wohl wissend, dass ich dabei geholfen habe, die Erde zu einem besseren Platz zu machen.

Schauspieler Denzel Washington – der Mann im Spiegel
(in: Süddeutsche Zeitung 19./20. September 2009 – S. V2/8)

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Ich würde mich nicht als religiös bezeichnen, sondern als spirituell. – Religion wird von Menschen benutzt, um ihre Interessen oder Einstellungen zu unterfüttern. Das finde ich bedenklich… Mir geht es um Spiritualität, (um) das Hinterfragen der eigenen Existenz und die Verbindung zu Gott…
Das Leben kann simpel sein, und zwar dann, wenn du deine spirituelle Basis gefunden hast. Glaube, woran du willst, aber glaube an was. Und bedank dich ab und zu mal beim Lord, das hat noch keinem geschadet.

Der Schauspieler Denzel Washington über Spiritualität und Einfachheit des Lebens
(in: Süddeutsche Zeitung 19./20. September 2009 – S. V2/8)


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Frage: Wie bleibt man am besten bei Trost?
Denzel Washington: Mit Gebeten und Meditationen. Sie beruhigen dich, führen dich zu deiner Mitte zurück. Anfangs ist es mühsam, aber dann gibt es diesen Moment, wenn es ganz ruhig in einem wird. Viele Menschen verstehen noch nicht, dass jeder Tag ein Geschenk, ein neuer Anfang ist, an dem man es besser machen kann als am Tag zuvor. Diese einfache Erkenntnis, war eine große Erleichterung für mich.

Der Schauspieler Denzel Washington darüber, wie er auf dem Teppich bleibt
(in: Süddeutsche Zeitung 19./20. September 2009 – S. V2/8)

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