Manuskripte

SWR3 Worte

23JAN2010
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Gott weiß den Weg und schützt uns. Und trotzdem denken wir manchmal: „Gott, ich mag nicht mehr, ich verlasse Dich, ich höre auf.“ Aber seht ihr denn gar nicht wie Gott sich um euch sorgt? Wie könnt Ihr sagen: „Ich habe genug von Dir Gott, ich höre auf?“ Bei all seiner Liebe zu uns sollte unser 1. Satz nicht vielmehr heißen: „Ich höre auf mich zu beklagen?“

Pastor Michael Cassan (MAIKEL KÄSSÄN) in einer Sonntagspredigt in seiner Kirche in Detroit.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7540
22JAN2010
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Beim Aufwachen ging es erst einmal los mit Heulen, mit diesem Gefühl der absoluten Unbegreiflichkeit. Nach einer halben Stunde habe ich Kirchenglocken gehört. Da habe ich mich aufgerafft und bin zu dieser Kirche gelatscht. Sankt Josef heißt sie, glaube ich; und vorne am Altar stand ein alter Pastor, der gestützt werden musste, sonst wäre er umgefallen. Ein paar Nönnekes und viele alte Frauen saßen da.
Dann habe ich die Kommunion empfangen und habe Gott und Jesus und Maria um Erlösung gebeten. Schon auf dem Weg nach Hause habe ich gemerkt, dass ich ruhiger war. Zu Hause habe ich mich ins Wohnzimmer gelegt und bin entspannt eingeschlafen. Merkwürdig war das. Als wäre durch die Kommunion, durch das Empfangen des Leibs Christi wirklich Frieden in mir eingekehrt. So ist der Tag tatsächlich verhältnismäßig angstfrei abgelaufen.

Christoph Schlingensief, Tagebuch einer Krebserkrankung
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7539
Wir sind Mieter, nicht Eigentümer dieser Welt. Es ist schön, wenn man guten Gewissens sagen kann: Ich habe der nächsten Generation nichts genommen, sondern etwas weitergegeben.

Paulander Hausmann, Rentner
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7538
20JAN2010
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Wir brauchen Geld für unseren Lebensunterhalt, und wir brauchen Geld, wenn wir anderen Menschen helfen wollen.
Wir verbinden mit Geld die Sehnsucht, ruhig schlafen zu können, doch wer gierig nach Geld ist, wird noch ruheloser. Geld macht nicht glücklich, ist aber auch kein Teufelszeug. Es kommt darauf an, wie wir mit Geld umgehen. Wenn wir uns davon abhängig machen, kann es zum Teufelszeug werden, weil wir dann jedes Maß verlieren und uns mit unserer Gier in Teufels Küche begeben.

Pater Anselm Grün
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7537
19JAN2010
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Gott hat sich hinter mich gestellt mit seiner ganzen Kraft.
Ich bin nicht minderwertig.
Er führt mich zu einer Gemeinschaft.
Geborgenheit und Würde finde ich da.
Wenn ich verletzt bin, lässt er mich meine Klage herausschreien,
er fängt mich wieder auf und gibt mir Halt.

Glaubenszeugnis aus Hongkong
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7536
18JAN2010
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Ich glaube an die Kraft des Gebetes. Wenn Gott nicht direkt das gibt, um was wir ihn bitten, dann gibt er mehr und Besseres. Im Moment begreift man ihn nicht, hadert mit ihm. Als alter Mann, der im vierten Jahrzehnt Bischof und über fünfzig Jahre Priester ist, wage ich zu sagen, dass ich Gott in meinem Leben noch nicht einen einzigen Fehler habe begehen sehen.

Bischof Dom Helder Camara
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7535
17JAN2010
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Was ich im Moment konkret tun kann, ist langsam gehen, Bäume, Tiere, Kinder anschauen und Blödsinn machen beim Kaffee und Kuchenessen. Und dann wieder weiterzugehen. Und die Sonne zu spüren. Und kurz anhalten, atmen, langsam machen. Und wenn ich mal zu schnell bin, sage ich mir: lass dir Zeit, Alter, die Entschleunigung hat begonnen. Das ist einfach, ganz einfach. Ich werde zart mit mir umgehen und schauen, wie ich meine Ängste ein wenig regulieren kann.

Christoph Schlingensief, Tagebuch einer Krebserkrankung
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7534