Manuskripte

SWR3 Worte


Immer mehr wird mir bewusst, dass das schlimmste Leid, das ein Mensch je erleben kann, darin besteht, unerwünscht zu sein. Heutzutage haben wir Medikamente gegen die Lepra entdeckt; und Leprakranke können geheilt werden. Doch ich denke nicht, dass dies schreckliche Leid, unerwünscht zu sein, geheilt werden kann – außer durch Hände, die willens sind zu helfen und durch ein liebendes Herz

Mutter Theresa
Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003
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Jesus sagt
» Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch Böses tun. Schlägt dich jemand auf die eine Backe, dann halt ihm auch die andere hin, und nimmt dir jemand den Mantel, dann lass ihm auch das Hemd. Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Sprecht frei, und ihr werdet freigesprochen werden. Gebt, und es wird euch gegeben werden. Ein volles Maß wird man euch in den Schoß schütten, ein reichliches Maß, bis an den Rand gefüllt und überfließend. Denn das Maß, das ihr verwendet, wird auch bei euch verwendet werden.«
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Es war ein kalter, bewölkter Tag, als der Reiter den kleinen Spatz in der Mitte des Weges sieht, wie er auf dem Rücken liegt.
Im Sattel sitzen bleibend, sieht er auf die zerbrechliche Kreatur herunter und fragt: „Was liegst du hier auf deinem Rücken auf der Straße herum?“
„Ich habe gehört, dass heute der Himmel herabfallen soll.“
Der Reiter lacht: „Und deine spindeldürren Beine halten ihn auf?“
„Man tut, was man kann“, sagt der kleine Spatz.

Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003

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Während des zweiten Weltkriegs versteckte eine deutsche Witwe jüdische Flüchtlinge in ihrem Haus. Als ihre Freunde diese entdeckten, waren sie äußerst beunruhigt. „Du riskierst dein eigenes Leben“, bedrängten sie sie. „Ich weiß“, erwiderte sie. „Aber“, fragten sie weiter, „warum machst dann so hartnäckig mit dieser törichten Dummheit weiter?“ Ihre Antwort war klar und deutlich: „Ich tue dies, denn jetzt ist es an der Zeit, und ich bin da.“

Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003
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Die Mönche des benachbarten Klosters kamen zum Abt, um ihn zu bitten, einen Streit zu schlichten. Sie hatten gehört, er hätte eine Methode, Liebe und Verständnis in eine Gruppe zu bringen.
Er verriet sie ihnen: „Jedes Mal, wenn du jemanden begegnest, sage dir: Ich sterbe und mein Gegenüber wird auch sterben. Versuche einen Moment, die Realität dieser Worte zu erleben.

Anthony de Mello

Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003

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Vincent van Gogh, der Maler und ehemaliger Hilfspfarrer sagte einmal über die Hoffnung

Viele Leute meinen Zweifellos, es sei dumm und abergläubisch, an eine Wendung zum Guten zu glauben.
Manchmal, wenn es im Winter so bitterkalt ist, denkt man: „Es ist einfach zu kalt, es wird sowieso nicht wieder Sommer.
Aber mit oder ohne unsere Erlaubnis hat der bittere Frost irgendwann ein Ende, und es taut. Wenn man den Zustand des Wetters, das Veränderungen und Vielfalt unterliegt, vergleicht mit dem Zustand unseres Denkens und unserer Lebensumstände, habe ich immer noch Hoffnung auf eine Wendung zum Guten.

Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003
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„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?“ fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nicht mehr als nichts“, gab sie zur Antwort. „Dann muss ich Dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig mit Sturmgebraus, nein, wie im Traum, lautlos und ohne Schwere. Da ich nichts Besseres zu tun hatte zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und Nadeln meines Astes fielen und darauf hängen bleiben. Genau dreimillionensiebernhunderteinundvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die dreimillionensiebenhundereinundvierzigtausendneunhunderdreiundfünfzigste Flocke niederfiel – nicht mehr als Nichts, wie du sagst -, brach der Ast ab.“
Damit flog sie davon. Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: „Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden in der Welt.“

Kurt Kauter

Frieden stiften – jeden Tag 365 Gedanken und Anstöße, Hg. v. Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Hamburg, 2003
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