Manuskripte

SWR3 Worte

Manchmal stellt sich mir mitten am Tag ein Engel in den Weg,
Ich habe keine Chance, an ihm vorbeizukommen.
Unsichtbar durchkreuzt er all meine Pläne
und zwingt mich, eine andere Richtung einzuschlagen.
Erst sehr viel später vermag ich zu sagen: Gott sei Dank.

Christa Spilling-Nöker
Führe mich durch meinen Tag
Komm, mein Engel, komm., Eschenbach/Markkräflerland 2006

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Heute vor 20 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder auf der Welt haben seitdem verbriefte Rechte – auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung.
Die Portugiesin Martha Santos Pais, UN-Sonderbeauftrage, resümiert:
„Ich sehe Fortschritte in der Art, wie wir über Kinder sprechen. In der Politik werden Mechanismen geschaffen, mit denen Regierungen die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf Kinder prüfen.
Die Kinderrechtsonvention erkennt an, dass jedes Kind fundamentale Rechte hat, die kein politisches System bedrohen oder unterminieren darf. Hier werden Hoffnungen auf eine neue Welt greifbar!“

Martha Santos Pais
Titel: Kinder groß machen
In: UNICEF Nachrichten, Sonderausgabe 2/2009


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Werdet wie die Kinder, hat Jesus gesagt. Wie hat er das gemeint?
Der Religionspädagoge Dietrich Steinwede sagt:

„Kinder nehmen sich nicht so wichtig.
Kinder können sich etwas schenken lassen – mit offenen Händen, einfach so.
… Kinder sind immer in Bewegung. Kinder haben Ideen. Kinder haben Phantasie.
Kinder können den Erwachsenen wichtige Dinge sagen. Sie müssen nur zuhören“

Dietrich Steinwede
Werden wie die Kinder
In: Und Zachäus stieg vom Baum. Biblische Geschichten für Kinder, Gütersloh 1997

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Zum heutigen Buß- und Bettag Gedanken vom Theologen Hans-Eckehard Bahr:

Buße! Was sagt mir dieses alte Wort heute?

Ich habe nachgeschaut und bin fasziniert. Da wird von Buße in drei Schritten gesprochen:
Der erste Schritt: Ich erkenne, was ich angerichtet habe und bin entsetzt.
Der zweite Schritt: Ich gebe öffentlich zu, dass es mir Leid tut, dass ich bereue.
Und dann der dritte, der entscheidende Schritt, der erst eigentlich in Freie führt. Ich verändere mein Leben. Ich setze alle meine Lebensenergien dafür ein, dass die alten Verhältnisse nicht wiederkehren.

Ein lang anhaltender Lernprozess also steht an, wenn man sich auf die Buße einlässt. Eine Lebensbewegung, die uns nicht mit schlechten Gewissen niedergedrückt zurücklässt, sondern die einen großen Fetzen Freude bereithält.

Hans-Eckehard Bahr
Buß-und Bettag. Du hast genug geschlafen!
In: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, 7. Jg, Heft 3 /2006

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Ich habe vor einiger Zeit eine ehemalige Theologiestudentin getroffen, die kurz vor ihrem Examen ihr Studium abgebrochen hat und aus der Kirche ausgetreten ist. Provokativ hat sie vor dem Seminar ihre theologischen Bücher verkauft mit der höhnischen Bemerkung, sie würde sicher keinen Blick mehr hineinwerfen.
Nun traf ich sie. Wir erzählten dies und das, und fast beschämt sagte sie, sie würde mit ihren Kindern beten und ihnen biblische Geschichten erzählen. „Meine Kinder brauchen mehr als Kleidung und Nahrung“, sagte sie. „Ich weiß nicht, ob ich selber glaube, aber ich lehre sie beten.“

Fulbert Steffensky, ehemaliger Professor für Religionspädagogik in Hamburg
Allein sind wir klein. Aufwachsen unter einem größeren Himmel
In: Klaus Hofmeister, Lothar Bauerochse (Hg.), Kinder brauchen Religion, Echter-Verlag 2006

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Heute vor 56 Jahren wurde der Deutsche Kinderschutzbund gegründet. Heinz Hilgers, der Präsident des Schutzbundes, beschreibt die aktuelle Kinderarmut bei uns ganz konkret:

Sie haben nur eine Jeans, die wird nach dem Waschen nachts auf der Heizung getrocknet. Diese Kinder werden krank, wenn der Klassenausflug ansteht, und lehnen Einladungen zur Geburtstagsfeier ab, weil sie kein Geschenk mitbringen können. Selbst wenn sie das Glück haben, einen Platz an einer Ganztagsschule zu bekommen, werden sie dort abgemeldet, weil man die täglichen 2,70 Euro für das Mittagessen nicht bezahlen
kann.

Heinz Hilgers
Kinder in Armut
In: Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V., Jahrsbericht 2007/2008, S. 16 http://www.dksb.de/images/web/upload/dksb/publikationen/Jahresbericht_08.pdf

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Worte zum heutigen Volkstrauertag:

Die Fähigkeit zu trauern und Grenzsituationen durchzustehen, ist die Chance zu leben.
Zu leben - nicht beraubt der eigenen Gefühle, nicht amputiert - sondern als ganzer Mensch: Mit Erschrecken und Entsetzen, … mit dem Bewusstsein von Schuld, mit der Suche nach dem Verlorenen und der Entdeckung neuer Möglichkeiten.

Die Klage eines Mannes, einer Frau - immer wieder finden wir sie in der Bibel - und kein einziges Mal wird sie abschätzig beurteilt.

Trauer darf und muss sein, wenn ein Mensch, eine Gesellschaft nicht zugrunde gehen sollen, sondern auferstehen mitten im Leben zu neuer Existenz …

Trauern ist Arbeit. Eine Arbeit, die man Gott sei Dank schaffen kann.

Susanne Breit-Kessler, Regionalbischöfin für München und Oberbayern
In: e-wie evangelisch; http://www.e-trauer.de/

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