Manuskripte

SWR3 Worte


Der afrikanische Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu
sagt über unsere Zukunft:
„Es gibt in mir ein Gefühl der Enttäuschung,
eine Traurigkeit über die Erkenntnis,
dass wir so korrupt werden konnten, so kriminell.
Auch die Probleme mit Armut und Aids sind enorm.
Aber die Traurigkeit hat noch einen anderen Grund.
Wir hofften auf eine neue Art von Gesellschaft:
eine mitfühlende Gesellschaft, eine fürsorgliche Gesellschaft.
Und manchmal denke ich,
wir haben die Chance verpasst.“

Desmond Tutu im Gespräch mit Clemens Wergin und Jens Wiegmann;
in: Welt am Sonntag Nr. 29, 19.07.09

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Der große Dirigent Leonhard Bernstein sagt über seinen Glauben:

„Ich glaube an den Menschen.
Ich empfinde, liebe, brauche und schätze den Menschen
mehr als alles andere, mehr als Kunst,
als Naturschönheiten, als organisierte Frömmigkeit
oder nationalistische Bündnisgebilde.
Eine menschliche Gestalt auf einem Bergeshang
kann den Berg für mich verschwinden machen.
Ein Mensch, der für die Wahrheit ficht,
macht mich die Platitüden
von Jahrhunderten vergessen.
Und ein einziges Menschenwesen,
an dem Unrecht verübt wird,
macht für mich das gesamte System,
das diese zulässt, ungültig.“

Leonhard Bernstein, Erkenntnisse – Beobachtungen aus fünfzig Jahren,
Albrecht Knaus Verlag GmbH

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Ein Forscher durchquert mit arabischen Nomaden die Wüste.
Bei Sonnenuntergang breiten die Araber Teppiche aus und beten.
„Was machen Sie da?“ fragt der Forscher die Araber.
„Wir beten.“ – „Zu wem denn?“ – „Zu Gott.“
„Haben Sie den denn jemals gesehen?“ – „Nein.“
Der Forscher schüttelt verständnislos den Kopf.
Am nächsten Morgen sagt der Forscher zu den Nomaden:
„Hier ist heute Nacht ein Kamel gewesen!“
Da fragen die Araber: „Woher wissen Sie das? Haben sie es gesehen?“
„Nein, aber man sieht hier doch seine Spuren.“
Da zeigt der Araber zum Horizont, wo gerade die Sonne aufgeht, und sagt:
„Da, sehen Sie: die Spur Gottes!“

„Spuren Gottes“
in: „Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“,
Verlag Andere Zeiten, Hamburg 2005

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Der afrikanische Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu
sagt über Glück und Reichtum:
„Sehen Sie, es gibt viele Menschen,
die reich sind, aber nicht glücklich.
Warum gibt es in reichen Ländern so viele Selbstmorde?
Man sollte annehmen, die Leute dort sind zufrieden.
Und wissen Sie, warum sie es nicht sind?
Sie haben Probleme zu akzeptieren,
dass wir nicht für materielle Dinge geschaffen wurden
oder um reich zu sein.
Letztlich wurden wir für Gott geschaffen.“

Desmond Tutu im Gespräch mit Clemens Wergin und Jens Wiegmann;
in: Welt am Sonntag Nr. 29, 19.07.09

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Ein Kriegsschiff schiebt sich durch die offene, unruhige See.
Nebelschwaden erschweren die Sicht.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit meldet der Matrose im Ausguck:
„Da kommt ein Lichtzeichen von Steuerbord voraus!“
Der Kapitän des Kriegsschiffes schickt ein Signal:
„Sie sind auf Kollisionskurs – sofort Kurs ändern!“
Zurück kommt die Antwort: „Wir empfehlen ihnen, den Kurs zu ändern.“
Der Kapitän schickt ein zweites Signal:
„Wir sind ein großes Kriegsschiff – ändern sie sofort ihren Kurs!“
Zurück kommt die Antwort: „Besser, sie ändern ihren Kurs.“
Der Kapitän schickt noch ein Signal:
„Wir sind das größte Schiff der Flotte – ändern sie sofort ihren Kurs,
oder es werden Gegenmaßnahmen ergriffen!“
Prompt kommt die Antwort: „Dies ist ein Leuchtturm.“

„Fußspur Gottes“
in: „Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“,
Verlag „Andere Zeiten“, Hamburg 2005

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Der Dortmunder Fußball-Trainer Jürgen Klopp sagt:
„Der wichtigste Mensch in der Weltgeschichte ist Jesus Christus.
Das sage ich nicht nur so, sondern ich bin gläubiger Christ.
Und wenn ich Mist rede, würden die Leute schon abschalten.“

Vanessa Blumhagen, Was ist dran an diesem Mann?;
in: Revue Nr. 28, 6. Juli 2006

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Heute feiern Christen den Erntedanksonntag.
Der ehemalige Formel-1-Manager Flavio Briatore sagt über das Danken:
„Wir fühlen uns oft unsterblich.
Früher habe ich gedacht, ich würde am liebsten
im Fahrerlager sterben oder in einem Nachtclub.
Das würde ich jetzt nicht mehr sagen.
Ich habe beschlossen, künftig mehr Zeit mit mir alleine zu verbringen.
Denn eigentlich müssten wir dem Schöpfer
jeden Morgen schon dafür danken,
dass wir uns überhaupt noch selber rasieren können.“

Sabine Körtgen, Mitten im süßen Leben klopfte das Schicksal an;
in: Revue Nr. 33, 10. August 2006

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