Manuskripte

SWR3 Worte

Für allgemeine Politikerschelte und Politikverdrossenheit besteht kein Grund. Wir bitten die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wer von seinem Wahlrecht nicht Gebrauch macht, verzichtet auf die aktive Beeinflussung der Politik. Er übernimmt Mitverantwortung für den Fall, dass politische Kräfte auf die Gestaltung der Geschicke unseres Gemeinwesens einwirken, denen diese – aus welchen Gründen auch immer – nicht anvertraut werden können. Wahlenthaltung ist keine vernünftige und konstruktive Antwort auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände.
Die deutschen Bischöfe: Wählen gehen – Aufruf zur Bundestagswahl am Sonntag in acht Tagen

(in: Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz – 3. September 2009)
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Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass das menschliche Wesen Sternenstaub ist, denn das Eisen in unserem Blut, das Kalzium in unseren Knochen und all die anderen Schwermetalle in unserem Körper sind durch die Explosion einer Supernova entstanden, aus der sich dann unser Sonnensystem und schließlich auch wir selbst uns entwickelt haben.

Der Astrophysiker Michael Shara meint: Wir sind Sternenstaub. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel nimmt Gott einfach Ackerboden… Wo ist der Unterschied?!

(in: Sternstunden – Wunder des Sonnensystems – hrsg von Peter Pachnicke und Wolfgang Volz – Gasometer Oberhausen | Klartext Verlag Essen 2009)
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An Hildegard von Bingen fasziniert mich, wie sie es geschafft hat, ihre Stimme zu erheben in einer Zeit, in der es Nonnen nicht gestattet war, sich öffentlich zu äußern. Sie war sehr mutig. „Gott liebt die Schönheit“, schreibt sie, „und er will, dass wir ihm freudig dienen.“ Das hat mir gefallen. Aber sie hat auch Momente der Schwäche, und gerade das finde ich interessant.
Margarethe von Trotta, Filmemacherin, über ihre Filmheldin Hildegard von Bingen; deren Namenstag ist heute – und der Film „Vision – aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ startet nächste Woche

(in: chrismon. Das evangelische Magazin 09.2009 – S. 42)

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Sicher, wir alle wollen die Welt verbessern. Aber was kann man sofort und ohne großen Aufwand tun?
Die Antwort ist: Viele können viel erreichen. In Deutschland leben Millionen Menschen, von denen jeder seinen Beitrag leisten kann. Jeden Tag. Und meistens, ohne eine große Sache daraus zu machen. Man muss einfach nur anfangen…
Wenn wir Produkte aus Entwicklungsländern kaufen, können wir darauf achten, dass sie unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Wir können… Menschen in die Gesellschaft integrieren, die bisher durch eine Behinderung ausgeschlossen waren….
Vielleicht sind es nur kleine Schritte. Aber es sind Schritte von Millionen Menschen, die einen großen Unterschied machen.
„Große Veränderungen fangen klein an“ – zum Beispiel in der Anzeige mit eben diesem Titel - von einem großen deutschen Unternehmen

(Anzeige der T-Com-AG in: Süddeutsche Zeitung, 7. September 2009, S. 21)
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Der Schweizerische Rat der Religionen lehnt die (Anti-)Minarett-Initiative entschieden ab. Kulturelle Vielfalt ist ein Merkmal der schweizerischen Identität, sie macht die Schweiz stark. Die durch die Bundesverfassung garantierten Freiheitsrechte bilden das Fundament für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionen und Kulturen in der Schweiz. Alle haben in diesem Land das Recht, im Rahmen der öffentlichen Ordnung ihren Glauben sichtbar zu leben... Der Schweizerische Rat der Religionen setzt auf Integration statt auf Ausgrenzung. Nach jüdischem, christlichem und islamischem Verständnis ist jeder Mensch ein Geschöpf Gottes. Dies ist die gemeinsame Basis aller Religionen.
Juden, Muslime und Christen nehmen öffentlich Stellung gegen eine Volksinitiative in der Schweiz

(in: Presseaussendung des Schweizerischen Rates der Religionen – SCR – 2. 9. 2009 – zb online auf www.sek-feps.ch)
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Ich schreibe in tiefer Demut und bitte Sie, für mich zu beten, da sich mein Gesundheitszustand verschlechtert… Ich weiß, dass ich ein unvollkommener Mensch gewesen bin. Aber mit Hilfe meines Glaubens habe ich versucht, den richtigen Weg zu gehen… Ich habe immer versucht, ein treuer Katholik zu sein, Eure Heiligkeit. Auch wenn ich dem durch menschliche Schwächen nicht gerecht werden konnte, so bin ich niemals gescheitert in meinem Glauben und meiner Achtung gegenüber den grundlegenden Lehren meines Glaubens. Ich werde weiterhin um Gottes Segen für Sie und unsere Kirche beten, und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie für mich beten würden.
Senator Edward Kennedy in einem Brief an Papst Benedikt - im Juni, zwei Monate vor seinem Tod

(in: Zenit – Internationale katholische Nachrichtenagentur – 2. 9.2009 – www.zenit.org)
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Engel – wenn du ihn suchst
er ist Erde
zwischen den Steinen am großen Berg
bereit aufzustehen
wenn Du ihn rufst
wenn Du ihn rufst
ohne Macht
ohne Herrlichkeit
ruf wie ein Bruder
wenn Du ihn suchst
Germane war er Jude Christ
Erde ist er für Schlehdorn Fuchsie Ginster
zwischen den Sternen am großen Berg
Wenn Du ihn suchst
wenn Du ihn findest Engel
mach ihn neu
nicht aus Blut
nicht aus Galle
aus Tränen und
ein paar Tropfen Rheinwasser
mach ihn neu
wenn Du ihn findest
Heinrich Böll: Engel

(in: Sandherr / Sandherr-Klemp: Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir. Engelgedichte, Topos Kevelaer 2008, S. 102 – Quelle: Aufsätze, Kritiken, Reden von Heinrich Böll, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1967)
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