Manuskripte

SWR3 Worte


In einer Gesellschaft, die Menschen dazu verdammt, ständig aus eigener Kraft großartig zu sein, gibt es nichts Wertvolleres als das Vertrauen auf Gnade.

Wie wäre es mit einem täglichen Gnadentraining?
Evangelischer, protestantischer Glaube hat das zu seinem Zentrum: Auf das Ja Gottes zu vertrauen und getrost in aller Unvollkommenheit zu leben.
Wer das versucht, macht überraschende Erfahrungen. Der eigene Lebensstil und der Umgang mit anderen ändert sich deutlich, wenn man sich selber akzeptiert weiß und seine Mitmenschen entsprechend respektiert.
Das Bewusstsein […] von einem Mensch gewordenen Gott begnadet zu sein, beflügelt zu neuen Taten. Liebe ohne verlangte Vorleistung macht Lust – zeitlose Lust, für sich und andere zu leben.

Susanne Breit-Kessler, Evangelische Regionalbischöfin für den Kirchenkreis München
Gnade
In: http://www.e-gnade.de


https://www.kirche-im-swr.de/?m=6674
Richard Deats ist Pfarrer in New York. Zum Jahrestag des 11. Septembers meint er:

Es geht nicht darum, die Gefahr des Terrorismus für die zivilisierte Welt klein zu reden. Nein, es geht darum, dass der Zustand dauernden Krieges die eigentlichen Probleme des Terrorismus und seiner Ursachen nicht lösen kann. […]
Menschen, die unter schlimmen Lebensbedingungen zu leiden haben und deswegen ohne Hoffnung sind, sind versucht, auf die falschen Ratgeber zu hören: auf Fanatiker, falsche Propheten und Prediger von Hass und Gewalt. Elend, Armut und Unterdrückung sind die Quellen des Terrorismus. Warum trocknen wir diese Quellen nicht aus? Vertrauen wir auf die guten Traditionen unseres Glaubens, die uns Leidenschaft, Gnade, Gerechtigkeit und Frieden lehren!

Richard Deats
Die Herausforderung des Welt-Hauses am 11. September. Ansprache von Pastor Richard Deats am 11. September 2002 in der Hamburger Hauptkirche St. Katherinen und in Itzehoe, St. Laurentii.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6673
Heute vor 40 Jahren wurde Bischof Albrecht Schönherr zum Vorsitzenden des neuen "Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR" gewählt. Damit war - 20 Jahre nach der Spaltung Deutschlands – auch die Spaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland vollzogen.
Beide Kirchen haben nach ihrer Trennung den Frieden zwischen Ost und West immer fest als Ziel vor Augen gehabt. Albrecht Schönherr erinnert sich:

"Unsere wichtigste Aufgabe war, alles abzubauen, was zwischen den beiden Teilen Deutschlands kriegsförderlich war. […] Sie müssen sich erinnern, was das für eine Grenze war. Es war eine Grenze zwischen den zwei Weltkräften, auf der einen Seite der Westen, auf der anderen Seite der Osten, beide waren hochgerüstet. Es gab Zeiten, in denen es dicht dran war, dass losgeschlagen wurde. Und wir haben von beiden Kirchen her versucht, dass die Konflikte nicht verschärft wurden, sondern dass wir Friedensarbeit leisteten.“

Albrecht Schönherr
10.9.1969: Spaltung der Evangelischen Kirche. Albrecht Schönherr im Gespräch mit Barbara Fischer

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6672
Ich glaube daran, dass immer wieder, inmitten von Nöten,
Gefahren, Trauer und Unsicherheit
Neues entstehen kann.

Ich glaube daran, dass in mir selbst Kräfte und Möglichkeiten liegen,
die bisher nicht entdeckt, nicht entfaltet und nicht wirksam sind.

Ich will ruhig werden, meinen Träumen folgen,
mich im Kern spüren,
wachsen lassen, was angelegt ist.

Max Feigenwinter
Ja zum Wachsen
In: Ders.: Dieser Tag ist Dir geschenkt, Eschbach/Markgräflerland 2005
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6671


Führungskräfte nehmen […] ihre Mitarbeitenden als Akteure in unterschiedlichen Lebensbereichen respektvoll wahr. Sie sind sich ihrer Mitverantwortung für deren Stress oder für die Stressentlastung ihrer Mitarbeitenden bewusst; dazu gehört es auch, die Work-Life-Balance – das ist die Balance zwischen Arbeit und Freizeit und Familie - der Mitarbeitenden zu verstehen und sie zu fördern.

Friederike Höher, Diplom-Pädagogin und Organisationspsychologin
Personenzentriert, achtsamkeitsbasiert, systemisch. Work-Life-Balance-Beratung.
In: Lila Blätter. Magazin des Frauenreferats der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 39, 07/2009

https://www.kirche-im-swr.de/?m=6670
Wir sind auf der Suche nach der Kraft,
die uns aus den Häusern,
aus den zu engen Schuhen
und aus den Gräbern treibt.

Aufstehen und mich dem Leben in die Arme werfen.
Nicht erst am jüngsten Tag,
nicht erst, wenn es nichts mehr kostet und niemandem mehr weh tut.

Sich ausstrecken nach allem, was noch aussteht und nicht nur nach dem Zugebilligtem.
Uns erwartet das Leben! Wann, wenn nicht heute?

Luzia Sutter Rehmann, Schweitzer Theologin
Suche
In: Lila Blätter. Magazin des Frauenreferats der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nr. 34, 02/2007
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6669
Der Sonntag klingt schon beim Aufwachen anders. Jemand hat den Verkehr abgestellt. Ich höre den Wind und sogar den Hahn, dessen Kikeriki unter der Woche kaum eine Chance hat. Zwischen zwei Atemzügen: Stille. Niemand soll es wagen, jetzt den Rasenmäher anzuschmeißen. Das Ticken der Uhr, das Gurren der Taube, klackernde Schritte der Spaziergänger unterm Fenster, die Glocke, wenn die Kirchgänger beim Vaterunser sind.
Die Woche ist ein gemischter Chor, der Sonntag das Solo.
Jemand singt es für mich.

Susanne Niemeyer, Sozialpädagogin
Solo
in: Der andere Advent. Meditationen und Anregungen vom 29. November 2008 bis 6. Januar 2009, Hamburg 2008, Text vom 20.12.08.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=6668