Manuskripte

SWR3 Worte

Mehr als den nächsten Schritt kann man überhaupt nicht tun. Wer behauptet, er wisse den übernächsten Schritt, lügt. So einem ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu begegnen. Aber wer den nächsten Schritt nicht tut, obwohl er sieht, dass er ihn tun könnte, tun müsste, der ist feig. Der nächste Schritt ist nämlich immer fällig. Der nächste Schritt ist nämlich nie ein Problem. Man weiß ihn genau… Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.

Der nächste Schritt von Martin Walser
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Der Benediktinerpater Anselm Grün über das Wandern

Im Wandern werde ich wieder eins mit meinem Leib. Ich spüre meinen Leib. Ich schwitze. Ich spüre Leben und Kraft in mir. Dieses Spüren des Lebens in mir entreißt mich der Depression die mich am liebsten verschlingen möchte. Wer wandert lässt sich nicht verschlingen. Er löst sich aus dem Sog der Gedanken die einen ängstigen und einen wie eine dunkle Wolke überfallen. So haben schon die ersten Mönche geraten nach draußen zu gehen wenn einen unangenehme Gedanken bedrängen und wenn das Nachdenken über sie nicht mehr weiterhilft.

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Das Gehen betrifft den ganzen Körper. Und den Geist. Ich genieße es wenn ich weit und lange gehen kann. Auch wenn ich müde bin. Ich fühle mich wohl, wenn ich merke weiter könntest Du nicht gehen. Ich bin nicht ganz ich selber wenn ich nicht ab und zu irgendwohin gehen kann. Dabei suche ich nicht irgendeine Gefahr. Es ist dieses Leerwerden im Gehen, das mich ausfüllt.

Leer werden von Reinhold Messmer
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Der Dichter Rainer Maria Rilke an einen Kollegen mit (ungelösten) Problemen:

Ich möchte Sie so gut ich es kann bitten Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen die Fragen selbst lieb zu haben… Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben können. Und es handelt sich darum alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie sich dann allmählich, ohne es zu merken eines fernen Tages in die Antwort hinein.
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Heute vor 70 Jahren begann mit dem Angriff Deutschlands auf Polen der 2. Weltkrieg. Zu diesem Jahrestag ein Zitat des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi:

Krieg ist Mord. Ungeachtet dessen wie viele Menschen sich zusammentun um zu morden oder wie sie es auch immer nennen, Krieg ist die schlimmste Sünde der Welt.
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Harald Schmidt auf die Frage was er für seine persönliche Entschleunigung tue:

Ich habe keinen Laptop, keinen Blackberry, das geht. Ich gehe ins Internet-Café, wenn ich was wissen will und rufe meine E-Mails nur einmal die Woche ab. Ich weigere mich komplett, mich diesem Info-Terror auszusetzen. Als leidenschaftlicher Zugfahrer genieße ich es, den modernen Sklaven zuzusehen, mit ihren Handys, Laptops auf dem Schoß und Stöpseln im Ohr, das ist die Komplettversklavung.
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Leo Tolstoi über das Schweigen

Sei still. Lass Deine Zunge öfter Ruhen als Deine Hände.
Du wirst es nie bereuen, geschwiegen zu haben,
aber häufig, zuviel gesagt zu haben.



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