Manuskripte

SWR3 Worte

22AUG2009
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Ich suche Wege zu dir, jetzt wo Worte keine Wege mehr sind;
Jetzt, wo du zumachst, und ich nicht mehr weiß wo du bist;
Jetzt, wo du keine Freude mehr an mir hast;
Jetzt, wo du nur meine Fehler siehst;
Ich suche Wege zu dir, ohne Überredung, ohne Gewalt.
Ich will aufschmelzen lassen, was jetzt eingefroren ist.

Ulrich Schaffer, Schriftsteller „Ich suche“

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21AUG2009
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Bist du ein Mensch der Verzweiflung, bete mit deiner Verzweiflung zu Gott.
Bist du ein Mensch der Verletzungen und Verwundungen, dann bete mit deinen Verletzungen und Verwundungen zu Gott.
Bist du ein Mensch der Einsamkeit, dann bete mit deiner Einsamkeit zu Gott.
Hast du als Mensch Grund zur Freude, dann bete mit deiner Freude zu Gott.

Paul Claudel „Beten“, Schriftsteller
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20AUG2009
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Heute vor 67 Jahren wurde Pater Franz Reinisch um 5.03 Uhr enthauptet. Der Grund: Er hatte den Fahneneid auf Adolf Hitler verweigert. Dazu sagte er:
„Ich kann als Christ einem Mann wie Hitler niemals den Eid der Treue leisten. Man würde ja einem Verbrecher einen Eid geben. Es muss Menschen geben, die gegen den Missbrauch der Autorität protestieren. Und ich fühle mich berufen zu diesem Protest.“

Pater Franz Reinisch „Gewissen“https://www.kirche-im-swr.de/?m=6615
Ich glaube an den Heiligen Geist,
den Geist der Wahrheit, dass er mir helfen kann,
den rechten Weg zwischen Ehrlichkeit und Rücksichtnahme zu finden;
den Geist, der lebendig macht, dass er mir helfen kann,
die Lust am Leben immer wieder neu zu entdecken und mich selbst in den Dienst am Leben zu stellen;
den Geist der Stärke, dass er mir helfen kann,
all meine Gaben und Kräfte zu entwickeln und mich an ihnen zu freuen.

Claudia Scharfenstein-Richter aus: Was macht der liebe Gott am Sonntag?
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18AUG2009
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Als ich vor 35 Jahren als Seelsorger in einer Großstadt begann, hatte ich keinen Terminkalender. Die festliegenden Daten hatte ich im Kopf. Den ersten Terminkalender habe ich Jahre später bekommen. Inzwischen hat er für jeden von uns einen hohen Stellenwert. Mindestens einen Monat im Voraus stellen wir uns unsere Zeit mit Terminen zu. So gewöhnen wir uns an, Termine wahrzunehmen, und außer Terminen nehmen wir fast nichts mehr wahr: nicht die traurigen Augen einer Mitarbeiterin; nicht das leichte Zögern in der Stimme eines Kranken, das uns sagen könnte, dass das Eigentliche noch gar nicht ausgesprochen ist; nicht den Jungen, der ein wenig abseits steht, weil er sich nicht traut. Wir sind ständig in Betrieb. Was richten wir damit aus – oder besser: Was richten wir an? Bei den Menschen, die uns begegnen? Und bei uns selbst?

Bischof Franz Kamphaus „Termine“
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Günter Jauch Die Beichte als Möglichkeit, mit Gott ins Reine zu kommen, habe ich immer als beruhigend empfunden. In Momenten, in denen man kreuzunglücklich ist und sich von der Welt verlassen fühlt, ist es eine große Hilfe, mit einer höheren Instanz zu kommunizieren, bei der man durch den Glauben die Gewissheit hat: Die liebt mich, die sieht mich als einzigartig an, die hält ihre schützende Hand über mich und sieht einen Sinn in allem, was ich tue und was mir widerfährt.

Günter Jauch „Beichte finde ich gut“https://www.kirche-im-swr.de/?m=6612
Heute ist der Todestag von Frere Roger Schutz, Gründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. Am 16. August 2005 wurde er während eines Gottesdienstes erstochen. Er hat einmal gesagt:
„Mache deine Wohnräume zu einem Ort, an dem andere immer willkommen sind, zu einem Haus des Friedens und gegenseitigen Verzeihens.“

Frere Roger Schutz „Haus des Friedens“
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