Manuskripte

SWR3 Worte


Heute vor 95 begann der Erste Weltkrieg.
Der damalige Soldat Erich Remarque schreibt über seine Kriegserfahrung:

„Ich bin zwanzig Jahre alt, aber ich kenne vom Lebens nichts anderes als die Verzweiflung, den Tod, die Angst.
Ich sehe, dass Völker gegeneinander getrieben werden
und sich gehorsam töten. Ich sehe, dass die klügsten Gehirne der Welt Waffen und Worte erfinden,
um das alles noch raffinierter zu machen. Und mit mir sehen das alle Menschen meines Alters. Mit mir erlebt das meine Generation. Jahre hindurch war unsere Beschäftigung das Töten. Es war unser erster Beruf.
Unser Wissen vom Leben beschränkt sich auf den Tod.
Was soll aus uns werden?“

Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues
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Heute vor 65 Jahren wurde der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry im Zweiten Weltkrieg abgeschossen. Er sagte über seine deutschen Kriegsgegner:
„Nicht das Leben ist schwer, sondern die Liebe.
Ich meine die wahrhaft christliche Liebe,
nicht eine leichtfertige Sympathie, keine brave Zärtlichkeit oder eine angeborene Mensch-lichkeit. Nein, ich meine die echte Selbsthingabe, mit der man im Feind solange nach dem Freund sucht, bis der Feind zum Freund wird. Diese tapfere Liebe: Das ist die schwere, die wahre Liebe.“

Zitiert nach: Werkstatt für Liturgie und Predigt, Nr. 8/2008
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„Zeit ist Geld“, behauptet ein Sprichwort.
Aber die Gleichung stimmt nicht.
Denn die Leute mit viel Zeit haben kein Geld.
Und die Reichen haben keine Zeit.

(meint der Schriftsteller Heinrich Spoerl)

Zitiert nach: Moments-Karten von János Angeli, Reutlingen

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Der Zukunftsforscher Meinhard Miegel sagt über Gott und den Glauben:

„Unsere ganze Gesellschaft ist gedopt.
Sie hat längst ihr inneres Gleichgewicht verloren:
Die Balance zwischen innerem und äußerem Reichtum.
Viele Menschen können mit innerem Reichtum nichts mehr anfangen. Dabei macht er den Menschen erst zum Menschen. Kaninchen und Kühe haben ihn nicht –
jedenfalls halte ich das für unwahrscheinlich.
Ganz sicher haben sie keine Religion, deren Bestreben es ja ist, die Balance von innerem und äußerem Reichtum aufrecht zu halten.“

Meinhard Miegel im Gespräch mit Nils Minkmar;
in: FAZ, Nr. 126 vom 03.06.09

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Der Arzt Boris Zernikow leitet die weltweit erste Schmerzklinik für Kinder.
Rund ein Drittel seiner kleinen Patienten begleitet er in den Tod.
Zernikow sagt über seinen Glauben:
„Natürlich zweifele ich. Aber Zweifel gehört zum Glauben. Ein Großteil der Bibel beschäftigt sich mit der Kritik an Gott. Und selbst Jesus am Kreuz fragt: Warum muss ich leiden? Dar-um werde ich viel zu diskutieren haben mit Gott, wenn ich sterbe. Die Antwort, die ich bekommen werde, sind bestimmt keine Worte. Das Leben nach dem Tod wird die Antwort auf meine Fragen sein.“

Zitiert nach: Katrin Zeug, Schreie aus Kajüte 5;
in: Die Zeit, Nr. 10 vom 26.02.09

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Der Popmanager Dieter Bohlen sagt über Gott und seinen Glauben:
„Ich glaube, Gott ist einfach Hoffnung.
Vielleicht ist Gott auch ein bisschen man selber.
Ich bete jeden Abend.
Das beruhigt unheimlich.
Ich schlafe dann viel ruhiger ein,
weil ich mit mir im Reinen bin.
Ein Gebet ist immer auch ein Selbstgespräch;
da will man nicht lügen oder rumschleimen.
Da muss man Tacheles reden.“

Dieter Bohlen im Gespräch mit Oliver Fuchs und Alexander Kühn;
in: Stern 41/2008

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Der Dalai Lama schmunzelt über Fingerringe:

„Reichtum ist nichts Schlechtes,
wenn er ehrlich erworben wird und dadurch
weder andere Menschen noch die Umwelt zu Schaden kommen.
Aber auch ein Milliardär hat nur zehn Finger.
Er kann sich an jeden Finger drei oder vier Ringe stecken.
Das sieht dann ziemlich komisch aus.“

Der Dalai Lama im Gespräch mit Jörg Eigendorf;
in: „Die Welt am Sonntag“, Nr. 26 vom 28.06.09

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