Manuskripte

SWR3 Worte

Wer ein Kind sieht,
soll an den denken,
der uns Leben schenkt.
Wer Reis in der Schüssel hat,
soll an den denken,
der die Pflanzen gehegt hat.
Wer Obst isst,
soll an den denken,
der den Baum gepflanzt hat.
Wer Wasser trinkt,
soll an den denken,
der den Brunnen gebohrt hat.

Aus Vietnam

Aus: Balling, Aadalbert Ludwig: Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt. Herder 1984https://www.kirche-im-swr.de/?m=6118
Gebet einer Schülerin aus Südafrika

Herr,
ich danke dir für alles,
was ich haben darf,
auch für die Schönheit der Dinge
und nicht zuletzt für meine Eltern,
Brüder, Schwestern, Freunde –
Und ganz besonders für meine Bildung.
Ich möchte anderen Menschen helfen –
Das wäre mein Wunsch für die Zukunft.
Es geht mir nicht darum,
Reich zu sein oder berühmt,
aber gut möchte ich sein
und lange leben dürfen
und anderen Menschen
Freude machen.

Aus: Balling, Aadalbert Ludwig: Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt. Herder 1984https://www.kirche-im-swr.de/?m=6117
„Hoffen heißt, an das Abenteuer der Liebe glauben, Vertrauen zu den Menschen haben, den Sprung ins Ungewisse tun und sich ganz Gott überlassen…
Wenn Du keine Planke ins Wasser zu werfen hast, sei selbst eine lebendige Planke für die Schiffbrüchigen – deine Schwestern und Brüder.

Dom Helder Camara, Brasilien

Aus: Balling, Aadalbert Ludwig: Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt. Herder 1984https://www.kirche-im-swr.de/?m=6116
Warum setzte uns Gott bei der Erschaffung der Welt nicht geradewegs in den Himmel? Warum müssen wir uns jahrelang mit der Erde begnügen?
Die Antwort ist einfach:
Wir sollen hier auf der Erde das Teilen üben. Könnten wir es nicht – der Himmel geriete durcheinander.
Gott gab uns die materiellen Güter als Spielzeug. Wir dürfen sie nicht missachten, wir müssen mir ihnen umgehen lernen, müssen sie nutzen. Sie gehören uns nicht allein. Sie gehören allen.

Bischof Mwoleka, Tansania,

Aus: Balling, Aadalbert Ludwig: Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt. Herder 1984https://www.kirche-im-swr.de/?m=6115
Die Menschen sind zur Schönheit aufgerufen:
Der Geist
Schönheit zu denken
Die Augen
Schönheit zu sehen
Die Ohren
Schönheit zu hören
Die Zunge
Schönheit zu künden
Die Hände
Schönheit zu formen
Das Herz –
Schönheit in die Welt
Zu tragen

Aus einem Schöpfungsgesang der Taos-Indianer, Nordamerika

Aus: Balling, Aadalbert Ludwig: Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt. Herder 1984https://www.kirche-im-swr.de/?m=6114
An Pfingsten wurde nach der Bibel den Menschen der Geist Gottes geschenkt. Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom:

Haltet euch mit eurer Begeisterung nicht zurück;
Lasst euch von der Geistkraft entzünden und setzt euch für Gott ein
Freut Euch, weil ihr Hoffnung habt. Haltet durch, wenn ihr in Not seid, und hört nicht auf zu beten.

Röm 12, 11-12https://www.kirche-im-swr.de/?m=6113
Pfingsten ist die Geburtsstunde der Kirche. Doch die Kirche entsteht nicht durch einen Gründungsakt ihrer Mitglieder – und auch nicht durch das Engagement der Jünger. Es geschieht etwas, mit dem niemand rechnen konnte. […] Gottes Geist weht wo er will; er lasst sich nicht berechnen und einfangen […] Er weht über christliche Zäune hinweg, bringt Austausch mit Religionen, weht in die Offenheit und Weite der Welt hinaus. Gottes Geist bringt Christen und Muslime zusammen und lässt gemeinsam um Frieden beten. Und er sorgt dafür, dass auch heute noch Glaube entsteht.

Der Theologieprofessor Hans Martin Lübking

In: Lübking, Törner: Beim Wort genommen, Ein Andachtsbuch, Gütersloher Verlagshaus 2002https://www.kirche-im-swr.de/?m=6112