Manuskripte

SWR3 Worte

Heute ist Karsamstag. In manchen Gegenden heißt dieser Samstag auch „Stiller Samstag“. Dazu der Philosoph Wilhelm Schmidt:

Mitten im Lärm der Welt wächst die Sehnsucht nach Stille. […]
In der Stille ist mehr Ordnung als im Lärm. Demzufolge mehr Orientierung. Nichts lenkt ab und verwirrt. Es ist möglich die Tür hinter sich zu verschließen und allein mit sich zu sein. Dann aber kommt es darauf an, das auszuhalten. […]
Die Weite, die sich in der Stille auftut, relativiert alle Zeit, auch die der eigenen Endlichkeit. […] „Nichts ist groß“, meinte schon Seneca „das nicht zugleich auch still wäre.“

Wilhelm Schmidt
Die Fülle des Lebens, Insel Verlag Frankfurt und Leipzig 2006

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5730
Was willst Du von mir Vergebung, hier ist sie!

Was machst du nun, einfach weiter wie bisher?

Sieh diese Narben, sieh diese Tränen,
sieh diese Arme, die sich nicht wehren
sieh diese Augen, die Hoffnung teilen
sieh diese Hände, die offen bleiben

Hör diese Worte in deinen Ohren
Für dich gestorben, für dich geboren
Für dich gelitten, für dich am leben
Um dich zu bitten, dir zu vergeben

Vergebung, hier ist sie

Thomas D.
Vergebung hier ist sie, Thomas D. Album: Kennzeichen D , EMI Music Publishing 2008

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5729
Heute ist Gründonnerstag. Was war am Gründonnerstag, damals, wenige Tage vor Jesu Tod? Die Bibel erzählt:

Als es Abend geworden war, ließ sich Jesus mit den zwölf Jüngern zum Essen nieder.
Beim Essen nahm Jesus ein Brot. Er lobte Gott und dankte ihm dafür. Dann brach er das Brot in Stücke und gab es seinen Jüngern. Er sagte: "Nehmt und esst! Das ist mein Leib." Dann nahm er den Becher. Er sprach das Dankgebet und gab ihn seinen Jüngern.
Er sagte: "Trinkt alle daraus! Das ist mein Blut. Es steht für den Bund, den Gott mit den Menschen schließt. Mein Blut wird für die vielen vergossen werden zur Vergebung ihrer Schuld.
Das sage ich euch: Ich werde von jetzt ab keinen Wein mehr trinken. Erst an dem Tag werde ich mit euch neu davon trinken, wenn mein Vater sein Reich vollendet hat."

Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen.
Dann gingen sie hinaus zum Ölberg.

Mt 26, 20. 26-29 Basisbibel, Deutsche Bibelgesellschaft
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5728
Günther geht mit seiner Mutter an einer Kirche vorbei „Mutti, guck mal, die großen Fenster sind ja ganz schön schmutzig, die sehen aber gar nicht schön aus.“ Die Mutter sagt nichts, sondern nimmt ihren Sohn mit in die Kirche.
Hier sind die Fenster, die von aussen ganz grau und schmutzig aussahen, plötzlich strahlend bunt und leuchteten in den hellsten Farben. Bei einem Fenster fragt Günter, wer das sei. „Das ist ein Heiliger, der heilige Martin“, sagte die Mutter.
Ein paar Tage später im Religionsunterricht fragt der Lehrer: Wer weiß, was ein Heiliger ist. Günther meldet sich: „Ich weiß es, ein Heiliger, ist ein Mensch, durch den die Sonne scheint.“

Gekürzt
„Was ein Heiliger ist“ von Heinrich Engel, aus: Spirituelle Impulse in die Gruppe Juseso Thurgau, (Hrsg.) Rex Verlag luzern, 2002

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5727
Gott, ich bekenne vor dir,
- dass ich oft keinen Glauben an meine eigenen Möglichkeiten habe
- dass ich mich selbst nicht gleich stark liebe wie die anderen: Nicht meinen Körper, nicht mein Aussehen, nicht meine Talente, nicht meine eigene Art zu sein.
- dass ich mein Leben von anderen steuern lasse,
- dass ich oft zu feige bin, in einer gerechten Sache Streit zu wagen.

Gott, unser Vater und Schöpfer,
Jesus, unser Bruder und Erlöser
Geist, unsere Mutter und Trösterin,
richte mich auf,
gib mir Glauben an mich selbst und Liebe zu mir selbst.

Spirituelle Impulse in die Gruppe, Juseso Thurgau, (Hrsg.) Rex Verlag luzern, 2002
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5726
Jesus sagt es selbst: Nach dem Weinen kommt das Lachen. Unser Weinen hat sein Recht, wenn unser Herz traurig ist und wir verstummen. Es hat aber nicht das letzte Wort über unser Leben.
Wo die Trauer ihren Ausdruck findet, wird Raum frei für neues Lachen. […] Die Bibel verherrlicht das Leiden nicht. Aber dem Leid wird Zeit gegeben. Die zugelassene und ausgedrückte Trauer macht den Weg frei zu neuem Leben. Es ist schlimm, Leid zu erfahren. Aber wenn der Weg durchs Leid gegangen wird, entsteht ein neuer Morgen. Befreit von alter Trauer, wird der Mensch fähig zu neuem, echtem Leben.

Ingo Sperl
Ein Horizont der Hoffnung, DBG Stuttgart, 1996

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5725
Ich denke mir oft, dass ich vor der Geburt von meiner Mutter umgeben war, in ihrem Leib, ohne sie zu kennen. Dann brachte sie mich zur Welt, und ich kenne sie nun und lebe mit ihr. So glaube ich, sind wir als Lebende von Gott umgeben, ohne ihn zu erkennen. Wenn wir sterben, werden wir ihn erfahren, so wie ein Kind seine Mutter, und mit ihm sein. Warum sollte ich den Tod fürchten?

Carl Zuckmayer
Nicht allein gelassen, Eine Handreichung zur Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1996

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5724