Manuskripte

SWR3 Worte

Die Parteien dieses Vertrags bekräftigen erneut ihren Glauben an die Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten. Sie sind bestrebt, die innere Festigkeit und das Wohlergehen im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen für die gemeinsame Verteidigung und für die Erhaltung des Friedens und der Sicherheit zu vereinigen.

Präambel des „NATO-Vertrags“, der am 4.4.1949 geschlossen wurde
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Gebet besteht nicht in dem Bemühen, Gott zu erreichen, sondern darin, unsere Augen zu öffnen un zu erkennen, dass wir schon bei ihm sind. Man findet Gott nicht, indem man die Gegenwart gegen die Zukunft oder die Vergangenheit abwägt, sondern nur, in dem man sich in das Herz der Gegenwart sinken lässt, so wie sie ist.

Thomas Merton, in: Warum glauben – und wie, Bonifatius: Paderborn 2007 (Zit. aus: Christ in der Gegenwart 11/2009, S. 121)
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Herausfinden, was wirklich zählt und trägt. Und danach leben. Das ist eine Aufgabe, die jeder Einzelne für sich lösen muss. Die Aufgabe, der Gesellschaft ist es aber, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass die Grundbedürfnisse gesichert sind und der Einzelne sich diesen Fragen überhaupt zuwenden kann. Denn die Gesellschaft profitiert, wenn Menschen sich selbst auf die Spur kommen und aus ihrer Mitte heraus das leben, was für sie wirklich zählt. Denn das, was wirklich wichtig ist, ist eine Kraft, die Menschen verbindet und ihr gemeinsames Leben erfüllt.

Barbara Tambour, Was wirklich wichtig ist, in: Publik Forum Nr. 5 (2009), S. 21
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Was wirklich wichtig ist, erkennt man oft im Rückblick. Das wusste schon Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens. In seinen geistlichen Übungen, den Exerzitien, gibt es deshalb die sogenannte „Übung der Todesstunde“: Man stellt sich dabei vor, von seiner Todesstunde aus zurückzuschauen auf sein Leben. Was ist aus diesem Blickwinkel wichtig, was nebensächlich? Auf der Grundlage dieser Erkenntnis lassen sich Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen. In den Exerzitien geht es immer darum, sich an Jesus und der Botschaft der Bibel zu orientieren.

Barbara Tambour, Was wirklich wichtig ist, in: Publik Forum Nr. 5 (2009), S. 23
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Die Rede vom glücklichen Menschen scheint mir jedoch keine treffende Rede zu sein, denn sie zementiert und moralisiert das Glück und diffamiert das Unglück, das zu jedem Menschsein gehört. Wenn uns zuviel Glücklichsein und Glücklichwerden abverlangt wird, werden wir überfordert, und das glückliche Gesicht verzerrt sich – so wie das immer freudige Christenleben eine Überforderung und Verzerrung war. Auch Jesus – meine ich – war in diesem Sinne kein glücklicher Mensch. Wohl aber hatte er Glückserfahrungen, als er den Himmel offen sah und sich mit Gott unmittelbar verbunden fühlte.

Elisabeth Moltmann-Wendel, Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Texte zur Lebenskunst, Radius: Stuttgart 2008, S. 35f


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Glück und Gelingen sind nicht ganz voneinander zu trennen. Wir können ihm den Weg ebnen, aber ihm auch den Weg verstellen und ihm im Wege stehen. Es gibt Glückskinder, die scheinbar mehr Glück als andere haben. Aber vermutlich haben sie das bessere Gespür für das kleine Glück, aus dem unser Leben besteht.

Elisabeth Moltmann-Wendel, Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Texte zur Lebenskunst, Radius: Stuttgart 2008, S. 35
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Verlorene Jahre – vertane Zeit – falsche Lebensentscheidungen – auch solche Rückblicke gehören zu meiner einmaligen Geschichte, wie kein anderer sie je wieder erlebt und die sich verwandeln könnenE zu Erfahrungen, in denen ich gereift und gewachsen bin. Die Frage: Wer bin ich? kann dann eine Antwort finden: Ich bin weder die Summe meines Versagens noch die meines Gelingens, ich bin geboren zu Neugier und immer neuem Anfangen.

Elisabeth Moltmann-Wendel, Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Texte zur Lebenskunst, Radius: Stuttgart 2008, S.29
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