Manuskripte

SWR3 Worte

Heute findet die Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen statt. Unser Land gedenkt dieser Menschen:


Jacqueline Hahn

Ibrahim Halilaj

Franz Josef Just

Stefanie Tanja Kleisch

Michaela Köhler

Selina Marx

Nina Denise Mayer

Viktorija Minasenko

Nicole Elisabeth Nalepa

Denis Puljic

Chantal Schill

Jana Natascha Schober

Sabrina Schüle

Kristina Strobel

Sigurt Peter Gustav Wilk


Seien sie von uns nicht vergessen und geborgen in Gottes unendlicher Güte https://www.kirche-im-swr.de/?m=5613
Heute hab ich drei Frauen getroffen.
Die erste war schön, gescheit, belesen und sicher im Urteil
mit ihr zu sprechen war eine Freude, war ein Gewinn

Die zweite war überschattet von Kummer, gefangen im Zweifel
Aus dem Vertrauen verstoßen
Und weinte unter der Last des Lebens

Die dritte war heiter, vergnügt und leicht
Und lachte das Lachen der jungen Mädchen.

Alle hatten dasselbe graue Haar
Und alle drei
Hab ich von Herzen lieb.

Franz Hohler


Quelle: Franz Hohler. „Vom richtigen Gebrauch der Zeit“. Luchterhand, München, 2006. S. 58.https://www.kirche-im-swr.de/?m=5612
Ich habe Dich heute morgen nicht zum Bahnhof begleitet
ich hatte soviel zu tun und brauchte sie dringend
die halbe Stunde
Doch kaum warst Du weg
saß ich da und war eine ganze Stunde lang traurig

Franz Hohler






Quelle: Franz Hohler. „Vom richtigen Gebrauch der Zeit“. Luchterhand, München, 2006. S. 5.https://www.kirche-im-swr.de/?m=5611
Der damals 92jährige französische Priester Abbé Pierre über den Zweck des Lebens:
„Unsere Aufgabe besteht darin lieben zu lernen.“
Zu lieben bedeutet, dass ich glücklich bin, wenn Du, der andere, glücklich bist. Und wenn Du, der andere traurig bist und leidest, so leide auch ich. Es ist tatsächlich so einfach. Daher sage ich: „Wir bekommen im Leben die Zeit und die Freiheit geschenkt, um lieben zu lernen, und zwar aus der inneren Gewissheit heraus, dass wir gegen das Schlechte kämpfen müssen.“
Der Sinn der Schöpfung besteht darin, dass die Liebe der Liebe antwortet. Wenn es diesen Höhepunkt nicht gäbe, an dem zwei Wesen ihre Freiheit nutzen um sich plötzlich hinzugeben und einander zu lieben, wäre die gesamte Schöpfung absurd.



Quelle: „Mein Gott, warum?“ – Fragen eines streitbaren Gottesmannes. Abbé Pierre mit Frédéric Lenoir. Dtv, München, 2007. S. 19.https://www.kirche-im-swr.de/?m=5610
Ein Gott, der mich leiden sehen will, kann mir gestohlen bleiben; und ein Gott, der meinen Sohn leiden sehen will, fahre zur Hölle!
Aber ein Gott der mir im leidenden Menschen begegnet, der sagt: Ich will Dein Leiden tragen – die Liebe eines solchen Gottes wäre so unermesslich, dass ich sie nicht begreifen, sondern mich nur staunend von ihr beschenken lassen könnte.

Ernst Schneck,
Quelle: Laacher Messbuch 2007. Ars Liturgica Maria Laach und Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 2006. S. 303.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5609
Lieber Gott, Du hast uns eine prächtige, bunte Welt geschaffen. Dazu hast Du uns die Tiere als Freunde geschenkt. Du hast uns auch zehn Regeln gegeben, damit wir uns nicht immer streiten. Leider glauben heute viele Menschen nicht mehr an Dich. Sie haben ja Fernsehen, Computer und Internet. Mit ihren schlechten Manieren haben sie angefangen Deine Welt zu zerstören. Lieber Gott, könntest Du uns vielleicht all Deine Engel schicken, damit sie die Menschen neu programmieren?

Liebe Grüße Dein Martin https://www.kirche-im-swr.de/?m=5608
Hallo, lieber Gott, ich wollt mal wissen, wie es meinem Papa so geht, er ist bald schon 7 Jahre bei Dir. Ich spüre, dass Du und Papa immer Eure schützende Hand über uns haltet. Ich vermisse ihn sehr. Aber es gibt noch jemanden den ich sehr vermisse und das ist meine Uroma. Sie war ein sehr lieber Mensch. Ich hoffe es geht ihnen gut bei Dir… Ich bete zu Dir und ich hoffe Du hörst sie.
Aber es gibt sehr viele arme und kranke Menschen und Kinder auf der Welt, warum ist das so? Kannst Du da nicht mal was besser machen? Du kannst ja mal Papa fragen, der wusste immer eine Lösung. Oder Uroma, sie war sehr weise und klug.
Deine Luisa Sophie


Quelle: „Kinder schreiben an den liebenGott – Lieber Gott, was ich Dir sagen wollte…“. Projektleitung Gerald Fiebig, Redaktion Martin Stiefenhofer. Weltbild Buchverlag. Augsburg, 2008. S. 51https://www.kirche-im-swr.de/?m=5627