Manuskripte

SWR3 Worte

Was ist Segen? Jungendliche haben so darauf geantwortet:

Glück und Gesundheit
Familie
Dass mir nicht Schlimmes passiert
Gesund sein und immer genug Geld haben
Dass es Frieden gibt
Warme Kleidung im Winter
Mit jemanden reden zu können, wenn ich ein Problem habe
Glück, Erfolg und eine Lösung in schwierigen Situationen
Cappuccino am Sonntag
Nicht allein zu sein
Dass es mir gut geht, nachdem es schlecht ging
Wenn es mir rundum gut geht
Tolle Omas
Meine Musik
Dass man mich liebt, auch wenn ich vom Weg abkomme
Bei Kälte eine warme Wohnung
Beschützt von Gott ein gutes Leben führen
Ewiges Glück
Dass jemand für mich da ist.

Thomas Erne/ Sabine Jocher
Wo geht’s hier zum Leben? Was Gott mit deinem Alltag zu tun hat, Gabriel-Verlag, 2005

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5480
Ein armer teufel
So sagen wir –
Von reichen teufeln
Ist niemals die rede
Ein armer teufel
So sagen wir
Und wissen nicht
Was wir sagen
Ein armer teufel
So sagen wir
Und haben
Vergessen dass
Ein armer teufel
Einst
Jesus von nazareth
Hieß
Ein armer teufel
Der nichts hinterließ
Als das kleid
Das er trug
Ein armer teufel
Der nichts hinterließ
Als den aufstand der armen
In ewigkeit amen

Kurt Marti
in: Lübking/Törner: Beim Wort genommen, Gütersloher Verlagshaus, 2002

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5479
„Ich bin ein guter Mensch“ sagte ein Mensch, als er vom Teufel an den Pforten der Hölle abgeholt wurde. „Ich bin nur aus Versehen hier.“
„Jeder Mensch stellt etwas Böses an“, sagte der Teufel tief überzeugt.
„Nein, ich habe immer nur zugesehen – ich habe mich ferngehalten. Ich habe mich nie eingemischt, wenn sie einander erschlagen oder verfolgt haben. Ich habe nie den Mund aufgemacht, wenn sie Flüchtlinge in ihr Land zurückgeschickt haben oder Kinder verhungert sind. Ich allein widerstand dem Bösen und tat nichts.“
„Sind sie sicher, dass sie nie etwas getan haben?“ gab der Teufel ein letztes Mal zu bedenken.
„Ja, sogar, wenn es vor meiner Haustür geschah“
„Mit ihnen bin ich zufrieden, Sie sind hier in der Hölle richtig“
Und als der Teufel den „guten Menschen“ einließ, soll er sich zur Seite gedrückt haben, um nicht mit ihm in Berührung zu kommen.

Andreas Hohn
in: Lübking/Törner: Beim Wort genommen, Gütersloher Verlagshaus, 2002

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5478
Auch in diesem Jahr lädt die Aktion „Sieben-Wochen-ohne“ zum Fasten ein. Das Motto 2009 lautet: „Sich entscheiden“. Die Kolumnistin Ursula Ott schreibt dazu:

Es ist in Wahrheit vollkommen wurscht, ob man mit E-Plus oder Telekom telefoniert und wie viel Pixel die Kamera schafft. Das alles könnte auch ein Zufallsgenerator für uns erledigen. Dann hätten wir vielleicht den Kopf frei für die zwei, drei wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben.
Aber wie wird man "Manager" seiner Entscheidungen? Ein "echter" Manager würde wie im Führungskräfte-Seminar, blaue Klebepunkte auf die verschiedenen Optionen pappen. Aber ganz ehrlich: Hätte Moses auf seine Gebotstafeln erst blaue Kiesel geklebt, wäre das Volk Israel nie aus der Wüste herausgekommen.
Manchmal hilft tatsächlich nur eins: beherzt entscheiden! Auf die innere Stimme hören. Und bereit sein, die Folgen auszuhalten.

Ursula Ott
www.chrismon.de

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5477
Robert Gernhardt auf die Frage: Was ist eigentlich Humor?

Humor ist eine Haltung dem Leben gegenüber. Er ist eigentlich nicht kritisierbar, nicht einmal genau feststellbar. Ein humorvoller Mensch muss nicht unbedingt lachen. Der Humor hilft ihm, über den Dingen zu stehen. Der humorvolle Mensch kann einen erhöhten Standpunkt einnehmen, von dem aus er die Widersprüche des Lebens abgehoben belächelt.

Vom Ernst umstellt, Gespräch mit dem Schriftsteller Robert Gernhardt, in: Evangelische Kommentare, 2/99
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5476
In einem Kloster soll es als unschicklich gegolten haben, dass man beim Essen für sich spricht und sich um sich selbst kümmert. Dafür war der Nachbar zuständig. Damit sollte geübt werden, auf seinen Nachbarn acht zu geben.
Eines Tages soll es passiert sein, dass ein Mönch in seiner Suppe eine Maus fand. Der Nachbar aber gerade in ein wichtiges Gespräch mit dem anderen Nachbarn vertieft war. Er sah die Maus nicht.
Was also tun. Der Mönch winkte denjenigen herbei, der ihm gerade die Suppe mit der Maus ausgeteilt hatte und sagte also: „Entschuldigung, aber mein Mitbruder hier hat noch keine Maus in der Suppe.“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5475
„Eva – was ist eigentlich das besondere an mir?“ Adam sitzt missmutig unter einer Palme und stochert mit einem Grashalm in seinen Zehen. „Die Gazelle kann schneller laufen, der Tiger besser brüllen, der Affe besser klettern und das Krokodil besser küssen.“ Eva denkt lange nach. „Wenn ich wenigstens fliegen könnte“, brummte Adam. „Jetzt hör auf Adam“ sagte Eva. „Erzähl mir lieber eine Geschichte“ Und Adam erzählt von einem Wildschwein, das auf einer Wolke sitzt und in ein Hausschwein verliebt ist. Und die beiden können nicht zueinander kommen. Eva muss kichern […] „Das ist es“ ruft Eva. „Was?“, fragt Adam. „Na, das Besondere an dir. Es ist die Fantasie! Sie hat Gott nur uns Menschen gegeben.

Thomas Erne/ Sabine Jocher:
Wo geht’s hier zum Leben? Was Gott mit deinem Alltag zu tun hat, Gabriel-Verlag, 2005

https://www.kirche-im-swr.de/?m=5474