Manuskripte

SWR3 Worte

Lilly murmelte im Schlaf etwas, vielleicht „was wir machen, wenn wir zur Kirche gehen“. Arm in Arm, so geht man in die Kirche. … Das war schon eine Weile her, dass er zuletzt in einer Kirche gewesen war. (Kommissar) Winter vermisste sie, und zwar nicht nur den Kirchenraum. Dort ist es still, selbst wenn wir singen. Bald ist es der einzige Ort, wo man noch Würde findet. … Der Pfarrer in der Vasakirche sprach Schwedisch mit Gott. Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich. Wende dich zu mir. In der Kirche gab es Gott für den, der es wollte, einen Er oder eine Sie, immer unsichtbar, es war nicht gut, Bilder von Göttern zu zeichnen, das wusste die ganze Welt.

Åke Edwardson, Arm in Arm

(aus: Åke Edwardson, Rotes Meer, Büchergilde Frankfurt/M 2008 (S. 214))

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Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich beim Beten an euch denke. Jedes Gebet für euch - für euch alle! - … erfüllt mich mit Freude: Dank und Freude, dass ihr euch so eifrig für die Gute Nachricht einsetzt… Ich bin ganz sicher: Gott wird das gute Werk, das er bei euch angefangen hat, auch vollenden … Ich kann gar nicht anders, als so über euch denken; denn ich trage euch alle in meinem Herzen, gerade jetzt, da ich für die Gute Nachricht im Gefängnis bin … Er weiß auch, wie sehr ich mich nach euch allen sehne mit der herzlichen Liebe, die Jesus Christus in mir geweckt hat. Ich bete zu Gott, dass eure Liebe immer reicher wird an Einsicht und Verständnis.

Der Apostel Paulus – sitzt im Gefängnis und schreibt einen Liebesbrief an seine Gemeinde in Philippi…

Phil 1, 3-11 (in Auswahl)

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(Kommissar Winter) wurde wach wie im freien Fall. Er war gefallen, in einem Traum, der sich aufgelöst hatte. Er richtete sich auf, zog Shorts an und tappte vorsichtig durchs Schlafzimmer, schob die Tür hinter sich zu, goss sich in der Küche ein Glas kaltes Wasser ein und trank.
Im Wohnzimmer öffnete er die Balkontür zur Straße hin und trat auf den Balkon. Die Fliesen unter seinen nackten Füßen waren warm. Es war, als stünde er in dem kleinen Patio… in Marbella… Dort hatte er nachts manchmal gestanden, einfach so, um an nichts und gleichzeitig an alles zu denken. In gewissen Kreisen lief das unter der Bezeichnung „das Leben“. In sich selbst zu ruhen. Das ist nicht leicht. Davor fliehen die meisten, und ich war vermutlich derjenige, der allen voran gelaufen ist(, dachte Winter).

Åke Edwardson, Winter entdeckt sein Leben noch einmal

(aus: Åke Edwardson, Rotes Meer, Büchergilde Frankfurt/M 2008 (S. 232))

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Schiffe haben … eine Kompassnadel, die mittels eines Magneten immer auf den Polarstern zeigt. Auch wenn das Schiff nach Süden fährt, so zeigt der Kompass doch unverdrossen nach Norden.
Wenn alles drunter und drüber geht, nicht nur um euch herum, sondern auch in euch, egal ob ihr traurig, fröhlich, sanft, bitter, friedlich, bekümmert, klarsichtig, vernebelt oder versucht seid; ob ihr gerade rastet, ob es euch gefällt oder missfällt, ob ihr trocken oder zärtlich seid, ob eure Seele unter der Sonnenglut leidet oder Tau sie erfrischt – trotzdem muss für immer und ewig unser Herz, Geist, Wille, also unser Kompass, andauernd auf Gottes Liebe
ausgerichtet sein und unaufhörlich Kurs auf sie nehmen.

Der Bischof und Kirchenlehrer Franz von Sales über die Liebe als Kompass

Briefe – Deutsche Ausgabe der Werke des Franz von Sales, Band 1, S. 230 - Franz Sales Verlag, Eichstätt, 1990

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Du Schöpfer aller Kinder,
erhöre unser Gebet in diesen unglücklichen Tagen.
Gott, … wende dich den Kindern von Gaza zu,
damit sie deinen Segen und Schutz erfahren,
damit sie Licht und Wärme erfahren,
wo im Augenblick nur Dunkelheit ist und … Kälte…
Allmächtiger, der Ausnahmen macht, welche wir Wunder nennen,
mache eine Ausnahme für diese Kinder in Gaza.
Lass sie in Sicherheit leben.
Erlöse sie von Hunger und Schrecken, von Wut und Trauer.
Erlöse sie von uns und von den Ihrigen.
Gib ihnen ihre Kindheit zurück, die man ihnen geraubt hat,
ihr Geburtsrecht, das ein Vorgeschmack des Himmels ist.
Allah, den wir Elohim nennen, der Leben gibt,
der weiß, wie wertvoll und zerbrechlich das Leben ist:
Sende diesen Kindern deine Engel.

Ein jüdisches Gebet für die Kinder in Gaza – abgedruckt während des Krieges in der Tageszeitung HaAretz, Tel Aviv
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Ein alter König rief seine zwei Söhne zu sich; er gab jedem fünf Silberstücke. „Wer damit am Abend unseren Festsaal füllt, der soll mein Nachfolger werden.“
Der älteste Sohn kam auf ein Feld, wo die Arbeiter Zuckerrohr ernteten und es in einer Mühle auspressten. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos herum. Der Prinz kaufte das Zuckerrohr und am späten Nachmittag war der Saal gefüllt mit ausgepresstem Zuckerrohr.
Bald darauf kam der jüngere Sohn. Er ließ das Zuckerrohr wegräumen. Als der Saal leer war, stellte er mitten hinein eine Kerze und zündete sie an.
„Du sollst mein Nachfolger sein“, sagte der Vater. „Für fünf Silberstücke hat dein Bruder den Saal mit nutzlosem Zeug gefüllt. Du hast nicht einmal eins gebraucht, um den Festsaal mit Licht zu füllen - mit dem, was die Menschen brauchen.“

Eine Erzählung von den Philippinen
Nach Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten für Gottesdienst, Schule und Gruppe – Bd. 4, Nr. 160, S. 134 Matthias Grünewald-Verlag / Schwabenverlag, 2003


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Ihr seid Gottes Bau. Nach dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat, habe ich wie ein umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt. Andere bauen nun darauf weiter. Aber jeder soll sehen, wie er weiterbaut! Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen. … Wisst ihr nicht, dass ihr als Gemeinde der Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes zugrunde richtet, wird dafür von Gott zugrunde gerichtet. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser Tempel – das seid ihr.

Der Tempel – das seid ihr: Das ist das Leitwort beim Jubiläum 1000 Jahre Mainzer Dom, das heute anfängt. Es stammt von Paulus, aus dem ersten Brief an die Gemeinde von Korinth.

1 Kor 3, 9 – 17 in Auswahl – Gute Nachricht Bibel, Katholisches Bibelwerk Stuttgart
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