Manuskripte

SWR3 Worte

Zum Tag des Heiligen Nikolaus:

Eigentlich könnte es uns egal sein
Dass einst der bischof
Einer hungernden hafenstadt
Kinder mit essen versorgte
Aber es ist die erinnerung an
Ängste und träume
Schiffe und sehnsucht
Beten und wunder
Die uns diese Geschcihte
Gerade im advent
Nächtens und liebevoll
Vor die tür und
In die schuhe schiebt

Der Pfarrer Hinrich C.G. Westphal

Macke, Niemeyer, Westphal: Ach!, Andere Zeiten e.Vhttps://www.kirche-im-swr.de/?m=4960
Kiran Kumar, hat einen Laden für Ersatzteile für Motorräder. Der 30 jährige lebt in der indischen Stadt Bangalore. In einem Gespräch über die Frage, wie wichtig ihm Geld ist antwortet er:

Es ist wichtiger, etwas zu tun, das einem Spaß macht, als viel Geld zu verdienen. Ich habe früher in der Computerbranche gearbeitet. Damals habe ich das Doppelte von dem bekommen, was ich heute verdiene. Aber ich verkaufe trotzdem lieber Motorradteile.“

Und was ist Ihr größter Wunsch?
„Ich wünsche mir einen Sohn, dem ich später diesen Laden vererben kann.“

Die kleinste wirtschaftliche Einheit: der Mensch
Ein Ersatzteilehändler in Indien: Katharina Nickoleit: Brandeins
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4959
Worauf wartest Du hier am Tor?“ fragte der Prophet den Wachposten. „Auf den Feind!“, entgegnete dieser. „Man muss jede Stunde auf ihn gefasst sein. Vielleicht sammelt er gerade seine Mannschaften, irgendwo hinter den Bergen. Vielleicht denkt er sich in diesem Augenblick eine Kriegslist aus, um uns zu überfallen, wenn wir nicht wachsam sind. Sei es am Feiertag oder in der Nacht. Wenn ich die Schilde des Feindes blinken sehe in der Ferne oder das Lärmen der Waffen höre von den Bergen her, dann muss ich schreien, bis die ganze Stadt gerüstet ist, den Feind zu empfangen.“

Der Prophet schwieg und schaute lange vor sich hin. Denn sagte er: „Die Stadt ist gerüstet, den Feind zu empfangen, mag sein. Aber ist sie auch gerüstet, einen Freund zu empfangen? Einen Retter und Helfer, der nicht gegen die Mauern anrennen will, um die Stadt zu stürmen; und der uns nicht Krieg bringt, sondern Frieden? Ist die Stadt auch gerüstet für einen Freund?

Aus: Lübking, Törner: Beim Wort genommen, Gütersloher Verlagshaus 2002https://www.kirche-im-swr.de/?m=4958
Renan Demirkan ist Schauspielerin türkischer Abstammung hatte im ersten Schimanski-Film ihre erste große Rolle. Inzwischen schreibt sie auch Bücher. Auf die Frage, ob es zum Glücklichsein einen anderen Menschen, ein Gegenüber, braucht, meint sie:

Glück ist ein Produkt einer Kommunikation. Und ohne Gegenüber gibt es keine Kommunikation. Selbst die Eremiten im Kloster haben ein Gegenüber, sie reden mit Gott. Aber ich kann nicht delegieren, dass jemand mich glücklich macht.

Galore, Dialog GMBH, Volume 44, Nov 08https://www.kirche-im-swr.de/?m=4957
Gesetz den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt –
(„Gesetz den Fall“ heißt „Nehmen wir mal an“)-
Gesetz den Fall, es hat den Kopf gesenkt
Und ist euch böse – ja, was dann?

Dann solltet ihr dem Schaf was liebes sagen,
ihr könnt ihm dabei auch den Rücken streicheln,
ihr dürft nicht „Na? Warum so sauer?“ fragen,
ihr müsst dem Schaf mit Freundlichkeit schmeicheln

Sagt mir jetzt nicht: „Ich wohn doch in der Stadt,
wo soll ich da um Himmels Willen Schafe kränken?“
Ich gebe zu, dass das was für sich hat,
doch bitte ich euch trotzdem zu bedenken:

Ein gutes Wort ist nie verschenkt,
nicht nur bei Schafen, sondern überall.
Auch trefft ihr Schafe öfter, als ihr denkt.
Nicht nur auf Wiesen. Und nicht nur im Stall.

(Na wo denn noch?)

Der Robert Gernhardt

Macke, Niemeyer, Westphal: Der andere Advent 2008, Andere Zeiten e.V., zum 8. Dezhttps://www.kirche-im-swr.de/?m=4956
Es begann so: Einmal fand ich eine Rose an der Windschutzscheibe meines Autos. […] Kein Zettel dabei, keine Nachricht, kein Absender. Ich war beflügelt, in Gedanken bei einem heimliche Verehrer oder einem gewitzten Freund, bei einem begeisterten Blumenliebhaber oder einem, der einfach nur seine Rose weitergeben wollte. Mit einem Lächeln schwebte ich durch den Tag.

Heute werde ich Rosen kaufen. Und sie hinter Scheibenwischer einiger Autos klemmen. Oder ein paar Nikoläuse in Briefkästen verteilen. […] Und dann werde ich mir vorstellen, dass der eine oder die andere überrascht ist. Sich freut und gute Laune bekommt. […]

Die Autorin Susanne Niemeyer

Macke, Niemeyer, Westphal: Ach!, Andere Zeiten e.V.https://www.kirche-im-swr.de/?m=4955
Der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer schreibt einem Freund aus dem Gefängnis:

Eine Gefängniszelle ist übrigens ein ganz guter Vergleich für die Situation des Advents: Man wartet und hofft und tut dies und jenes – letzten Endes nebensächliches - ; aber die Tür ist verschlossen und kann nur von außen geöffnet werden.

Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung, Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1951https://www.kirche-im-swr.de/?m=4954