Manuskripte

SWR3 Worte

Ein frommer und religiöser Mann hatte schwere Zeiten durchzumachen.
Er versuchte es nun mit folgendem Gebet: „Herr, erinnere dich an all die Jahre, in denen ich dir gedient habe und nichts dafür verlangt habe. Nun, da ich alt und bankrott bin, möchte ich dich zum ersten Mal in meinem Leben um deine Gunst bitten und ich bin sicher, du wirst sie nicht abschlagen: „Lass mich in der Lotterie gewinnen.“
Tage vergingen, dann Wochen und Monate und nichts geschah. Schließlich rief er eines nachts „Warum gibst du mir keine Chance, Gott!“
Plötzlich hörte er die Stimme Gottes: “Gib mir auch eine Chance, kauf ein Los!“

„Chancenlos“ von Anthony de Mello
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Simon Silberfisch hat die Gebote sein Leben lang großzügig ausgelegt. Sein Freund bezweifelt, dass er in den Himmel kommen wird.
„Werde ich kommen“, behauptet Simon, „Ich werde gehen zur Himmelstür, werde sie zumachen, werde sie aufmachen,
werde sie zumachen und werde sie aufmachen und werde sie zumachen. Dann wird kommen der heilige Petrus und wird schreien, „Raus oder rein?!. „Na, gehe ich rein.
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Im letzten Jahr haben sich die Getreidepreise weltweit um 40 Prozent verteuert. Das trifft die Hungernden der Welt besonders hart.
Die Armen in Haiti haben ein ganz spezielles Rezept ihren Hunger zu stillen: Sie essen getrocknete „Kekse“ aus Lehm, vermischt mit Margarine, Salz und Wasser. Sie essen im wahrsten Sinne des Wortes Dreck.
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Ein Mann geht im Stadtpark spazieren. Neben ihm läuft eine große Dogge.
Ein Polizist hält ihn an und fordert: „Den Hund müssen Sie an die Leine nehmen.“ Der Mann geht wortlos weiter. Der Polizist rennt ihm hinterher und ruft: „Halt, sofort nehmen sie den Hund an die Leine sonst zahlen sie eine Geldbuße!“ Der Mann: „Wieso, das ist nicht mein Hund.“ „Aber er läuft ihnen hinterher!“ „Sie laufen mir doch auch hinterher und sind auch nicht mein Hund.“
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Der Meister hielt einen Vortrag über die Kraft der Worte (,die im Verständnis der Religionen von zentraler Bedeutung sind.) Am Ende des Vortrages erhob sich ein Teilnehmer und sagte: „Ich habe mir das jetzt alles geduldig angehört und ich habe noch nie so viel dummes Zeug in so kurzer Zeit gehört.“ Damit stand er auf und wollte gehen.
„Und Sie sind der größte Dummkopf, den ich in meinem langen Leben gesehen habe“, erklang die liebenswürdige Stimme des Meisters inmitten des peinlichen Schweigens. Wie vom Donner gerührt blieb der Geschmähte stehen und mit hochrotem Kopf fauchte er: „Sie Scharlatan wagen es mich, einen angesehenen Akademiker, einen Dummkopf zu nennen? Das wird nicht ohne Folgen für Sie bleiben!“
„Nun, sagte der Meister, „als Akademiker werden Sie einsehen müssen, dass das Experiment gelungen ist. Erst behaupten Sie, dass Worte keine Kraft haben, doch kann sie das Wort „Dummkopf“ derart aus der Fassung bringen. Was meinen Sie, welche Wirkkraft dann erst die Worte „Gott“, „Wahrheit“ oder „Liebe“ bei denen haben, die sie verstehen.“

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Der Reporter fragt einen Passanten: „ Was glauben Sie, ist das Problem unserer Gesellschaft: mangelndes Wissen oder mangelndes Interesse?
(Der Passant:) „Weiß ich nicht, ist mir auch egal.“

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Die Stille fehlt uns nicht, denn wir haben sie.
An dem Tag an dem sie uns fehlt haben wir nicht verstanden sie zu uns zu nehmen.
Aller Lärm der uns umgibt, macht viel weniger Getöse als wir selbst.
Der wahre Lärm ist das Echo das die Dinge in uns haben.

Madeleine Delbrel – Der Lärm in uns
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