Manuskripte

SWR3 Worte

Ich glaube,
dass unsere Welt besser wird,
wenn wir unsere Gefühle zeigen:
uns freuen am Schönen,
dankbar sind für das Gute,
uns auflehnen gegen das Unrecht […]
und liebevoll aufeinander zugehen.

Wenn wir Gefühle zeigen,
einander nichts vorspielen,
einfach, ehrlich und echt sind,
dann ermöglichen wir Neues.

Max Feigenwinter

Dem Glück auf der Spur. Inspirationen zur Bergpredigt. Eschbach (Verlag am Eschbach der Schwaben Verlag AG) 2004, S. 4.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4608
Bernhard Fricke ist Seelsorger in der Abschiebehaft Berlin-Köpenick. Was er erlebt, kann er manchmal nur noch vor Gott bringen:

„Ein 28jähriger Mann aus Tunesien hat sich […] in der Abschiebungshaft das Leben genommen. Wir wissen nicht viel über die Hintergründe.
Aber, Gott, wir beklagen die verzweifelte Situation, in der die Menschen im Abschiebungsgewahrsam […] sind.

Durch Abschiebungen werden Familien auseinander gerissen. Männer werden ohne Chance auf Rückkehr abgeschoben, Frauen und Kinder bleiben zurück.
Gott, wir beklagen dieses unbarmherzige Verwaltungshandeln. Wir beklagen das Leid in den Familien und die Zerstörung der Zukunft für die Kinder. […]

Gott, wir bitten Dich um Deine Gegenwart: Mache uns frei zur Suche nach dem Leben für uns selbst und für andere!
Amen“

Bernhard Fricke
Psalmgebet in der Abschiebungshaft
In: http://www.ekd.de/interkulturellewoche/bausteine_fuer_gottesdienste.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4607
Was galt eine Frau im Mittelalter? Die Historikerin Barbara Beuys, die heute ihren 65. Geburtstag feiert, über das Frauenleben im Mittelalter:

„Im praktischen Alltag der Kirche sind die schweren Benachteiligungen von Frauen unübersehbar: vom Priesteramt bis heute ausgeschlossen, durften sie im Mittelalter außerdem während der Messe nach der Wandlung von Brot und Wein nicht mehr den Altarraum betreten. […]
Bischof Cäsarius von Arles aber rief im 6. Jahrhundert seiner Kirche deutlich ins Gedächtnis, ‚dass Männer und Frauen gleicherweise durch Christi Blut losgekauft … sind … denn bei Gott gibt es keine Unterscheidung von Mann und Frau.’“

Barbara Beuys
Barbara Beuys, Denn ich bin krank vor Liebe. Das Leben der Hildegard von Bingen, Wien 2001, S. 103f.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4606
Die Theologin Dorothee Sölle über Freundschaft:

Freundschaft ist, wenn Abraham mit Gott handelt,
um die Stadt Sodom zu retten. […]
Freundschaft ist, wenn Maria Elisabeth aufsucht und bleibt bis die Zeit zum Abtreiben vorbei ist. […]

Freundschaft ist auch, wenn Du absolut sicher bist, dass Deine Freunde nie „nur nett“ zu Dir sein werden.
Freundschaft heißt:
verfügbar sein und verfügen,
reden können und nicht reden müssen,
fragen dürfen und auch dann nicht verzweifeln, wenn es keine Antwort gibt.

Dorothee Sölle
Lob der Freundschaft
Ich will nicht auf tausend Messern gehen. Gedichte. München 1986, S. 92f.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4605
Der südafrikanische Bischof Desmond Tutu wird heute 77 Jahre alt und hat noch immer einen Traum:

Ich habe einen Traum, und ich glaube, Gott träumt diesen Traum auch. […] Es ist der Traum von der großen weltweiten Familie, zu der wir alle gehören. […] Da gibt es keine Außenseiter. Alle gehören dazu, Schwarze und Weiße, Reiche und Arme, […] Unversehrte und Behinderte, Frauen und Männer, Schwule, Lesben und Heteros, einfach alle, ohne Ausnahme.

Aber so sieht unsere Welt nicht aus, denn wir Menschen gehen oft grausam miteinander um. Die Grausamkeiten entstehen, weil wir immer wieder versuchen, irgendwelche Grenzen zwischen uns zu ziehen. Zwischen Juden und Deutschen. Zwischen katholischen und protestantischen Nordiren. Zwischen weißen und schwarzen Südafrikanern. Gott aber sagt: Nein! Tut es nicht!

Desmond Tutu
Ich habe einen Traum, Der 100. Wunsch zur Rettung der Welt,
http://www.zeit.de/2006/01/Traum_2fTutu

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4604
„Bildung ist ein großer Schlüssel zum Glück. Viele denken, Bildung mache die Menschen unglücklicher, weil sie mehr über Dinge grübelten. Aber so sehr uns Materielles sättigt, können wir vom Wissen praktisch nie genug kriegen. Wenn ich trainiere, neugierig zu bleiben in meinem Leben, habe ich immer wieder dieses Erlebnis: Ach, das wusste ich noch nicht!“

Eckart von Hirschhausen, Kabarettist und Neurologe.

Eckhart von Hirschhausen, „Vom Glück verfolgt“ von Britta Gürke
In: Schwäbisches Tagblatt, 16. Februar 2008, Magazin S. 1


https://www.kirche-im-swr.de/?m=4603
Zum heutigen Erntedankfest:

Iss Dein Brot und trink Deinen Wein
und sei dankbar und fröhlich dabei.
So hat es Gott für die Menschen vorgesehen und so gefällt es ihm.
Nimm Dein Leben als ein Fest: Trag immer frisch gewaschene Kleider und salbe dein Haupt mit duftendem Öl.
Genieße jeden Tag mit dem Menschen, den Du liebst, solange das Leben dauert, das Gott Dir unter der Sonne geschenkt hat.
Wenn sich Dir die Gelegenheit bietet etwas zu tun, dann tu es mit vollem Einsatz. Denn Du bist unterwegs zu dem Ort, von dem kein Mensch wiederkehrt.

Die Bibel, aus dem neunten Kapitel des Predigers Salomo
(Verse 7 und 9-10)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4602