Manuskripte

SWR3 Worte

06SEP2008
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Veronika Peters, eine deutsche Autorin, wird gefragt: An welchen Gott glauben Sie?

Sie antwortet:
An den, der viele Namen trägt, ohne beliebig zu sein. Der sich in vielerlei Gestalten offenbart und trotzdem der Eine ist. Der sich nicht einengen lässt von Religionen. Früher wollte ich in einer Konfession zu Hause sein, heute muss ich das nicht mehr. Überhaupt kann ich besser mit offenen Fragen leben. Allgemeingültige Antworten und fromme Reden sind meine Sache nicht – heute nicht und damals im Kloster auch nicht. Mehr als zwölf Jahre habe ich dort gelebt, ich habe diesen Ort geliebt. Aber ich vermisse wenig aus dieser Zeit, letztlich nur einzelne Menschen, einige sehr eindrucksvolle, liebenswerte Frauen. Ich bin froh und stolz, dass ich mit ihnen zusammengelebt habe. Doch ich bin heute zufriedener. Ich fühle mich in meinem Leben so zu Hause, wie ich es mir immer gewünscht habe.

(Chrismon, 02.2008, Hansisches Drucks- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4400
05SEP2008
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Veronika Peters, deutsche Autorin, über den Tod

Ich möchte auch so leben, dass ich am Ende sagen kann: „Es war gut so. Es ist nicht alles ganz glatt und gerade, viele Fragen bleiben offen, aber nun kann ich mein Leben abgeben - an wen oder was auch immer.“
Davon bin ich aber noch weit entfernt. Der Tod macht mir Angst. Ich fürchte die Auslöschung. Ich bin verkracht mit dem Tod, die Sterblichkeit geliebter Menschen empfinde ich als inakzeptabel. Der Tod macht die Liebe so zerbrechlich. Sind Sie damit einverstanden, dass Menschen, die Sie lieben, sterblich sind? Kein bisschen, oder?

(Chrismon, 02.2008, Hansisches Drucks- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4399
04SEP2008
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Du siehst Dinge
und fragst: „Warum?“
Aber ich träume
von Dingen,
die es nie gegeben hat,
und sage:
„Warum nicht?“

George Bernhard Shaw

(in: Bibel heute, 4. QUARTAL 2007, Bd. 172: Die Bergpredigt, Katholisches Bibelwerk e.V. Stuttgart, S. 7)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4398
03SEP2008
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Als unverlierbaren Kinderglauben habe ich mir den an die Wahrheit bewahrt. Ich bin der Zuversicht, daß der aus der Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse.
Wir alle müssen darauf vorbereitet sein, daß das Leben uns den Glauben an das Gute und Wahre und die Begeisterung dafür nehmen will. Aber – wir brauchen dem Leben die Begeisterung nicht preiszugeben.

Albert Schweitzer, Friedensnobelpreisträger

(aus: Albert Schweitzer: Worte über das Leben. Herder 1999, S. 88)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4397
02SEP2008
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Albert Schweitzer, Arzt, Philosoph, Theologe und Musiker schreibt:

Noch ein anderes bewegt mich, wenn ich an meine Jugend zurückdenke: die Tatsache, dass so viele Menschen mir etwas gaben oder etwas waren, ohne dass sie es wussten ... So weiß auch keiner von uns, was er wirkt und was er Menschen gibt. Manchmal dürfen wir ein klein wenig davon sehen, um nicht mutlos zu werden.

(aus: Albert Schweitzer: Worte über das Leben. Herder 1999, S. 85f)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4396
01SEP2008
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Dieter Frey ist Professor für Wirtschaftspsychologie. Gegenüber dem manager magazin sagt er:

Die Manager sind zu wenig an der Basis. Oft wird schlecht kommuniziert, die Erwartungen sind wenig transparent. Die Konsequenz ist, dass die Menschen den Eindruck haben, alles werde immer härter und unmenschlicher. Damit nehmen sie auch eine resignative Haltung ein. Ein hoher Prozentsatz der arbeitenden Bevölkerung hat innerlich gekündigt.
Die Gegenstrategie kann nur sein, das vorhandene Potenzial zu aktivieren. Das bedeutet ganz konkret: Menschen mehr Freiräume geben, sie entsprechend ihrer Fähigkeiten und Talente einsetzen, mehr Hintergrundinformationen und dadurch Sinn vermitteln. Dies erhöht die Leistung und Zufriedenheit und schließlich den ökonomischen Erfolg.

(aus:"Dann wird das Land regierungsunfähig", von Henrik Müller in Heft 3/2008 des manager magazins, Hamburg)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4395
31AUG2008
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Der Rand ist nicht deshalb so wichtig, weil er Rand ist, sondern weil auch er zum Ganzen gehört.
Man hat es Jesus angekreidet, daß er der Freund der Zöllner und Sünder war, daß er sich in „schlechte Gesellschaft“ begeben hat. Gewiß kann man sein Verhalten missdeuten, als ginge es ihm bloß um ein bisschen Gesellschaftskritik, um ein bisschen exzentrische Sympathie, um einen Protest gegen die Etablierten. Nein, Jesus, in dem das Herz Gottes schlägt, geht es ums Ganze, geht es um alle. Der Rand ist nicht deshalb so wichtig, weil er Rand ist, sondern weil auch er zum Ganzen gehört.

Klaus Hemmerle, früherer Bischof von Aachen
(aus: Klaus Hemmerle: Gottes Zeit – unsere Zeit, Verlag Neue Stadt, München, Zürich, Wien 1994, S. 62)
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4394