Manuskripte

SWR3 Worte

Eine Kirche,
ein ruhiger Pol in all dem Hetzen,
ein Ort zum ruhig werden.
Ich gebe mich der Stimmung hin,
werde leicht,
lasse alles hinter mir.
Ich spüre die Gemeinschaft,
ich weiß,
dass ich nicht alleine bin,
sondern jemand da ist,
der bei mir ist.
Jetzt
bin ich stark genug
Für meine Probleme.
Und ich laufe hinaus
Ins Leben.



zitiert aus: „Fit für Gott“, Gebete und Texte junger Christen
Hrsg. v. Marcus C. Leitschuh, Verlag Pattloch, 1998 - S. 98

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4048
Lausche, mein Sohn, den Lehren des Meisters, neige das Ohr deines Herzens…
Stehen wir … endlich einmal auf! Die Heilige Schrift rüttelt uns wach und ruft: "Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen."
Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht, und hören wir mit aufgeschrecktem Ohr, wozu uns die Stimme Gottes täglich mahnt und aufruft.
“Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede!
Meide das Böse und tue das Gute!
Suche Frieden und jage ihm nach!
Wenn ihr das tut, blicken meine Augen auf euch, und meine Ohren hören auf eure Gebete; und noch bevor ihr zu mir ruft, sage ich euch: Seht, ‚Ich bin da’".

Mönchs-Regel des Heiligen Benedikt - Prolog

zitiert aus: Bibliothek der Kirchenväter - http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2032.htm

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4047
Man sagt, dass die Dinge wertvoll sind, die einen großen Preis haben – und das zu recht… Aber was ist wertvoller als die Liebe, meine Brüder? Was ist eurer Meinung nach ihr Preis? Und wie ist sie zu bezahlen?
Der Preis einer Länderei oder der von Weizen ist mit deinem Geld zu bezahlen. Den Preis einer Perle wiegt dein Gold auf. Doch der Preis der Liebe bist du selber.
Wenn du ein Feld kaufen willst, ein Schmuckstück, ein Tier, so suchst du die nötigen Finanzen zusammen, schaust dich nach ihnen um. Doch wenn du die Liebe besitzen willst, dann suche nur dich selbst; dich selber musst du finden.
Die Liebe … spricht durch den Mund der Weisheit…: „Gib dich selbst hin!“

Augustinus von Hippo, Kirchenlehrer – über den Preis der Liebe

https://www.kirche-im-swr.de/?m=4046
Ich finde die Einrichtung der Beichte etwas sehr Menschliches.
Weil die Gegenseite ans Schweigegebot gebunden ist, und der Mensch sich erleichtern kann, von dem was ihn bedrückt. Eine sehr menschliche Geste. Keine öffentliche Anklage, man macht das in dem Beichtstuhl aus.
Die Beichte ist etwas sehr Gutes.

Günther Grass lobt die Beichte in der Kirche

zitiert aus: Interview Aldo Parmeggiani mit Günther Grass – Radio Vatikan, 23. April 2008 – gefunden auf http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=201138
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4045
Eines Abends ging ich am Strand spazieren.
Der Wind blies heftig, und die See war aufgewühlt. Die Wellen bildeten sich weit draußen und brachen über den Strand herein, prallten auf Felsen und brachen sich, wurden zu Schaum und Tröpfchen. Kleine Kiesel… und … Muscheln wurden … an den Strand geworfen, die Felsen aber standen da, inmitten der Wogen, … fest und unerschütterlich, so als ob alles ruhig wäre...
Ist das Meer nicht eine Gleichung für unser Leben und die menschliche Existenz? … Gleichen die Winde nicht den Versuchungen, die auf uns einstürmen, und den unvorhergesehenen Schlägen des Lebens? Das, glaube ich, ging König David durch den Kopf, als er im Psalm schrie: „… Lass nicht zu, Herr, dass die Flut mich überschwemmt, die Tiefe mich verschlingt«.

Gregor von Nazianz, Bischof im vierten Jahrhundert, Auf Fels gebaut

zitiert aus: Evangelium Tag für Tag – online
https://www.kirche-im-swr.de/?m=4044
Heutzutage ist die schlimmste Krankheit im Westen nicht die Tuberkulose oder die Lepra, sondern das Gefühl, unerwünscht, ungeliebt und verlassen zu sein. Wir können körperliche Krankheiten durch die Medizin heilen; das einzige Mittel gegen Einsamkeit, Verwirrung und Verzweiflung aber ist die Liebe. Viele Menschen sterben auf dieser Welt, weil es ihnen an Brot fehlt; weitaus mehr Menschen sterben jedoch, weil es ihnen an ein wenig Liebe fehlt. Die Armut im Westen ist anderer Art: es handelt sich nicht nur um Armut auf Grund von Einsamkeit, sondern auf Grund des Mangels an Spiritualität. Es gibt einen Hunger nach Liebe, und es gibt einen Hunger nach Gott.

Mutter Teresa von Kalkutta – Ein leichter Weg

zitiert aus: Evangelium Tag für Tag - http://www.evangeliumtagfuertag.org/ https://www.kirche-im-swr.de/?m=4043
… Bei einer (Polonäse im Freien) gelang es mir, meine etwa gleichaltrige Dame zu verlieren. Da entwich ich von den Menschen in die warme, wunderbare Sternennacht ganz allein. Das Erlebnis einer solchen (Sommer-)Nacht kann man in Worten nicht wiedergeben, wohl aber den Gedanken, der mir aufstieg, als das Erlebnis abklang.
In der unaussprechbaren Herrlichkeit des Sternhimmels war irgendwie Gott gegenwärtig. Zugleich aber wusste ich, dass die Sterne Gaskugeln sind, aus Atomen bestehend, die den Gesetzen der Physik genügen. Die Spannung zwischen diesen beiden Wahrheiten kann nicht unauflöslich sein. Wie aber kann man sie lösen? Wäre es möglich, auch in den Gesetzen der Physik einen Abglanz Gottes zu finden?

Carl Friedrich von Weizsäcker: Sternenhimmel

zitiert aus: Süddeutsche Zeitung, 30.4.2007 –
dort zitiert: "Philosophie in Selbstdarstellungen II" - 1975

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