Manuskripte

SWR3 Worte

„Der Tag von gestern,
alle Tage und alle Jahre deines Lebens,
sind nun vorüber und Vergangenheit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern.
Hat es dabei Scherben gegeben?
Dann pass auf, dass sie dich nicht verletzen.
Es gibt Scherben, die wirst du los,
wenn du sie Gott in die Hände legst.
Es gibt Scherben, die kannst du selbst heilen,
wenn du ehrlich vergibst.
Und es gibt Scherben,
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegenlassen.“

Phil Bosmans;

Für jeden freien Tag, Band 8, AMD Stuttgart, 1979
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Der neue Kinofilm „Schmetterling und Taucherglocke“
zeigt das Leben von Jean-Dominique Bauby.
Der durch einen Hirnschlag vollkommen gelähmte
Mann sagt über das Beten:
„Unter allen Himmelsstrichen hat man für mich
die verschiedensten Geister angerufen.
Ich versuche, etwas Ordnung
in diese weitläufige Bewegung der Seelen zu bringen.
Aber das alles hat noch zu keinem außergewöhnlichen Ergebnis geführt.
Und alle diese Bemühungen sind auch nur eine Mauer aus Sand
neben den kleinen Gebeten,
die meine Tochter Céleste jeden Abend an ihren lieben Gott richtet,
ehe sie die Augen schließt.“

Jean-Dominique Bauby

Schmetterling und Taucherglocke
Paul Zsolnay Verlag, Wien 1997

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3550
„Ich wurde nicht erzogen, sondern geliebt.
Bedingungslos und zärtlich.
Wahrscheinlich wäre ich von meinen Eltern verwöhnt worden,
wenn sie genug Geld gehabt hätten. Zum Glück hatten sie es nicht.
So war es nicht viel, was mir meine Eltern mit auf den Weg geben konnten.
Aber das Wenige war genau das Richtige.
An den langen Winterabenden erzählte mir meine Mutter
drei Sorten von Geschichten: unwahre, halbwahre und wahre.
Ich hörte alle drei Sorten gleichermaßen gern.
Die Märchen waren am unterhaltsamsten.
Aber es ließ sich im Leben nicht viel damit anfangen.
Die Sagen und Legenden schärften den Geist,
denn sie beschäftigten mich mit der Frage,
was daran wohl wahr und was unwahr sein könnte.
Die biblischen Geschichten aber, die machten mich fit fürs Leben,
ohne dass ich es merkte.“

Christian Nürnberger und Petra Gerster;

Der Erziehungsnotstand – wie wir die Zukunft unserer Kinder retten
Rowohlt-Verlag, Berlin 2001

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Der neue Kinofilm „Schmetterling und Taucherglocke“
zeigt das Leben von Jean-Dominique Bauby.
Der durch einen Hirnschlag vollkommen gelähmte
Mann sagt über den Sinn des Lebens:
„Ich bekomme bemerkenswerte Briefe.
Ich lese jeden Brief gewissenhaft selbst.
Manchen fehlt es nicht an Ernst.
Sie sprechen vom Sinn des Lebens, von der Überlegenheit der Seele,
vom Geheimnis jeder einzelnen Existenz.
Und gerade die Menschen,
mit denen ich die oberflächlichsten Beziehungen hatte,
behandeln diese Grundfragen am ausführlichsten.
Ihre Unbekümmertheit verbarg Tiefen.
War ich blind und taub,
oder bedarf es unbedingt der Beleuchtung durch ein Unglück,
um einen Menschen in seinem wahren Licht zu zeigen?“

Jean-Dominique Bauby

Schmetterling und Taucherglocke
Paul Zsolnay Verlag, Wien 1997

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3548
„Deine Kinder sind nicht deine Kinder.
Sie kommen durch dich, aber nicht von dir;
und obwohl sie bei dir sind, gehören sie dir nicht.
Du kannst ihnen deine Liebe geben,
aber nicht deine Gedanken.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele,
weil ihre Seele im Haus von morgen wohnt.
Denn das Leben geht nicht rückwärts
und verweilt nicht beim Gestern.
Du bist der Bogen, von dem deine Kinder
als lebende Pfeile abgeschossen werden.“

Kalil Gibran

Für jeden freien Tag, Band 1
AMD Stuttgart, ohne Jahr

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„Als eine alte Dame wegen verschiedener Beschwerden
zum Arzt ging, meinte dieser:
Ich kann sie leider nicht jünger machen.
Da lachte die Dame und antwortete:
Ich will auch gar nicht jünger werden.
Aber ich möchte gerne noch älter werden.“

Für jeden freien Tag, Band 5
AMD Stuttgart 1976

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3546
Der Sänger der Boyband „US 5“, Jay, sagt über sein erstes Tattoo:
„Mir war es wichtig, dass das Bild eine positive Botschaft hat.
Deshalb habe ich die ursprüngliche Vorlage
noch um den Schriftzug ´Savior` erweitern lassen.
Das steht für Jesus, unseren Retter.
Darüber steht ´Aeternitas`, das lateinische Wort für Ewigkeit,
als Symbol für den ewigen Glauben.
Und ich habe auch noch die Anfangsbuchstaben
vom Namen meiner Mutter aufgenommen.
Ich dachte mir eben: entweder ganz oder gar nicht.“

Jay im Gespräch mit Yvonne Huckenholz; Bravo 7/2008, 6. Februar 2008
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