Manuskripte

SWR3 Worte

Die hoch entwickelte Gesellschaft ist kein Null- Summenspiel.
Wer gibt, gewinnt.
Das Gesetz lautet 1+1=3.
Die Kultur der Großzügigkeit kennt noch eine andere Formel 2-1=3.

Beim Teilen wird vieles mehr.
Denn Geben ist- richtig verstanden und klug organisiert-
eine Investition in soziales und humanes Kapital.
Dieses Kapital nutzt sich beim Gebrauch nicht ab, sondern wird mehr.

Thomas Ramge, „nach der Ego- Gesellschaft“
Fastenkalender 2008, Verschwendung! 7 Wochen ohne,
Bestellnummer: 447, ISBN: 978-3-938704-47-9, 3
28. Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3211
Wir unterwerfen uns dem Diktat der Uhr, versuchen, Zeit zu sparen, statt sie sinnvoll zu nutzen.

Wir bauen Chronometer, die in Millionen Jahren nur Sekundenbruchteile an Genauigkeit verlieren, verbringen aber Monate des Lebens im Stau.

Wir verdichten die Zeit und quetschen sie aus, telefonieren beim Kochen, essen bei der Arbeit- und werden zu Simultanten.

Wir sind verantwortlich für den Tempowahn und werden dessen Opfer.
Am Ende aber haben wir keine Minute gewonnen, denn das Leben ist endlich.

Geo- Wissen
Fastenkalender 2008, Verschwendung! 7 Wochen ohne,
Bestellnummer: 447, ISBN: 978-3-938704-47-9, 3
4. Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3210
Freundschaft ist keine Belohnung für unser feines Gespür und unseren guten Geschmack, einander zum Freund zu wählen.

Freundschaft ist das Werkzeug, mit dem Gott jedem die Schönheiten der anderen offenbart.

Carl Lewis
Fastenkalender 2008, Verschwendung! 7 Wochen ohne,
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40.Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3209
Der Fernsehmoderator Markus Lanz meint:

Wir gehen geizig mit der Zeit um!
Ja, wir sollten unsere Zeit auch mal verschwenden, ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen.
Wir sollten uns den Luxus gönnen, uns öfter mal treiben zu lassen, nichts zu tun.

Ich nenne das „Biene- Maja- Wellness“ - einfach auf einer Wiese sitzen und den Bienen zusehen….
Wir leben in einer Welt, in der man uns glauben machen will, dass man Menschen triezen, trimmen und tiefer legen kann.

Deshalb erfinden Super-Manager Begriffe wie „Quality-Time“ und erzählen uns, dass es nichts bringen würde, unsere Kinder einen Tag lang auf dem Kinderspielplatz zu beobachten.

Stattdessen sei es besser, sich eine Stunde lang intensiv um sie zu kümmern und auf allen Vieren durchs Wohnzimmer zu kriechen.
Ich glaube, das ist riesengroßer Blödsinn!

Fastenkalender 2008, Verschwendung! 7 Wochen ohne,
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7. Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3208
Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages zum Thema Geiz:

Nein, Geiz ist nicht geil.
Er ist bloß eine dem brutalen Kapitalismus angemessene Verhaltensweise:

ständig an sich selber denken müssen, rechnen und kleinkariert sein.

Wie befreiend dagegen, Zeit und Aufmerksamkeit und, ja auch Geld, für andere Menschen verschwenden,
aus dem Gefängnis der Ichsucht und der berechnenden Kalkulation ausbrechen zu können

und den wirklichen Reichtum der Welt, die Schönheiten des Lebens, die Vielfalt der Menschen und das Geschenk des Verschenkens zu erleben!

am Schluss (aber) wird man genau dadurch reicher:

außer sich sein, um endlich bei sich selbst ankommen zu können.

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38.Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3207
Der Wirtschaftsjournalist Jochen Mai sagt:

Eines meiner Lieblingsgleichnisse ist das von den anvertrauten Talenten.
Es sagt zweierlei:
Erstens,
jeder Mensche hat mindestens eine Gabe bekommen, es gibt keine Mittellosen im Reich Gottes… völlige Talentfreiheit ist ein Mythos.

Zweitens, jeder ist dazu aufgefordert, aus seinen Gaben etwas zu machen und sie im Sinne des Gebers zu verwenden.

Leider geizen einige damit, indem sie ihre Gaben verleugnen, klein reden oder gar ignorieren.
Das sind die Unzufriedenen, die sich in einer ewigen „wenn-dann-Schleife“ drehen „wenn ich doch nur dies und das hätte,… dann könnte, würde ich. …

Als Christen sind war dazu gehalten, etwas aus dem zu machen, was uns anvertraut wurde.
Wir sollen es einsetzen und vermehren, vielleicht sogar für andere positiv verschwenden.

Das müssen nicht immer große Dinge sein.
Kleine reichen völlig. Hauptsache, wir vergraben nichts.

Fastenkalender 2008, Verschwendung! 7 Wochen ohne,
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32. Tag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=3206
„Stellt euch vor, einer von euch hat hundert Schafe und eines davon verläuft sich.
Lässt er dann nicht die neunundneunzig allein in der Steppe weitergrasen und sucht das Verlorene so lange, bis er es findet?

Und wenn er es gefunden hat, dann freut er sich und nimmt es auf die Schultern und trägt es nach Hause.
Dort ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen:

Freut euch mit mir, ich habe mein verlorenes Schaf wieder gefunden!
Ich sage euch: Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt,
als über neunundneunzig andere, die das nicht nötig haben.“

Aus dem Evangelium nach Lukas
Luk 15,4-7, Übersetzung: Gute Nachricht


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