Manuskripte

SWR3 Worte

Unser ganzes Leben ist erstaunlich moralisch. Es gibt darin keinen Moment lang Waffenstillstand zwischen Tugend und Laster. Güte ist die einzige Kapitalanlage, welche nie verloren geht. In den Harfenklängen, die die Welt umzittern, ist sie der ewige Grundton, der uns erbeben lässt. Die Harfe ist der Geschäftsreisende für die Weltall-Versicherungs-Gesellschaft, der ihre Statuten anpreist; und unser bisschen Gut-Sein ist die ganze Einlage, welche wir bezahlen.

Henry David Thoreau (1854), Walden – oder das Leben in den Wäldern (The Riverside Press, Cambridge 1906)
Zitiert nach: "Walden oder Leben in den Wäldern", deutsche Übersetzung 1979 Diogenes Verlag, Zürich




https://www.kirche-im-swr.de/?m=2083
Ich finde die Reichen viel ärmer. Manchmal sind sie innerlich viel einsamer. Sie sind nie zufrieden. Sie brauchen immerzu noch mehr. Ich sage nicht, dass sie alle so sind; die Menschen sind verschieden. Aber ich finde, diese Art Armut ist kaum zu beseitigen. Der Hunger nach Liebe ist schwieriger zu beseitigen als der Hunger nach Brot.
Das ist ein schreckliches Leiden; so schwierig, weil du nichts machen kannst. Das ist die größte Armut. Du fühlst dich ganz hilflos. Aber wenn du einen Menschen hast, der an Hunger stirbt: Gib ihm zu essen – und das Problem ist gelöst!

Mutter Teresa im Interview im time-Magazin, 1989
Zitiert nach: http://www.time.com/time/reports/motherteresa/t891204.html


https://www.kirche-im-swr.de/?m=2082
Ich vergesse nie ein kleines Kind, einen Hindujungen von vier Jahren. Er hatte irgendwie gehört: "Mutter Teresa hat keinen Zucker für ihre Kinder." Er ging nach Hause zu seinen Eltern und sagte: "Ich will drei Tage lang keinen Zucker essen, ich schenke ihn Mutter Teresa." Nach drei Tagen mussten seine Eltern ihn zu mir bringen, und er schenkte mir ein kleines Gläschen Zucker. Wie sehr liebte das kleine Kind! Es liebte, bis es weh tat. Vergessen Sie nicht, dass es viele Kinder, viele Frauen, viele Männer auf dieser Welt gibt, die das nicht haben, was Sie haben, und denken Sie daran, dass Sie auch jene lieben, bis es weh tut.

Mutter Teresa in ihrer Dank-Rede zur Verleihung des Friedens-Nobelpreises,
Oslo 1979
Zitiert nach: http://www.dadalos-d.org/deutsch/Vorbilder/vorbilder/theresa/nobelpreis.htm


https://www.kirche-im-swr.de/?m=2081
Ich liebe alle Religionen, aber ich bin verliebt in meine eigene. Keine Diskussion. Das müssen wir allen zeigen und beweisen. Wenn sie sehen, was ich tue, dann sehen sie auch, dass ich verliebt bin in Jesus.
Und wenn sie Frieden haben wollen und Freude, dann sollten die anderen Jesus auch finden. Wenn die Leute bessere Hindus werden, bessere Muslime oder Buddhisten, weil sie unsere Liebe sehen – dann wächst doch bei ihnen schon etwas. Sie kommen näher und näher zu Gott. Und wenn sie noch näher kommen wollen, werden sie sich entscheiden.
Mutter Teresa, im Time-Magazin 1989 – heute vor zehn Jahren ist Mutter Teresa gestorben

Zitiert nach: http://www.time.com/time/reports/motherteresa/t891204.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=2080
Europa erscheint oft… zerrissen, … geprägt von dem Gegensatz zwischen arm und reich. In Europa haben viele Menschen die Orientierung verloren, das Bewusstsein für gemeinsame Werte und Grundlagen.
… Ich sehe die Situation als Herausforderung. ... Gemeinsam (von Jesus Christus) zu reden mitten in der Säkularisierung, kann neue Hoffnung wecken in den Kirchen und weit darüber hinaus. Zu entdecken, dass ein orthodoxer Christ aus Bulgarien, eine Katholikin aus Spanien und ein Lutheraner aus Polen einen gemeinsamen Glauben teilen, dieselbe Bibel lesen, das Vaterunser miteinander sprechen können, das wird den Kirchen neuen Mut geben zu entdecken: Uns verbindet mehr als uns trennt! Und wir können etwas beitragen zur Erneuerung und Einheit in Europa.

Landesbischöfin Margot Käßmann zur ökumenischen Versammlung der europäischen Kirchen in Sibiu – die fängt heute an.
Zitiert nach: www.oekumene3.eu

https://www.kirche-im-swr.de/?m=2079
Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht leben konnte, was es zu lehren hatte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ging, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das Leben, was nicht Leben war. Das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig; ich wollte tief leben. Alles Mark des Lebens aussaugen; so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde.

Henry David Thoreau (1854), Walden – oder das Leben in den Wäldern (The Riverside Press, Cambridge 1906, S. 100-101 Zitiert nach: "Walden oder Leben in den Wäldern", deutsche Übersetzung 1979 Diogenes Verlag, Zürich, S. 98 f https://www.kirche-im-swr.de/?m=2078
Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst,
so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder,
deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein;
sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten.
Nein, wenn du ein Essen gibst,
dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein.
Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten;
es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Jesus: Wen du einladen sollst – gelesen im Lukasevangelium
Zitiert nach: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=2077