Manuskripte

SWR3 Worte

Aus Ps 139

13 Du hast meine Nieren bereitet
und hast mich gebildet im Mutterleibe.
14 Ich danke dir dafür,
dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke;
das erkennt meine Seele.
15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, /
als ich im Verborgenen gemacht wurde,
als ich gebildet wurde unten in der Erde.
16 Deine Augen sahen mich,
als ich noch nicht bereitet war,
und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,
die noch werden sollten und von denen keiner da war.
17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so groß!
18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand:
Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Die Bibel, Aus Ps 139

https://www.kirche-im-swr.de/?m=1632
Was ist eigentlich Mission? der Theologe Fullbert Steffensky meint:

„Mission heißt(...) Da steht jemand für eine Idee ein. Ich will es an einem Beispiel sagen: Unsere Enkelkinder sind wundervoll, aber es ist schwer, sie sonntags in die Kirche zu kriegen. Wie missioniere ich sie? Indem ich sonntags in die Kirche gehe. Sie haben keine Lust, ich bleibe dabei und gebe nicht auf. Erziehen heißt, Kinder in Widerstände verwickeln. Dass Christen durch ihre Haltung erkennbar sind, das ist die Mission. Mehr gibt es nicht.

Fullbert Steffensky; Was ist eigentlich Mission
in: Chrismon 6/07 S. 25

https://www.kirche-im-swr.de/?m=1631
Der Paartherapeut Martin Koschorke meint:

Es gibt einen Unterschied zwischen Streiten und Kämpfen. Beim Kampf muss es einen Sieger und einen Verlierer geben. Paare, die streiten, zeigen, dass sie aneinander interessiert sind. Wenn ich nicht mehr streite, habe ich kein Interesse mehr am anderen. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass oder Streit, sondern Gleichgültigkeit.

Martin Koschorke; Aus: Chrismon Plus rheinland, Das Magazin zum Kirchentag, Ausgabe 2, 7.6.07, S. 7
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1630
Es reicht (also) nicht aus, einfach nur zu lieben und einem anderen Lebewesen "das Beste zu wünschen". Solange ich nicht weiß, was eine Pflanze, ein Tier, ein Kind, ein Mann, eine Frau brauchen und solange ich nicht von meinen Vorstellung, was für den anderen das Beste ist, und von meinem Wunsch ihn zu kontrollieren, ablassen kann, ist meine Liebe destruktiv - ein Kuss des Todes.

Erich Fromm, Psychoanalytiker und Philosoph

Erich Fromm; Mit Erich Fromm die Liebe zum Leben entdecken
Herder Verlag, 2006, S. 104.


https://www.kirche-im-swr.de/?m=1629
Lieber Schmerz empfinden, als nichts mehr zu fühlen, das findet Erich Fromm, wenn er sagt:

Je mehr jemand das Leben liebt, desto mehr muss er fürchten, unter der ständigen Bedrohung [...] des Lebens zu leiden. Dies ist tatsächlich so, besonders heute. Wer sich vor diesem Schmerz zu bewahren versucht, indem er dem Leben gegenüber gleichgültig wird, der erzeugt nur einen noch größeren Schmerz. Jeder zutiefst depressive Mensch kann bestätigen, dass ein Gefühl der Trauer eine Erlösung von der Qual bedeuten würde, gar nichts zu fühlen.
Glücklich zu sein ist nicht das Wichtigste im Leben, sondern lebendig zu sein.

Erich Fromm; Mit Erich Fromm die Liebe zum Leben entdecken
Herder Verlag, 2006, S. 149.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=1628
Schon vor 50 Jahren warnte der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm, dass der Mensch nur noch als Ware behandelt würde. Aber der Mensch bleibt ein Mensch, meint er wenn er sagt:

Die Menschen finden mehr Gefallen an mechanischen Apparaten als an lebendigen Wesen. Die Begegnung mit andern Menschen erfolgt auf einer intellektuell-abstrakten Ebene. Man interessiert sich für sie als Objekt […] aber nicht für lebendige Einzelwesen.
All dies geht Hand in Hand mit einer ständig zunehmenden Bürokratisierung. […]Die Menschen und die, welche sie verwalten, verwandeln sich in Dinge, und sie gehorchen den Gesetzen von Dingen.
Aber der Mensch ist nicht zum Ding geschaffen.

Erich Fromm; Mit Erich Fromm die Liebe zum Leben entdecken
Herder Verlag, 2006, S. 18f.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=1627
Gebet des libenesischen Dichters Yussuf Assaf

lass mich erkennen, Herr,
dass die Liebe eine Kraft ist,
die durch Übung wächst,
und die verkümmert,
wenn wir sie vernachlässigen.

Lass mich verstehen, Herr,
dass das Leben eine Gnade ist,
die schnell verrinnt,
und die wir nutzen sollten,
um sie fruchtbar zu machen.

Die Liebe und das Leben
sind das Echo der Ewigkeit
im Meer dieses Seins.
Die Liebe und das Leben
sind das Licht der Gestirne
im Dunkel der Nacht.

Simon Yussuf Assaf; Herr;
Deine Lieder sind meine Lieder, Recht bei Drs. Yussuf et Ursula Assaf B.P. 150, Jounieh – Libanon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=1626