Manuskripte

SWR3 Worte

Claudia Schreiber läßt Gott predigen
Über das Miteinander seiner Kinder in den unterschiedlichen Religionen

... Ein neues Gebot gebe ich euch:
Hört auf mit dem Tinnef!
Vertragt euch alle miteinander,
Ruhe im Stall.
Das Maß ist voll,
es reicht mir.
Müßt ihr immer streiten?
Wie oft muss ich das noch sagen?
Jeder räumt jetzt sein Zimmer auf,
aber sofort.

Claudia Schreiber, Ihr ständiger Begleiter. München Zürich 2007, S. 168
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1551
Die Autorin Claudia Schreiber lässt Gott predigen:

Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott.
Am Ende hat es mir die Sprache verschlagen.
Auf so vielen Kanzeln und Podesten
werden mir meine Worte im Mund herumgedreht,
zu Politik gemacht ... dass mir schlecht davon wird.
Mein Wort wird so manches Mal von Menschen im Munde geführt,
von denen ich nicht mal angespuckt werden will.
Wahrlich ich sage dir:
Ich bin in allen Gotteshäusern und in allen Tempeln
und in der Wüste und im Meer und unter der Erde derselbe,
ob du damit leben kannst oder nicht.
Wenn ein christlicher Missionar loszieht und einen Moslem verbiegen will,
so ist das zu nichts nutze,
außer dass er eine schöne Reise unternimmt.
Denn keiner hat mich oder hat mich nicht.
Ich heiße wie immer ich gerufen werde.
Alle sind richtig,
keiner kennt mich genau oder begreift mich für sich allein.
Fastet für mich an Ramadan,
singt mir Lieder zu Weihnachten,
steckt mir Briefe in die heilige Mauer´,
bleibt einfach lange still oder tanzt
oder lasst Gebete im Winde flattern wie Fahnen...
Claudia Schreiber, Ihr ständiger Begleiter. München Zürich 2007, S. 168
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1550
Desmond Tutu, Bischof und fast achtzigjähriger Kämpfer gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Südafrika sagte auf dem Kölner Kirchentag

Als Jesus seine Kreuzigung ankündigte
hat er da gesagt:
Ich will alle zu mir ziehen?
oder hat er gesagt
ich will so ein paar zu mir ziehen.
Nein!
Jesus sagt:
Ich will alle alle zu mir ziehen!
Denn Gott liebt alle:
Die Armen und die Reichen,
die Weißen und die Gelben und die Roten und die Schwarzen auch
und die Dicken und die Dünnen
die schönen Kinder Gottes
und die nicht ganz so schönen.
Alle alle alle
auch Bush...
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1549
Die Schriftstellerin Claudia Schreiber lässt in ihrem Buch
„Ihr ständiger Begleiter“ Gott selbst zu Wort kommen- für uns:

Mensch mein,
der du bist auf Erden:
Jeder einzelne ist mir heilig.
Dein Himmel entstehe,
dein Wille geschehe
in deinem Leben auf Erden.
Schaff dein Auskommen selbst,
und schütze das deines Nächsten
in aller Gerechtigkeit,
gemeinsam schafft ihr das schon.
Vergebt euch gegenseitig.
Wälz deine Verantwortung nicht mehr auf andere,
denn du hast Kraft genug, gut zu sein.
Mensch, freu dich endlich an dem was du hast,
und sei herrlich bis in alle Ewigkeit.

So soll es sein

Claudia Schreiber, Ihr ständiger Begleiter. München Zürich 2007, S. 192
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1548
Der südafrikanische Bischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu auf dem Kirchentag in Köln:

Gott fragt nicht danach ob du getauft bist oder jeden Sonntag in die Kirche gehst
Gott fragt:
Hast du den Hungernden zu essen gegeben?
Hast du den Nackten gekleidet?
Hast du den Gefangenen besucht?

Wer von uns wollte Mahatma Gandhi sagen,
du bist zwar ein guter Mensch aber kein Christ
du kommst nicht in den Himmel
oder wer wollte das dem Dalai Lama sagen.

Und kichernd fügt er hinzu
God is no christ!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1547
Auf dem Kirchentag in Köln gab es
Debatten um das Gespräch zwischen Christen und Muslimen.
Desmond Tutu, Bischof und Friedensnobelpreisträger, hat viele Jahre gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Südafrika gekämpft.
und nun sagt er:
Manche sagen, der Islam sei eine gewalttätige Religion.
Das ist eine Lüge.
Es gibt gute und böse Muslime
So wie es gute und böse Christen gibt
Und Hindus und Buddhisten und Atheisten.
...
Und wer sind wir Christen
Dass wir mit dem ausgestreckten Finger auf andere zeigen.
Die deutschen Christen
Der Ku-Klux Clan
Protestanten und Katholiken in Nordirland
Das Apartheidsregime: in Südafrika zu hundert Prozent Christen.

Also wer sind wir Christen mit dem Finger auf andere zu zeigen?
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1546
Desmond Tutu, Bischof aus Südafrika
auf dem Kirchentag in Köln an den G 8 Gipfel gerichtet:

Ich bin Afrikaner
Aber ich brauche niemand der mir Almosen gibt.
Und niemand der Mitleid mit uns hat.
Was wir brauchen ist Zusammenarbeit.
Die Führer der G 8 – Staaten mögen mich fragen,
was ich brauche, was ich will.
Ich frage: was braucht ihr denn?
Ich will das gleiche. Ich bin ein Afrikaner –
Ich bin euer Bruder.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1545