Manuskripte

SWR3 Worte

02JUN2007
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Du bist mit so vielem an dir nicht einverstanden; immer wieder entdeckst du Seiten an dir, die andere stören und die du selbst an dir zu bekämpfen suchst. Immer wieder versuchst du, über deinen Schatten zu springen und bist verzweifelt wenn es dir nicht gelingen will. Aber du weißt, dass Schatten eine Folge von Licht ist; je stärker der Schatten, umso heller ist das Licht, das ihn verursacht. So ist auch jede deiner dunklen Seiten nur das Gegenüber von dem, was an Hellem, an Schönem und Liebenswertem in dir ist. Das, was dir an dir selbst nicht gefällt, kann dir so Wegweiser zu deinem eigenen inneren Reichtum sein, kann dir helfen JA zu sagen zu dir.

Christa Spilling-Nöker „Ja zu sich sagen“
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01JUN2007
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In den Nachrichten heißt es nur, dass wieder irgendwo eine Bombe explodiert ist, aber für eine 35 jährige Zahnärztin im irakischen Mossul heißt das:
„Angst ist das einzige Gefühl, das unsere Kinder derzeit erfahren können. Mein Haus hat schwere Schäden abbekommen, weil ein Öltank in der Nähe explodiert ist; die Selbstmörder wollten damit die nahe Polizeistation treffen. Als Muslimin danke ich Allah, dass wir unverletzt sind, das war ein Wunder. Wir waren zu der Zeit im Garten, mein dreijähriger Sohn war aber noch nicht draussen, er war noch im Flur. Zwei Holztüren haben ihn getroffen und mehrere Glassplitter. Er war in völliger Panik, aber nicht verletzt. Er ist nicht wie normale Kinder. Er fühlt sich unsicher, er weigert sich, in seinem Zimmer zu spielen oder zu schlafen, weil er nicht alleine sein will.“

Irakische Zahnärztin
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1375
31MAI2007
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Bei dir möchte ich sein, guter Gott, jetzt für diesen Moment, diesen Augenblick. Alles was in mir ist, bringe ich mit. Und lege es vor dich hin, meine Gedanken, mein Tun und mein Lassen. Alles was in mir umgeht: Bringe du es zur Ruhe, in mir. Lass mich still sein bei dir, für kurze Zeit: Ich will nicht fliehen vor meinem Leben, ich will es nur tragen können, fortschreitend, mit deiner Hilfe.
Ich glaube du lässt mich nicht allein, wo immer ich auch bin.

Gebet um Krafthttps://www.kirche-im-swr.de/?m=1374
Das Leben ist kein Spiel – sagt man. Seid ernsthaft, sagen sie uns; lernt fleißig, bereitet euch gut vor! Denn bald beginnt der Ernst des Lebens!
Das Leben ist ein Spiel – glaube ich. Voller Spannung, voller Erwartungen und Hoffnungen. Hinter´m Horizont geht´s weiter! Heute schon. Ich spiele gern.
Und wenn es mal eng wird? Wenn ich am Verlieren bin, verloren bin und frustriert?
Einer spielt mit. Neben mir, über mir, einfallsreich, Geist-reich.
Der spielt immer mit, der Eine. Ich bin nicht allein. Und du? Lebst du noch – oder spielst du schon?

Simone Heckmann, 12. Klasse
https://www.kirche-im-swr.de/?m=1373
29MAI2007
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Herr, gib mir Augen, die mehr sehen als nur Umrisse und Farben;
Ohren, die mehr hören als nur Töne;
Hände, die mehr spüren und greifen als nur Gegenstände.
Gib mir ein sehendes, hörendes und fühlendes Herz.

Elmar Gruber


https://www.kirche-im-swr.de/?m=1372
Dazu Pastor Christian Berndt:

Wenn Kinder „geschont“ werden, dann lernen sie nicht, tragfähige Vorstellungen von Sterben und Tod zu entwickeln und mitzuteilen. Und sie lernen nicht, andere Menschen an der eigenen Trauer teilnehmen zu lassen und damit Trauer zu teilen. Doch wie wir Erwachsene brauchen Kinder andere Menschen, um mit der oft harten Wahrheit von Schmerz, Sterben und Tod umgehen zu können. Auf lange Sicht sind sie besser dran, wenn sie nicht vor den Stürmen des Lebens „geschützt“, sondern in ihnen gestärkt und begleitet worden sind – und das natürlich behutsam, aber eben nicht alles Schwere vermeidend.

Christian Berndt „Soll man Kinder zu einer Beerdigung mitnehmen?“https://www.kirche-im-swr.de/?m=1371
Chartrand hatte tief durchgeatmet. „Was ich nicht verstehe, ist diese Sache mit der Allmacht und der grenzenlosen Güte, Vater.“
Der Camerlengo hatte gelächelt: „Allmächtig und gütig bedeutet lediglich, dass Gott alles kann und es gut mit uns Menschen meint.“
„Ja, aber ich sehe da einen Widerspruch: Der Widerspruch lautet Schmerz. Menschen verhungern, führen Kriege, werden krank....Wenn er uns liebte und die Macht besäße, alles zu ändern, dann würde Er es doch sicher tun, oder nicht?“
Der Camerlengo runzelte die Stirn. „Würde er das? ... Stellen Sie sich vor, sie hätten einen achtjährigen Sohn... würden Sie ihn lieben?“
„Selbstverständlich“
„Würden Sie alles in Ihrer Macht stehende tun, um Schaden von ihm abzuwenden?“
„Natürlich.“
„Würden Sie ihn mit dem Skateboard fahren lassen?“

aus Dan Browns Illuminati
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