Manuskripte

SWR3 Worte

Ich stehe mit dem richtigen Fuß auf,
öffne das Fenster der Seele,
verbeuge mich vor allem, was liebt,
wende mein Gesicht der Sonne entgegen,
springe ein paar Mal über meinen Schatten
und lache mich gesund.

Hans Kruppa, Aufstehen – mitlachen!
(in: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr, 1/2007 – S. 12)

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Christoph Maria Herbst (alias Stromberg) zur Frage:
Haben sie ein Lebensmotto – eine Unternehmensphilosophie?
Ja, die Essenz des Neuen Testaments. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. In all seinen Spielarten. Mute deinem Nächsten nichts zu, was du dir selber nicht zumuten würdest. Natürlich scheitere ich auch jeden Tag daran, aber es ist eine Maxime... Ich versuche, den Glauben im Alltagsgeschäft des Lebens auch zu leben.
Frage: Hat das Schauspielern eine spirituelle Dimension?
Ich stelle … fest, dass ich manchen einen Impuls gebe. Ich will das nicht überbewerten, wir reden von Comedy. Aber ich glaube schon, dass der eine oder andere Chef nach der Sendung über sich nachdenkt.
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Ich will Gott keinen Namen geben und einer einzigen Religion zusprechen. Ich glaube eher an etwas Größeres, das mir die Kraft und Stärke gibt, positiv zu denken: Trotz all dieser grausamen Themen, mit denen ich zu tun habe, bin ich eine unverbesserliche Optimistin geblieben.
Und ich habe in unterschiedlichen Religionen Werte gefunden, die zu meinem Denken passen. Die Zehn Gebote haben mich genauso geprägt wie meine islamische Erziehung. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ hatte ich als Teenager auf meinen Spiegel geschrieben. Und das war letztlich das, was mich mein Vater gelehrt hat: „Egal, wie schlecht der andere ist: beschämt ihn mit eurer Güte und eurer Hilfe.“

Seyran Ateş, Türkisch-deutsche Rechtsanwältin in Berlin:
Auf den Spiegel geschrieben
(in: Chrismon 4,2007, Seite 38)

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Wenn ich mal nicht weiß, wo Gott ist,
dann fange ich an, einen Psalm zu beten.
So versuche ich von meiner Seite aus,
einen Brückenkopf zu setzen,
auf Empfang für Gott zu gehen.
Und dann hoffe ich,
dass er sich auch finden lässt.

Erneli Martens, Feuerwehrpastorin in Hamburg -
Brückenkopf für Gott
in: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr 3/2006, S. 15

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Hape Kerkeling schreibt Tagebuch: Ich bin dann mal weg -
über seine Pilgerwanderung nach Santiago de Compostela:

Wie oft musste ich in den letzten Tagen denken, dass alles falsch ist, was ich hier mache, und dass ich in die verkehrte Richtung laufe. Wenn ich das mal immer gdeacht hätte, als ich nachweislich in die falsche Richtung gelaufen bin! Da war ich mir oft so sicher, das einzig Richtige zu tun.
Tief in mir wusste ich zwar, es ist falsch, aber die innere Stimme abzuwürgen ist einfacher, als sie wahrzunehmen. Vielleicht bin ich gerade deshalb jetzt auf dem richtigen Dampfer!? Es ist einfacher, die gesuchte Frequenz auf einem Weltempfänger wegzudrehen als sie sauber einzustellen.

(Hape Kerkeling, Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg,
Malik, München 2006, S. 203)

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Luther war überzeugt, die göttliche Gnade befreie den Menschen davon, sich selbst rechtfertigen zu müssen. … Gnade macht Reue überhaupt erst möglich. Es könnte doch sein, dass ehemalige RAF-Terroristen eine Begnadigung als Entgegenkommen anerkennen und im Gegenzug glaubwürdige Zeichen der Reue setzen. Und dass derjenige, der damals auf den Dienstwagen des Generalbundesanwaltes schoss, sich dann endlich offen zu seiner Tat bekennt.

Burkhard Weitz: Gibt es Gnade ohne Reue?
in: Religion für Einsteiger (Chrismon 03/2007, S. 26)

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Wir wichen aus, Dein Wort hält stand.
Am Ende aller Wege
sind wir uns selber unbekannt,
wie Fremde fremd im eignen Land.
Den Segen auf uns lege.
Bring uns zurecht und nimm uns mit
vom Abend in den Morgen.
Du setzt das Maß für Tritt und Schritt,
hältst bei Dir fest, was uns entglitt,
Wir brauchen nicht zu sorgen.
Gib Heil und Wohl den Menschen hier.
Mag sein, die Zeit geht böse.
Wir sammeln uns im alten Trier,
sind Bettler, bitten für und für:
vom Bösen uns erlöse.

Peter Beier, früherer Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland,
in einem Lied zur Heilig-Rock-Wallfahrt 1996; heute gehen in Trier die HeiligRock-Tage zu Ende.

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