Manuskripte

SWR3 Worte

Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt,
wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wo(vor) wir zögern.

Erich Kästner – Vorbilder


Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar Wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S. 95https://www.kirche-im-swr.de/?m=542
Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik,
Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen,
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag,
immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg.
Eines Tages steht aber das „Warum“ da, und mit diesem Überdruss,
in den sich das Erstaunen mischt, fängt alles an.

Albert Camus – „Warum“?!


Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar Wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S. 61.https://www.kirche-im-swr.de/?m=541
Bei einem Rundfunkwettbewerb wurde die Frage gestellt: „Welches ist der schönste Satz, den eine Frau hören kann?“ Nach vielem Hin und Her bekam eine junge Frau den ersten Preis.
„Der schönste Satz“, meinte sie, „den eine Frau zu hören bekommen kann, ist, wenn das Baby nachts um drei zu weinen anfängt und ihr Mann sagt: „ Bleib liegen Schatz. Ich geh schon!“


Quelle: Für jeden neuen Tag. Gedanken – Geschichten – Gebete.
Heft 35. Hrsg. Vom AMD Stuttgart. 2006. S. 13.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=540
Maxie Wander zurück aus dem Krankenhaus:
Zu Hause – ich bin zu Hause, Ernst, verstehst Du das? Und ich genieße unseren Garten, leg eine Platte auf, bereite uns ein gutes Essen, schau mir Danis Aufgaben an. Alles ist fremd und wie verzaubert.
Wir wissen nicht, was wir haben, erst wenn die Wände zittern und der Boden unter den Füßen wankt, wenn die Welt einzustürzen droht, ahnen wir, was Leben bedeutet.


Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S. 156.https://www.kirche-im-swr.de/?m=539
Es ist wahr: Ich verdiene noch meinen Unterhalt. Aber glaubt mir: Das ist nur ein Zufall. Nichts von dem was ich tue berechtigt mich dazu mich satt zu essen. Zufällig bin ich verschont.
Man sagt mir: Iß und trink du! Aber wie kann ich essen und trinken, wenn ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

„Nur ein Zufall“ von Bert Brecht


Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar Wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S.63https://www.kirche-im-swr.de/?m=538

Der Chef sagt zu seinem neuen Mitarbeiter vor der Geschäftsreise:
„Sie nehmen den Frühzug, bringen sich dann in Neutomischl im Hotel ein wenig in Ordnung, lassen sich eine heiße Tasse Bouillon servieren;
dann gehen Sie zum alten Auerbach, fragen ihn, wie er mit dem letzten Posten Seidenstrümpfen zufrieden war, legen ihm die Muster vor, machen ihn aufmerksam, dass wir ein ganz neues Farbsortiment und dennoch sehr günstige Preise haben, nehmen die Bestellung auf, und am Nachmittag telegrafieren Sie mir den Erfolg.“
Der junge Mann ist abgereist, aber am Nachmittag kommt kein Telegramm. Es wird Abend, es wird Nacht – der Chef ist außer sich. Da endlich der Telegrammbote. Hastig reißt der Chef den Umschlag auf und liest: „In ganz Neutomischl keine Bouillon aufzutreiben. Was tun?“


Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S.117
https://www.kirche-im-swr.de/?m=537

Die Christen leben wie Gänse auf einem Hof. An jedem siebten Tag wird eine Parade abgehalten, und der beredsamste Gänserich steht auf dem Zaun und schnattert das Wunder der Gänse. Erzählt von den Tagen der Vorfahren, die einst zu fliegen wagten, und lobt die Gnade und Barmherzigkeit des Schöpfers, der den Gänsen Flügel und den Instinkt zum Fliegen gab.
Die Gänse sind tief gerührt, senken in Ergriffenheit die Köpfe und loben die Predigt und den beredsamen Gänserich. Aber das ist auch alles. Eines tun sie nicht - sie fliegen nicht. Sie gehen zu ihrem Mittagsmahl. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut und der Hof sicher.



Quelle: Zusammen wachsen. Gedanken- Geschichten – Gebete. Hrsg. Von Waldemar wolf und Renate Spennhoff. Katholisches Bibelwerk Stuttgart. 1999. S. 45.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=536