Manuskripte

SWR3 Worte

Was habe ich schon vom Leben gelernt? Um diese und andere Fragen geht es demnächst beim Jugendforum in Mannheim. Lea, 17 Jahre alt, hat dazu gepostet:

 

„Ich habe gelernt, dass egal, wie blöd oder unangenehm eine Situation auch sein mag, egal wie sehr man in einem Moment traurig ist, es gibt immer wieder etwas, das einen zum Lächeln bringt. Das können einfache Dinge sein, wie ein bisschen Sonnenschein, eine Umarmung oder ein flüchtiges Lächeln einer Person. Ein paar aufmunternde Worte eines lieben Menschen oder eine Chance die sich neu auftut. Es gibt immer einen Weg, auch wenn dieser manchmal steinig und schwer scheint“

 

Quelle: Instagram-post von DM zum #weiter. Zur Verfügung gestellt durch das Jugend-Forum-Team Freiburg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29748

Rechten Parolen etwas entgegen zu halten ist manchmal gar nicht so einfach. Die Psychotherapeutin Dorothee Hartmann sagt:

 

„Auch ich fühle mich hilflos, habe auf die Schnelle keine Zahlen und Fakten bei der Hand, um Stammtischsprüche […] zu parieren, [ich] kann manchmal sogar verstehen, wie der [oder] die Enttäuschte fühlt. Und [ich] fürchte vor allem, dass auch das beste Gegenargument sie [oder] ihn nicht erreichen würde. […] manchmal hoffe ich einfach, dass unsere Art, mit und über Menschen zu reden, Vorbild ist und kleine, feine Wurzeln bildet […] in der Gesellschaft. Wer weiß schon so genau, wie Veränderung funktioniert?“

 

Quelle: Dorothee Hartmann, Ansbach; Leser*innenzuschrift in der taz am Wochenende vom Sonnabend/Sonntag, 12./13. Oktober 2019; Rubrik „Wortwechsel“.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29747

Heute vor 90 Jahren wurde der Schriftsteller Michael Ende geboren. In seinem Buch Momo lässt er den Straßenkehrer Beppo sagen:

 

„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang, die kann man niemals schaffen […] Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun, und zum Schluss ist man ganz aus der Puste und kann nicht mehr. […] So darf man es nicht machen! […] Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken. […] Man muss nur an den nächsten Schritt denken, den nächsten Atemzug, den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur den nächsten. […] Dann macht es Freude; […] Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, […]

 

Quelle: Michael Ende: Momo – oder die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte; Schulausgabe mit Materialien. Verlag Thienemann. Stuttgart, Wien: 1993, S. 36f.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29746

Was denken Jugendliche über Religion? Dazu findet in Mannheim demnächst ein „Jugendforum“ statt. Im Vorfeld werden dazu junge Menschen befragt. Eine Frage ist: Wer, wie oder was ist mein Gott? Laura, 19 Jahre alt, hat gepostet:

 

„Mein Gott unterscheidet nicht zwischen dunkel- und hellhäutig, jung und alt, Mann und Frau. […] Mein Gott liebt jeden Menschen auf der Welt, egal welcher Religion sie angehört oder welche Sprache er spricht. Und vor allem glaubt mein Gott an das Gute im Menschen. […] Es ist mir ehrlich gesagt auch egal wie mein Gott aussieht, denn ihn interessiert es genauso wenig wie ich aussehe. Das ist mein Gott.“

Quelle: gepostet von _immerweiter auf Instagram am 17.10.2019, https://www.instagram.com/p/B3sDlHZCbOF/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29745

Oscar Romero war Erzbischof in San Salvador. Er wurde 1980 ermordet, weil er Widerstand gegen die Militärdiktatur in seinem Land geleistet hat. Er hat gesagt:

 

„Es hilft, dann und wann zurückzutreten und die Dinge aus der Entfernung zu betrachten. […] Nichts, was wir tun, ist vollkommen. […] Kein Vortrag sagt alles, was gesagt werden könnte. Kein Gebet drückt vollständig unseren Glauben aus. […] Keine Zielsetzung beinhaltet alles und jedes. […] Es ist ein befreiendes Gefühl, wenn uns dies zu Bewusstsein kommt. […] [Was wir tun] mag unvollkommen sein, aber es ist ein Beginn, ein Schritt auf dem Weg, eine Gelegenheit für Gottes Gnade, ins Spiel zu kommen und den Rest zu tun.”

 

Quelle: Hagedorn, Klaus (Hrsg.): Oscar Romero – Eingebunden: zwischen Tod und Leben. Verlag und Stadt? 2006 S. 87f.

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