Manuskripte

SWR3 Worte

Der Philosoph Albert Kitzler über das Wandern:  

Wenn ich mich in der freien Natur bewege, gewinne ich einen neuen Blick auf mich selbst und auf mein Leben. Ich bekomme Abstand zu mir selbst und zu meinem Lebensalltag. Beim Wandern sind Körper und Geist in Bewegung, schon dadurch kann Neues gedacht werden. Zudem eröffnet sich mir beim Wandern mit jedem Schritt eine neue Perspektive. Die Natur rührt uns an. Wir verändern uns, gelangen zu neuen, wertvollen Einsichten. Ich finde es gibt keine Freizeitbeschäftigung, die heilsamer für Körper, Geist und Seele ist, als das Wandern. Nicht umsonst sind viele positive Metaphern über den Lebensweg dem Wandern entlehnt, zum Beispiel ‚ den eigenen Weg zu finden‘ oder ‚die alten Pfade zu verlassen‘.

 

Quelle: Galore Interviews, Heft 35, 06/19, „Wer wandert hat mehr vom Denken. Interview von Elena Winter mit Albert Kitzler, S.55.

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Der Dichter Hermann Hesse war viel auf Wanderschaft. Auf einer seiner Wanderungen hat er sich Gedanken über die Frömmigkeit gemacht. Er schrieb: 

Frommsein ist nichts anderes als Vertrauen. Vertrauen hat der einfache, gesunde, harmlose Mensch, das Kind…. Unsereiner, der nicht einfach noch harmlos war, musste das Vertrauen auf Umwegen finden. Vertrauen zu Dir selbst ist der Beginn. Nicht mit Abrechnungen, Schuld und bösem Gewissen, nicht mit Kasteiung und Opfern wird der Glaube gewonnen. Alle diese Bemühungen wenden sich an Götter, welche außer uns wohnen. Der Gott, an den wir glauben müssen, ist in uns innen. Wer zu sich selber nein sagt, kann zu Gott nicht ja sagen. 

 

Quelle: Hermann Hesse „Wanderung“, Suhrkamp Verlag 1977, S. 40

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In diesen Hochsommertagen kann es wunderbare Wolkenformationen geben. Für den Dichter Hermann Hesse waren sie Gleichnisse für die Sehnsucht der Menschen. Er schrieb:  

Wolken sind das ewige Sinnbild alles Wanderns, alles Suchens, Verlangens und Heimbegehrens. Und so wie die Wolken zwischen Erde und Himmel zaghaft und sehnend und trotzig hängen, so hängen zaghaft und sehnend und trotzig die Seelen der Menschen zwischen Zeit und Ewigkeit.

 

Quelle: Hermann Hesse. Wolken. Betrachtungen und Gedichte. Hrsg. von Volker Michels. Insel Taschenbuch. Frankfurt.2008. S. 18

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Die Theologin Dorothee Sölle über den Sonntag als Ruhetag:

Du sollst Dich selbst unterbrechen. Zwischen arbeiten und konsumieren soll Stille sein und Freude,

zwischen Aufräumen und Vorbereiten sollst Du es in Dir singen hören, Gottes altes Lied von den sechs Tagen und dem einen, der anders ist.

Zwischen Wegschaffen und Vorplanen sollst Du Dich erinnern an diesen ersten Morgen, deinen und aller Anfang, als die Sonne aufging ohne Zweck und Du nicht berechnet wurdest in der Zeit, die niemandem gehört, außer dem Ewigen.

 

Quelle: Für jeden neuen Tag – Gedanken, Geschichten, Gebete. Heft 38. Kath. Bibelwerk Stuttgart. 2009. S. 16

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