Manuskripte

SWR3 Worte

Der Münchner Pfarrer Rainer Schießler sagt über den Tod:

Der größte Fehler, den wir machen, ist, dass wir den Tod zu unserem Todfeind erklären. Es ist ein aussichtsloser Kampf – weil der Tod ihn immer gewinnt. Als meine Mutter starb, hatte ich dagegen (…) angekämpft. Beim Tod meines Vaters war da schon Demut, weil bei mir angekommen war, dass der Tod ein Übergang ist und zum Leben gehört.

Also halte ich es lieber mit dem heiligen Franziskus, der den Tod zu seinem Bruder erklärt. Was ich nicht bekämpfen kann, muss ich umarmen. Der Tod als Bruder darf für mich nichts Fremdes sein. Der Bruder ist mein anderes Ich. Ich bin nicht mit ihm verheiratet, ich bilde mit ihm keine Familie – und doch gehört er seit meiner Geburt untrennbar zu mir. Er ist näher an mir dran als jeder andere.

 

Quelle: Rainer M. Schießler: Himmel, Herrgott, Sakrament, Kösel-Verlag München 2016, S. 178.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27534

Eine Geschichte von Leo Tolstoi

Drei Frauen wollten am Brunnen Wasser holen. (…)

„Mein Sohn“, sagte die erste, „ist so geschickt, dass er alle hinter sich lässt …“

„Mein Sohn“, sagte die zweite, „singt so schön wie die Nachtigall. (…)“

„Und warum lobst du deinen Sohn nicht?“ fragten sie die dritte, als diese schwieg.

„Er hat nichts, was ich loben könnte“, entgegnete sie. „Mein Sohn ist nur ein gewöhnliches Kind (…).“

Die drei Frauen füllten ihre Eimer und gingen heim. (…) Die Eimer waren schwer, und die abgearbeiteten Hände schwach. Deshalb machten sie eine Ruhepause (…).

Da kamen ihnen die drei Jungen entgegen. Der erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad. Die Frauen riefen: „Was für ein geschickter Junge!“ Der zweite sang so herrlich wie die Nachtigall, und die Frauen lauschten andächtig und mit Tränen in den Augen. Der dritte Junge lief zu seiner Mutter, hob die Eimer auf und trug sie heim. (…)

 

Quelle: https://www.plough.com/de/themen/kultur/kurzgeschichten/die-drei-sohne

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27533

Die Journalistin Valerie Schönian denkt über den allwissenden Gott nach, und wie wir Menschen trotzdem frei sein können. Sie sagt:

"Wenn es Gott gibt (…), dann (…) weiß er unsere Zukunft, aber gleichzeitig sind wir frei in unseren Entscheidungen. Dann ist unser Leben wie ein unendliches Baumdiagramm, in dem wir selbst über jede Abzweigung entscheiden, aber er trotzdem immer schon sieht, wie es weitergeht, weil er alle Möglichkeiten kennt." 

Quelle: Valerie Schönian: Halleluja, Piper-Verlag München 2018, Pos 2948

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27532

Das „Café Manna“ in Heidelberg ist so etwas wie ein St-Martins-Ort. Die Menschen, die dorthin gehen, teilen nicht Kleidung oder Geld, sondern sie teilen Zeit. Elisabeth schreibt über das „Café Manna“:

Der Wohnungslose, der alles was er hat auf dem Fahrrad transportiert. Die Frau, die ihre Arbeit verloren hat und nun mit ihrer Zeit nichts anzufangen weiß. Mit ihnen und einigen anderen treffe ich zusammen, wir frühstücken miteinander, kommen ins Gespräch. Ich darf dabei sein. Ich habe eine Wohnung und muss mir keine Gedanken um mein tägliches Brot machen. Aber daraus machen wir keinen Unterschied. Hier sitzen wir alle am selben Tisch und begegnen uns respektvoll, herzlich, auf Augenhöhe.

 

Quelle: https://andereorte.de/app/Ort/5

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27531

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.
  • offensichtlichen Missbrauch von Klarnamen enthalten

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen