Manuskripte

SWR3 Worte

Der Geigenbauer Martin Schleske war einmal so verzweifelt, dass er seine Geigenbauwerkstatt aufgeben wollte. Aber vorher wollte er doch mit Gott noch ein Wörtchen darüber reden und hat gebetet: 

"Dies ist deine Werkstatt, Vater, es ist deine Werkstatt! Die Leute glauben, ich sei der Meister dieser Werkstatt, aber du bist der Meister. Wenn ich das hier tun soll, dann musst du es segnen! Ich kann auch etwas Anderes machen, ich klebe nicht an dieser Arbeit." ..." Du kannst diese Werkstatt auch dichtmachen. Dann mache ich etwas Anderes. Aber du solltest schon daran denken, dass du dann eine gute Werkstatt verlierst!"

Martin Schleske: Herztöne, Lauschen auf den Klang des Lebens

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Was ist Feindesliebe? Der kürzlich verstorbene Pfarrer und Theologe Jörg Zink beschrieb sie so:

Den Feind lieben heißt gewiss nicht sich anbiedern oder unterwerfen, es heißt gewiss nicht Grausamkeit hinnehmen, ohne sich zu wehren und den Verfolgten zur Seite zu stehen. Aber es heißt sehen, dass auch unsere Feinde Menschen sind wie wir: fehlerhaft, verängstigt, irrend, gebunden an Interessen und Vorurteile. […]

Den Feind lieben – das heißt in den Spiegel sehen … und darauf achten, nicht ungewollt ähnlich zu handeln wie er.

Den Feind lieben – das heißt …davon ausgehen, dass Menschen sich ändern können, Feindschaften beigelegt und Konflikte versöhnlich beendet werden können.

Aus: Entrüstet euch! Hg. v. Margot Käßmann und Konstantin Wecker

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22833

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