Manuskripte

SWR3 Worte

Der Wissenschaftler und Schriftsteller Bill Bryson schreibt:

 

Was das Leben sonst auch sein mag, auf der Ebene der Chemie ist es erstaunlich profan: Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff, ein wenig Calcium, ein Schuss Schwefel, eine kleine Prise von ein paar anderen ganz gewöhnlichen Elementen – nichts was man nicht in jeder normalen Apotheke finden würde, das ist alles, was man braucht.

Das einzig Besondere an den Atomen, die sie bilden, besteht darin, dass sie sie bilden. Und das ist (…) das Wunder des Lebens.

 

Quelle: Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem, Goldmann Verlag, S. 12

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Die Journalistin Valerie Schönian hat ein Experiment gewagt. Obwohl sie kaum etwas von der Kath. Kirche wusste, hat sie ein Jahr lang einen Priester begleitet. Dabei sind ihr viele Fragen gekommen, und sie hat über den Glauben nachgedacht. Sie schreibt:

 

Wenn ich am Grab von meinem Opa und meinen Urgroßeltern stehe, rede ich mit ihnen. Wenn etwas Wichtiges in meinem Leben passiert, ist etwas in mir davon überzeugt, dass sie es wissen. Sie müssen also noch irgendwo sein. Und wenn sie also dort sind, dann kann ich doch dorthin kommen, und dann werden wir uns wiedersehen. Auch wenn ich nicht weiß, wie. Das glaube ich. Und sei es nur, weil ich alles andere nicht glauben kann.

 

Quelle: Valerie Schönian: Halleluja, Piper-Verlag München 2018, Pos 3145ff

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Die Autorin und Bloggerin Susanne Niemeyer schreibt:

 

Wann hast du aufgehört, deine Schuhe auszuziehen, sobald du ans Meer kommst? (…)

Wann warst du zum letzten Mal 48 Stunden offline?

Wo war es zuletzt ganz still?

Wann hattest du zum letzten Mal das angenehme Gefühl, niemand weiß, wo du bist und was du gerade machst?

Wann hast du das letzte Mal zum Spaß auf einer Mauer balanciert?

Wo fiel dir zuletzt auf, wie der Morgen riecht?

Wann hast du „man könnte mal wieder“ gesagt und es tatsächlich getan?

 

Quelle: Susanne Niemeyer: 100 Experimente mit Gott, Herder Verlag Freiburg 2018, S. 128.

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Der Münchner Pfarrer Rainer Schießler ist überzeugt:

 

Die katholische Kirche bewegt sich. Wir sind freier geworden. Mir fällt da (…) das Gleichnis von der Schnecke ein, die dem lieben Gott sagt: „Ich weiß, ich bin nicht die schnellste. Aber glaub mir, deswegen überleg ich so genau, wohin ich gehe, und du, der du alle meine Schleimspuren im Schotter kennst, du kennst mich.“

 

Quelle: Rainer M. Schießler: Himmel, Herrgott, Sakrament, Kösel-Verlag München 2016, S. 191

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Die Religionswissenschaftlerin und Autorin Esther Maria Magnis mag das Leid in der Welt nicht erklären. Sie schreibt:

 

Es gab keinen Sinn in Papas Tod. Ich konnte mir nicht erklären, wieso Gott Papa sterben ließ (…). Manchmal fragte ich mich, ob mein Glaube an Gott vielleicht nicht groß genug gewesen war. Aber dann dachte ich: Nicht mal Petrus hat richtig geglaubt und wäre abgesoffen, wenn Jesus ihn nicht aus dem Wasser gezogen hätte, also was ist das für ein Spielchen mit unserem Glauben, mit meinem Vertrauen. Und darum schreibe ich keine Theologie und Philosophie über das Leid (…), keine allgemeine Formel (…), und wer eine geben will, ist zynisch.

Quelle:

Esther Maria Magnis: Gott braucht dich nicht, Rohwolt Verlag, Reinbak 2012, Pos. 977 ff

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In der Nähe von Heidenheim gibt es eine besondere Naturerscheinung: eine natürlich entstandene Rinne aus Stein, in der Wasser fließt wie in einem Bächlein. Sie ist über 150 Meter lang und wächst jedes Jahr ein bisschen, weil sich Kalk ablagert. Die Rinne heißt „Käsrinne“ und Elisabeth findet, es ist ein ganz besonderer Ort. Sie schreibt:

 

An der Käsrinne staune ich darüber, zu welch faszinierenden Gebilden die Natur in der Lage ist: Jedes Jahr wächst die Rinne um einige Millimeter. So kann aus Kleinem nach und nach Großes entstehen. Und ich ahne, wie empfindlich diese Natur ist: Das poröse Tuffgestein darf nicht betreten oder ausgebrochen werden, sonst ist dieses Kunstwerk nachhaltig zerstört. Unbedachte Handlungen können im Handumdrehen vernichten, was mühevoll entstanden ist. Ein Ort, der mich mahnt zu Geduld und Achtsamkeit.

 

Quelle: https://andereorte.de/app/Ort/13

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Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel in New York zu den versammelten Staatschefs:

 

Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum - wie könnt Ihr es wagen? 

(…) Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang - mit ein paar technischen Lösungsansätzen? Ihr seid immer noch nicht reif genug zu sagen, wie es wirklich ist. Ihr lasst uns im Stich.

 

Quelle:https://www.welt.de/politik/ausland/video200816234/Greta-Thunbergs-Rede-in-New-York-Was-erlaubt-ihr-euch-Video.html

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