Manuskripte

SWR3 Worte

Andreas Gloy ist evangelischer Religionslehrer. Er unterrichtet mit viel Spaß in Hamburg eine Klasse mit 25 muslimischen Schülerinnen und Schülern. Er erzählt von seinem Unterricht.

„Am interessantesten sind doch die Fragen, die ich selbst nicht beantworten kann. […]. Mein Religionsunterricht ist für alle. Und das Ziel ist eindeutig nicht, dass Schüler anderer Religionen evangelisch werden. […] Meine Aufgabe ist es, religiöse Orientierung anzubieten. […] Meine Schülerinnen und Schüler sollen unterscheiden lernen, welche Formen von Religionsausübung lebensförderlich und lebensfeindlich sind. […] Nur wenn man darüber im Gespräch ist, in einigen Fällen auch klare Signale gibt, sind Jugendliche erreichbar und bleiben nachdenklich.“

 

Aus: Andere Zeiten e.V., anders handeln, Ein Themenheft von Andere Zeiten e.V., Ausgabe 3.2018, Verständigung, Hamburg 2018, S. 15.

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Die Theologin Gunda Werner ist mit dem Fahrrad von Deutschland nach Japan gefahren. Sie wollte auf der Tour auch wissen, wie die unterschiedlichsten Menschen und Kulturen sich verstehen. Ihr Fazit nach 16000 Kilometern:

„Ich weiß es immer noch nicht. […] Meine Erfahrung vor Ort war, dass Verständigung immer dort möglich ist, wo es im Kleinen funktioniert. Ohne den Anspruch zu haben, man müsse sich unbedingt verstehen, wenn der Nachbar einen anderen Glauben hat, eine andere Kultur.

Aus dem christlich-interreligiösen Dialog gibt es ja oft den Anspruch, man müsse den anderen verstehen, um miteinander leben zu können. Aber dieser Anspruch kann hinderlich sein. Es geht nicht darum, um jeden Preis verstehen zu wollen. Sondern stehen lassen zu können.“

 

Aus: Andere Zeiten e.V., anders handeln, Ein Themenheft von Andere Zeiten e.V., Ausgabe 3.2018, Verständigung, Hamburg 2018, S. 21.

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Jessica Brautzsch ist 30 Jahre alt und hat sich mit 27 taufen lassen. Sie erzählt, wie sie dazu gekommen ist.

„Anfang 2015 ist meine Großmutter gestorben. Zu Ostern habe ich eher zufällig eine Freundin in den Gottesdienst begleitet, und die Predigt dort hat mich beeindruckt. Dieser Gedanke, dass es ein Wiedersehen nach dem Tod gibt, hat mich extrem getröstet. Ich habe beschlossen, mich mit dem Glauben auseinanderzusetzen und erst danach zu urteilen. Was würde es bedeuten, wenn die Geschichten in der Bibel stimmen? Wenn es die Gnade Gottes gibt, wenn nicht alles in unserer Hand liegt? Das waren entlastende Gedanken.

Mein Glaube hat auch meinen Anspruch an mich selbst geändert. Nächstenliebe, Vergebung: Das ist sehr schwer. Aber ich versuche es. Das ist für mich Christentum.“

 

Aus: chrismon spezial. Zum Reformationstag am 31. Oktober 2018, S. 5.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27696

Die Historikerin Irmentraud Kobusch hat ein eigenes Glaubensbekenntnis geschrieben. Darin beschreibt sie ihren Glauben so.

„Ich glaube an dich, Gott, uns Vater und Mutter. Du bist die Quelle allen Lebens. Männer und Frauen hast du nach deinem Bild in gleicher Würde geschaffen. Du willst uns als Söhne und Töchter, in Freiheit.

Nahe wolltest du uns sein, darum bist du Mensch geworden, in deinem Sohn Jesus.

Ich glaube an dich, Gott, und hoffe darauf, einmal in deiner Gegenwart das Leben in Fülle zu erfahren.

Ich glaube an dich, Gott, trotz aller Zweifel.“

 

Aus: Langwald, Marie-Luise, Niehüser, Isolde (Hg.), Frauen feiern die Lebendige, Klens Verlag, Ostfildern, 2009, S. 60/61.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27695

Der Singer, Songwriter Max Giesinger darüber, was er von sogenannten Shitstorms hält.

„Das ist so, als würdest Du in der Bundesliga immer super spielen, einmal passiert Dir ein Foul, und sofort sagen alle: Klar, der hat doch immer schlecht gespielt.

Mit einem Schlag wird Dir alles aberkannt. Das ist in Deutschland irgendwie vorherrschend und das finde ich schwierig. Die Leute lieben es, auf andere einzudreschen, bis gefühlt nichts mehr von ihnen übrig ist.

Die Sozialen Medien sind so voller Hass. Mir hat noch nie jemand ins Gesicht gesagt: „Deine Musik ist Mist.“ Das trauen sich diese Leute nicht.“

 

Aus: RNZett, 22. November 2018, S. 4

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27694

Auf der Homepage ewigkite.de erzählt Userin Samantha Faber, was Advent für sie bedeutet:

Für mich als Christin sind Advent und Weihnachten mehr als Geschenke, viel gutes Essen und Kerzenschein. Advent heißt ja so viel wie Ankunft und am Ende der Adventzeit ist Weihnachten. Jesus ist angekommen. Hier bei uns auf dieser Welt ist er angekommen und hat sich als Geschenk und somit ein kleines Stück Himmel auf Erden mitgebracht.

Stellt sich nur die Frage, was genau der Himmel ist und was ganz konkret „der Himmel auf Erden“ bedeutet. […]

Gerade wenn ich mitten im Advent, der eigentlich so schön und besinnlich sein sollte, ständig mit Katastrophen-Nachrichten überschüttet werde: Terror, Freunde, die nichts zu essen haben, einsame Menschen....

Es schenkt Hoffnung, zu wissen, dass es einen Ort gibt, an dem all das nicht mehr sein wird. […] Durch Jesus, der in dieser Welt angekommen ist, ist mir der Zugang ermöglicht, daran erinnern mich Advent und Weihnachten.

 

Aus: https://ewigkite.de/glaubenssachen/39-glaubensthemen/198-gedanken-zum-advent.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27693

Zum zweiten Advent ein Text aus der Bibel. Er spricht davon, dass sich die Menschen darauf vorbereiten sollen, dass Gott bald ankommt.

„Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt! Ebnet ihm die Straßen! 5 Füllt alle Täler auf, tragt Berge und Hügel ab, beseitigt die Windungen und räumt die Hindernisse aus dem Weg!

6 Dann wird alle Welt sehen, wie Gott die Rettung bringt.“

 

Aus: Deutsche Bibelgesellschaft, Kompass Bibel, Gute Nachricht Bibel, Stuttgart, 2002, Lk 3, 2-6.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27692

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