Manuskripte

SWR3 Worte

Der Journalist Markus Feldenkirchen über die Unterwürfigkeit westlicher Unternehmen gegenüber China:

Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit sind westlichen Unternehmen zunehmend schnuppe, wenn diese Werte das Geschäft mit der Volksrepublik gefährden. Daimler entschuldigte sich untertänigst, weil der Konzern auf einem Instagram-Kanal den von Peking als Staatsfeind geächteten Dalai Lama mit einem Kalenderspruch zitiert hatte. Die Lufthansa korrigierte sich brav, nachdem sie es gewagt hatte, auf ihren Websites die von China unabhängige Insel Taiwan als eigenes Land zu führen. Die Modefirma Versace kroch wegen eines T-Shirts zu Kreuze, dessen Aufdruck der Diktatur nicht genehm war. Wer sich so vor einer Diktatur verbiegt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann das Rückgrat bricht.

 

Quelle: Der Spiegel,Nr. 1/28.12.2019,  Meinung, Markus Feldenkirchen, Der gesunde Menschenverstand, „Unterwürfige Wichte“, Verlag der Spiegel, Hamburg, Seite 10.

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Luisa Neubauer ist das deutsche Gesicht der Klimabewegung „Fridays for Future“. Kritikern dieser Bewegung begegnet sie mit ihrer Haltung des „Possibilismus“. Damit meint sie folgendes:

Ich konzentriere mich auf das, was im Bereich des Möglichen ist, und verzweifle nicht an den Kritikern. Ich sehe also einerseits, was möglich ist, wenn ich die Massen betrachte, die bereits auf unserer Seite stehen. Andererseits sehe ich die Kopfschüttler und weiß, dass sie uns im Wege stehen. Aber auch die können wir überzeugen, sich eines Tages für einen positiven Wandel einzusetzen. Genau das ist der Kern des Possibilismus: Es ist schlicht und ergreifend möglich, Menschen zu überzeugen.

 

 

Quelle: Galore Interviews 12/2019, Verlag Dialog GmbH, Dortmund, S. 17.

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Peter Maffay auf die Frage ob er gläubig ist:

Es gibt Situationen mit denen ich nicht umgehen kann. Dann sage ich zu Gott, ich stecke gerade so tief drinnen und weiß gerade nicht weiter, hilf mir bitte raus! Selbst wenn dieser Dialog eine Illusion wäre, ist er zielführend, weil er die Starre löst und Bewegung ins Denken und Handeln reinbringt. Gott muss nicht beweisbar sein. Er ist eine Instanz, die größer ist als wir, die die eigene Unzulänglichkeit aufbricht und das Gefühl vermittelt, dass es weitergehen kann.

 

 

Quelle: Galore Interviews 09/2019, Verlag Dialog GmbH, S. 67.

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