Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, hat meine Mutter oft gesagt. Sie hatte noch Zeiten erlebt, wo sie froh gewesen war, wenn sie den Kindern etwas Essbares auf den Tisch bringen konnte. Zeiten, wo das Brot knapp war und was darauf kam mehr oder weniger Luxus.  

Da war jede Mahlzeit ein kleines Fest. Und es stimmte tatsächlich, dass Essen nicht nur Leib und Seele zusammengehalten hat. Sondern auch die Familie, die um den Tisch saß. Da hat sich etwas geändert. Heute geht es weniger darum, dass etwas auf den Tisch kommt. Sondern, was auf den Tisch kommt. Nach dem Motto: Du bist, was Du isst.

In einer Zeitschrift habe ich kürzlich gelesen: „Essen ist Religion: Iss nicht das falsche Tier. Iss kein Tier. Iss nichts, was vom Tier kommt. Iss nicht abends. Nicht morgens. Iss nur einmal am Tag.“ Und so fort.

Essen ist zum Problem geworden. Zu einer Zwickmühle. Ganz schnell liegst du falsch mit deiner Ernährungsweise. Und gerätst in grundsätzliche Diskussionen mit Leuten, die es ganz anders machen. Essen als neue Religion?

So neu dann auch wieder nicht, denke ich. Denn die Frage um das richtige Essen, wurde schon im Kreise der Jünger Jesu diskutiert. Da gab es Leute, die hatten Jesus gefragt: Warum setzten sich deine Jünger über die religiösen Gebräuche hinweg? Warum praktizieren sie nicht die vorgeschriebenen Reinheitsregeln beim Essen?

Jesus antwortet mit einem provokanten Satz: „Nicht was zum Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.“

Dabei wissen wir, dass Jesus selbst gerne gegessen und getrunken hat. So gerne, dass es ihm den Ruf eintrug, ein „Fresser und Säufer“ zu sein. Aber wichtiger als die Frage, was in den Mund hineinkommt, war ihm die andere Frage: was kommt aus meinem Mund heraus? Wie rede ich mit anderen Menschen? Und wie über andere?

Ich denke, genau das ist die Pointe in diesem Gespräch. Für Jesus ist entscheidend, was von Herzen kommt. Was Menschen miteinander verbindet an guten Worten, an Aufmerksamkeit füreinander, an Respekt gegenüber dem Schöpfer.

Dann ist Essen und Trinken nicht länger ein Akt der Unterscheidung und der Abgrenzung voneinander. Sondern das, wozu Gott es geschaffen hat: etwas Fundamentales, das Leib und Seele zusammenhält. Und Menschen - über alle Unterschiede hinweg – in froher Runde zusammen bringt.

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