Manuskripte

SWR2 Wort zum Tag

Irgendwann muss wirklich mal Schluss sein,  selbst mit dem besten Gemüse der Welt. Aber sieben Wochen Spargel – das ist ja schon mal eine ganz schöne Leistung. Gefühlt waren die leckeren weißen Stangen dieses Jahr  sogar schon früher auf dem Markt als vor sieben Wochen. Keine Ahnung, ob das mehr an der Globalisierung lag oder am Klima-Wandel. Recht warm ist es ja gewesen, im April…

Keine Ahnung habe ich auch, warum ausgerechnet am Johannistag,  heute also, der letzte Spargel geerntet wird, und dann werden die Felder und die Pflanzen in Ruhe gelassen bis zum nächsten Jahr. Wahrscheinlich ist der „Johannis“-Tag ein so markantes Datum. Im Kirchenjahr genau sechs Monate vor und nach Weihnachten Und einer der Tage nach der kürzesten Nacht des Jahres – Sommersonnenwende – ab heute werden die Tage kürzer  und die Nächte länger. Manche finden das ähnlich traurig wie das Ende der Spargel-Saison.

Aber das hat doch auch was Gutes: Beim Spargel signalisiert es selbst den verwöhntesten Wohlstands-Essern, dass alles seine Grenzen hat – und dass die Natur ihr Recht fordert, die sie sonst gern rücksichtslos nutzen oder gar ausbeuten. Dass die Nächte länger werden, weist auch darauf hin,  dass der Mensch vielleicht Krone der Schöpfung ist; und doch abhängig von ihr und angewiesen auf sie. Natur und Welt und Welten-Raum sind einfach viel größer, da wirken ganz andere Kräfte, als wir kleinen Menschen uns vorstellen können.

Kein Wunder, dass die ganz frühe Christenheit ihr Fest für den heiligen Johannes den Täufer auf diesen starken Tag gelegt hat. Mit dem Jesus-Geburtstag hatten sie den heidnischen Tag der Sonne besetzt, die Wintersonnenwende, von der an es immer heller wird. Und an der Sommersonnenwende liegt dann, wie in der Bibel beschrieben, eben der Geburtstag von Johannes dem Täufer. Maria ist ja am Anfang ihrer Schwangerschaft mit Jesus,  und besucht ihre Tante Elisabet; die ist schon im dritten Monat mit Johannes. Damit ließen sich überall die ursprünglichen Mittsommerfeste überschreiben. Beinahe jedenfalls. Die vielen Johannis-Feuer in der letzten Nacht sind ja noch Spuren der vorchristlichen Zeit: Damals Zeichen der magischen Hoffnung, die bösen Geister zu vertreiben.

Christen verbinden mit Johannes dagegen ja eher  die Hoffnung auf Gottes neue Welt von Liebe und Gerechtigkeit – und den Auftrag, dass sie daran mitarbeiten …

 

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