Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

14JUN2020
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An jeder Straßenecke hören Menschen Lieder, die sie zu einem mutigen und fröhlichen Glauben einladen. Einem Glauben ohne Angst vor Strafe und Gericht. Martin Luther hat diesen Glauben gerade wiederentdeckt. Und darüber Verse geschrieben, die jeder verstehen kann. Eine aufregende Zeit, damals vor 500 Jahren!
Funktioniert das eigentlich heute auch noch? Vom Glauben in Mutmach-Liedern erzählen, die man an jeder Straßenecke singen könnte? Solche Lieder schreibt der Pfarrer und Liedermacher Fritz Baltruweit seit über 40 Jahren. Eines davon stelle ich Ihnen heute Morgen vor:

Musik

„Die Seele wird frei“, so haben Baltruweit und der zweite Textdichter Jan von Lingen ihr Lied überschrieben. Ganz bewusst orientieren sie sich an Luthers Glaubensliedern. Das Lied wurde zuerst in einem Reformationsgottesdienst gesungen. Wie Luthers Lieder erzählt es, wie gut Gott es mit denen meint, die ihm vertrauen.
Frei soll die Seele werden – frei von allem, was einen Menschen innerlich einengt. Den Zwängen, dem Druck. Der ständigen Be- und Verurteilung. Den Bewertungen, den Likes im Internet – oder der wüsten Hetze. Genau hier kann der Glaube einen anderen Ton anschlagen: „Gott stellt mich durch sein Wort auf guten Grund, spricht mit heller Stimme, und ich werd gesund.“

Musik

Aber diese gute Botschaft ist nicht für mich allein da. Die soll ich weitersagen, die soll ich in die Welt bringen. Denn da gehört sie hin, nicht ins stille Kämmerlein. So frei wie meine Seele soll auch die Welt werden. Frei von Unrecht und Hass. Frei von allem, was Menschen Angst macht. Glaube und Angst haben nichts miteinander zu tun. Aber Glaube und Hoffnung, Glaube und Zuversicht.

Musik

Vor 500 Jahren haben die Menschen geglaubt, dass Engel und Teufel um ihre Seelen kämpfen. Und sie hatten Angst, dass die Teufel diesen Kampf gewinnen – und dass ihre Seelen dann in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren.
Engel und Teufel kommen auch in dem neuen Lied vor. Aber hier haben die Engel Grund zum Lachen, und die Teufel ärgern sich höllisch.
Wenn überirdische Mächte um mich kämpfen, dann will ich darauf vertrauen, dass die guten Mächte gewinnen. Ich fühle mich geborgen – das macht mich frei.

Musik

Dieses Lied gehört wirklich an jede Straßenecke. Gottes Engel nehmen mich an die Hand. Der Weg ins Himmelszelt steht mir offen – so die letzten Worte des Liedes. Auf diesem Weg bin ich sicher unterwegs. Mit freier Seele und mit festem Herzen.

Musik

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Musikangaben

Text: Fritz Baltruweit und Jan von Lingen
Musik: Fritz Baltruweit
Interpreten: Fritz Baltruweit und Instrumentalsolisten (Studiogruppe Baltruweit)
CD „Fritz Baltruweit. Lieder aus 5 Jahrzehnten. Gott gab uns Atem“

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