Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

Das Leben Jesu war wohl kein Idyll. An seinem Ende nicht und auch nicht an seinem Anfang. Auch wenn man sich das manchmal so ausmalt. Wenn man vom holden Knaben singt oder von redlichen Hirten. Karfreitag und Ostern gehören zu Jesu Leben genau wie die Geburt in einfachen Verhältnissen.

Diesen Ernst von Weihnachten macht Johann Sebastian Bach in seinem Weihnachtsoratorium ganz deutlich: für den Choral „Wie soll ich dich empfangen“ wählt Bach die Melodie des Passionslieds von Hans Leo Haßler: „O Haupt voll Blut und Wunden“. Und so klingt Jesu Ende klingt schon hinein in die Geburtsfreude.

 Musik 1  Wie soll ich Dich empfangen Gächinger Cantorey

                              Wie soll ich dich empfangen
                               und wie begegn ich dir,

Worauf lässt man sich ein, wenn man sich auf diesen Jesus einlässt? Und wie stellt man sich richtig darauf ein? Ist da noch Platz für herzliche Freude an Weihnachten?

Musik 2 Gaechinger

O aller Welt Verlangen, / o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze / mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze, / mir kund und wissend sei.

Weihnachten und Karfreitag und Ostern gehören zusammen. Ja. Jesus ist konsequent seinen Weg gegangen bis zum Ende. Trotzdem, mir ist diese enge Verbindung manchmal zu ernst. Ich möchte mich an Weihnachten freuen können. Gerade wo ich älter werde. Es ist doch ein Grund sich zu freuen, dass jedes Kind diese Welt erneuert. Nicht gleich Sorgen und Bedenken tragen. Ich freue mich, dass in jedem Kind Gott unserer Welt zulächelt. Seit der Geburt Jesu steht das fest.

Musik 3  Wie soll ich Dich empfangen  instrumental

Dein Zion streut dir Palmen / und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen / ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen / in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen, / so gut es kann und weiß.

„Mein Herz soll Dir grünen.“ Das ist ein anrührendes Bild. Zwei Dinge bringt es mir nahe: Zum einen: Mein Herz kann jünger fühlen als ich alt bin. Ein Herz kann frischen Mut schöpfen. Neu inspiriert werden. Sich sehnen nach Frieden, für ihn mutig werden.
Und das zweite, was das Lied für mich ausdrückt: Ich kann mich auf die Gegenwart einlassen. Auf den Moment. Also auch auf Weihnachten. Ich sollte mir Freude nicht verdunkeln lassen durch Sorgen, was morgen oder übermorgen ist.
Jetzt ist jetzt.
Darum hören wir zum Schluss die andere Fassung von „Wie soll ich dich empfangen“. Mit der Melodie von Johann Crüger freue ich mich darüber was es an Weihnachten zu feiern gibt: „Da bist Du mein Heil kommen, und hast mich froh gemacht.“

Musik 4  Wie soll ich dich empfangen 3. Str.   coro piccolo

3) Was hast du unterlassen / zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen / in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen, / da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen / und hast mich froh gemacht.

 

Musiken 1 und 2 „Wie soll ich Dich empfangen“  
                        track 5 aus CD Weihnachtsoratorium Rademann/
                        Gaechinger Cantorey  carus Verlag LC 3989
                        gesamt 1:09 min
           

Musik 3  Wie soll ich Dich empfangen track 11 aus
                        CD Bethlehem; Quadro Nuevo,
                        EAN 4 014063 418425  LC 11188  gesamt 0:55 min

 

Musik 4  „Wie soll ich dich“ track 4 aus
            CD „wohl zu der halben Nacht; coro piccolo  gesamt 0.43 min
                        im Selbstverlag, ohne LC Nummer

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27762