Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Wer dies Brot isst, der hat das ewige Leben. (Joh 6, 58)

Sind Sie auch dauernd am kommunizieren? Ich kann bloß e-mails schreiben und simsen und ein bisschen altmodisch telefonieren. Ich könnte auch noch chatten, twittern und bloggen oder auf facebook Freunde haben.
Aber ich lasse das. Denn ich merke: Man kann auch einsam werden bei so viel Kommunikation. Meine Freundin schreibt mir immer öfter eine e-mail. Früher haben wir uns zum Spazierengehen und Kaffeetrinken verabredet. Und manchmal muss man dem anderen erst die Kopfhörer von den Ohren nehmen, wenn man ihm etwas mitteilen möchte.
Im Kommunikationszeitalter kommt leicht die Kommunion zu kurz, die Gemeinsamkeit. Denn Gemeinsamkeit braucht mehr als Worte. Wenn man spüren möchte, dass man zusammen gehört, dann muss man einander auch sehen und auch berühren können, manchmal auch schmecken. Liebende wissen das. Und auch sonst gilt: Wenn ich nicht allein sein will, dann muss ich etwas mit anderen erleben und erfahren. Immer nur e-mails, SMS, twittern und chatten, immer nur Worte aber nichts miteinander erleben: da wird die Beziehung blass und blutleer.
Auch im Kommunikationszeitalter braucht man Gemeinschaft, braucht man Kommunion. Kommunion gibt es auch im Gottesdienst. Vor allem Katholiken nennen die Abendmahlsfeier im Gottesdienst so. Da steckt diese Erfahrung drin, finde ich: Worte allein sind nicht genug. Nicht was die Liebe angeht oder die Freundschaft. Auch nicht, was den Glauben angeht. Und schon gar nicht im Gottesdienst. Es ist nicht genug, vom Glauben an Gott bloß zu reden. Viele sagen: Nur wenn ich sehe, was einer tut, kann ich annehmen, dass er es ernst meint mit seinem Glauben. Und nur wenn ich Erfahrungen machen kann, kann ich glauben, dass Gott für mich da ist.
Deshalb wird im Gottesdienst auch das Abendmahl gefeiert, die Kommunion. Da erlebe ich, dass ich nicht allein bin mit meinem Glauben. Da spüre ich Gemeinschaft. Ich erlebe die anderen, die auch da sind. Ich behalte die anderen im Blick. Vielleicht ist jemand darunter, der mich braucht? Vielleicht ist jemand dabei, dem ich meine Sorgen anvertrauen möchte?
Man isst und trinkt im Gottesdienst. Beim Abendmahl teilen Christen Brot und Wein. So können Menschen die Nähe Gottes fühlen. Jesus hat gesagt: „Wer dies Brot isst, der hat das ewige Leben" Wer dies Brot isst, der kann Gott spüren: nahrhaft und wohltuend - auch, wenn es oft nur ein symbolisches Stückchen Brot ist. In den evangelischen Gottesdiensten wird heute ein Bibelabschnitt vorgelesen, der daran erinnert. Auch Gottes Nähe muss man spüren können. Das Abendmahl soll dazu Gelegenheit geben. Gelegenheit zur Kommunion mit Gott.

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