Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. (Apg 2, 45)

Früher war das besser! Das sagt jede Generation irgendwann, glaube ich. Meine Eltern haben das gesagt. Ich bin inzwischen auch in dem Alter, wo ich das manchmal sage. Und irgendwann werden meine Kinder zurückdenken an ihre relativ sorglose Jugend und wahrscheinlich auch sagen: Früher war das besser.
So könnte man auch Lukas verstehen, den Schreiber der Apostelgeschichte in der Bibel. Der erzählt von den Anfängen der christlichen Gemeinde und schreibt: „Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte." Toll, denke ich, wenigstens ganz am Anfang hat das geklappt mit der Solidarität und der Nächstenliebe. Davon sind wir heute meilenweit entfernt - auch wir Christen. Wir haben gute Gründe, warum wir es anders machen - und uns daran gewöhnt, dass es Reiche gibt und sehr Reiche, Arme und sehr Arme - auch unter den Christen. Und dabei sind die Unterschiede im Wohlstand bestimmt nicht die einzigen Probleme, die es gibt, die Zeitungen sind ja voll von Skandalen und Missständen und Fehlverhalten.
Wer sich in der Bibel ein bisschen auskennt weiß, dass es schon ganz am Anfang Probleme gab und Fehlverhalten. Hätte man sonst all die Mahnungen gebraucht, die sie schon damals auch geschrieben haben? Menschen sind keine Engel - sie waren es auch früher nicht. Wollte Lukas den Christen, die das später lesen würden, mit seinem „früher war alles besser" ein schlechtes Gewissen machen - strengt euch gefälligst an, dass es bei euch auch so gut klappt?

Ich glaube, wie bei allen, die zurückdenken, hat sich auch bei Lukas der Traum mit eingeschlichen. Der Traum davon, wie es gut wäre. Wie es sein könnte. Lukas hat - mehr als 50 Jahre später - geschrieben: so war das damals. Aber verstehen müssen wir wohl: so kann es sein! So kann es sein, wenn Menschen das tun, was er auch noch aufzählt: Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, schreibt er. Sie erinnerten sich also immer neu an Jesus und wie gut seine Art, zu leben, den Menschen getan hatte. Sie hielten in Gemeinschaft zusammen - keiner musste Angst haben, dass niemand für ihn da sein würde. Und beim Beten fanden sie Kraft und Energie für ihren Alltag.
Wenn sie o leben, schreibt Lukas, dann können Menschen füreinander sorgen und keiner kommt zu kurz. Das ist der Traum, der Christen heute lebendig hält - genau wie damals.

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