Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

„Und… hast Du dich erholt?“ Manche strahlen einen an in diesen Tagen, wenn man sie so fragt. Und erzählen in leuchtenden Farben und voller Begeisterung vom Urlaub. Ganz egal, ob auf Balkonien oder auf Teneriffa: es war schön und noch die Erinnerungen lassen sie strahlen.
Aber es gibt auch die anderen: Zwei Tage nach der Rückkehr erzählen sie einem von dem Berg schmutziger Wäsche, den sie mitgebracht haben und sagen: „Erholung? Wie denn? Der Alltag hat mich ja schon wieder voll im Griff.“ Dabei hatten sie es womöglich genauso schön. Vielleicht waren sie sogar miteinander im selben Urlaub.
Ob man sich hinterher erholt fühlt, das hat anscheinend mit dem Rückblick, mit den Erinnerungen zu tun. Wer sich dafür noch einmal bewusst Zeit nimmt: Für die Fotos, für die mitgebrachten Stadtpläne und Prospekte, das Kartenspiel, dass man auf dem Balkon neu gelernt hat – wer sich dafür Zeit nimmt, der spürt die Erholung. Mit den Erinnerungen kann man festhalten und begreifen, was man erlebt hat – dann kann einen der Alltag nicht so schnell wieder mit Beschlag belegen. So hält die Erholung länger.
Genauso hat Jesus das dem Mann erklärt, der noch mal zu ihm zurück kommt. Kurz vorher war Jesus ihm begegnet – und das hatte ihm anscheinend gut getan. Die Bibel erzählt (LK 17,11-19): der Mann war dadurch gesund geworden von einer schweren Krankheit. Genau wie 9 andere auch. Aber die bleiben verschwunden. Sind offensichtlich wieder in ihrem Alltag untergetaucht. Haben keine Zeit mehr, vielleicht auch nicht mehr das Bedürfnis, zurück zu schauen. Haben nicht begriffen, was ihnen passiert ist. Nicht verstanden, was ihnen so gut getan hat.
Nur einer ist umgekehrt. Der hat sich erinnert. Und er kommt, um dem nachzuspüren, was mit ihm passiert ist. Und um Danke zu sagen. „Er pries Gott mit lauter Stimme“ steht in der Bibel. Er hat begriffen. Die neu gewonnene Gesundheit – das ist ein Geschenk, genau wie glückliche Ferien. Das verdanke ich Gott. Gott hat es gut mit mir gemeint. Jesus hat sich damals gewundert, dass das nur der eine begreift. Deshalb fragt er den Mann: „Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben?“
Sich dankbar erinnern an das erfahrene Gute. Das hilft. Das macht stark, dass einen der Alltag nicht gleich wieder in Beschlag nimmt. Damit es nicht gleich wieder so geht wie vorher. Komisch, dass das damals nur der eine gespürt hat. Aber mit dem Urlaub geht es manchmal ja genauso. https://www.kirche-im-swr.de/?m=6747

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