Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe (Mt 3, 17)

Wenn man vor schwierigen Aufgaben steht, dann braucht man Unterstützung. Leute, die mitdenken, mitplanen,
mit anpacken. Menschen, die einem den Rücken freihalten, damit man sich nicht verzettelt mit irgendwelchem Kleinkram.
Von Jesus kann man lernen, dass etwas anderes genauso wichtig ist, damit man sich den Aufgaben des Lebens gewachsen fühlt: Eine Liebeserklärung! Wenn mir jemand, der wichtig für mich ist, sagt: „Ich habe dich lieb“, dann weiß ich: Dem muss ich nichts beweisen. Ich muss ihm nicht zeigen, wie gut ich bin. Ich muss nicht zeigen, was ich alles kann. Und selbst, wenn es schief gehen sollte: Zu ihm kann ich kommen, die Tür hinter mir zumachen und er wird froh sein, dass ich da bin. Das hält einem den Rücken frei, finde ich. Das hilft gegen die Angst, zu versagen. Dann kann man die Aufgaben angehen, die vor einem liegen.
Jesus hat von Gott so eine Liebeserklärung mit auf den Lebensweg bekommen: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Mt 3, 17) In den evangelischen Gottesdiensten wird das heute vorgelesen . Wie Jesus aus seinem Dorf in Galiläa, wo er bis dahin als Sohn des Zimmermanns Josef gelebt hat, an den Jordan kommt. Dort findet er Johannes den Täufer. Und bei ihm findet Jesus, was er braucht für den Weg, den er vor sich hat:
Johannes tauft ihn. Und Jesus hört Gott selber sagen:
„Dies ist mein lieber Sohn, an dem habe ich Wohlgefallen.“
Eine Liebeserklärung. Gott selber sagt ihm: Du brauchst mir nichts zu beweisen.
Egal, was kommt: Du bist mein lieber Sohn.
Wir Christen glauben: genau das geschieht bei jeder Taufe. Die Taufe bestätigt: du bist mein liebes Kind.
Ganz egal, was kommt. Durch die Taufe zeigt Gott selbst, dass er den Getauften als sein Kind angenommen hat. (cf. Johannes Brenz, Erklärung zum 1. Hauptstück, Württbg. Gesangbuch, S. 1486)
Gibt es eine überzeugendere Liebeserklärung?
Du bist mein lieber Sohn! Ich glaube, mit so einer Erklärung fällt einem vieles leichter. Ich habe dich lieb! – so geht zum Beispiel ein Kind leichter in die Schule, wenn eine schwierige Klassenarbeit bevorsteht. Denn dann weiß es:
Ich kann heimbringen, was kommt. Sie werden mich in die Arme nehmen. Ich habe dich lieb! Auch wenn du dir
nicht viel zutraust: Ich bin froh, dass du da bist.
Du bist mein liebes Kind! So wie Jesus habe ich Gott das noch nie zu mir sagen hören. Aber ich bin getauft. Wie Jesus damals. Und wenn jemand, der mir wichtig ist, mir sagt: „Ich habe dich lieb!“ – dann ist das für mich wie
eine Erinnerung vom lieben Gott.. https://www.kirche-im-swr.de/?m=5231

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