Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

….Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? …..Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten?

Udo Lindenberg hat mit Gott ein Interview gemacht. In einem Lied auf seiner letzten CD. Er stellt Gott in dem Interview kritische Fragen. Über den schlechten Zustand der Welt, voller Waffen usw.. Und fragt ihn: Willst Du die Welt verkommen lassen? Der liebe Gott fragt zurück. ‚Wer lässt hier die Welt verkommen. Ihr oder ich? Ich habe Euch doch immer meine besten Berater geschickt, Jesus, Gandhi, Einstein usw. und habt ihr auf sie gehört?’ Unversehens ist aus dem Frager einer geworden, der sich verantworten muss.
Der Mensch Udo tritt vor Gott auf wie ein Journalist. Das könnte Abraham nicht verstehen. Abraham hat auch mit Gott geredet. In der Geschichte, an die heute in den Evangelischen Kirchen erinnert wird. Abraham interviewt nicht, er bittet. Eindringlich bittet er Gott, die Menschen von Sodom zu verschonen. Ziemlich verkommen sind die. Jeder denkt nur an sich. Die Gier nach immer mehr macht die einen reich, die anderen arm, aber gierig sind die auch. Verkommenheit breitet sich aus wie eine Epidemie.
Gott will sich das nicht länger anschauen. Will die Stadt umkommen lassen. Abraham stellt sich Gott in den Weg. Und redet mit ihm. Nicht wie ein Journalist wie Udo Lindenberg. Abraham würde zu Udo wahrscheinlich sagen: „So wie Du können wir Menschen nicht mit Gott reden. Wer sind wir denn.“
Abraham bittet Gott für die Menschen. Mit Hochachtung und Ehrfurcht. Ungeheuer eindringlich. Sehr menschlich. Er versucht alles, dass es nicht zur Katastrophe kommt. „Vielleicht gibt es ja doch ein paar gute Menschen in Sodom, die kannst du doch nicht mit den anderen umkommen lassen.“ Und Gott lässt mich sich reden.
Abraham fühlt sich verantwortlich für seine Mitmenschen. Und das finde ich sehr vorbildlich. Es ist ihm nicht egal was mit den anderen passiert. Und mit der Welt. Er weiß, Verkommenheit führt in den Abgrund. Da darf ich nicht zuschauen und Menschen und die Welt verkommen lassen und mich auch nicht. Man kann sich nicht raushalten und auch nicht rausreden und sagen: Wenn’s schief geht, ist der liebe Gott schuld. Oder wie sehen Sie das? https://www.kirche-im-swr.de/?m=4739

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