Manuskripte

SWR4 Abendgedanken BW

Nicht einschlafen können vor Sorgen. In der Nacht über Probleme grübeln und sich von der einen Seite zur anderen wälzen bis es endlich Morgen wird und der Tag (mit seiner Routine) die Probleme erst mal zur Seite schiebt. Wahrscheinlich kennt jeder solche Nächte.
Und ich kenne sie leider auch. Am besten wäre es, wenn ich meine Sorgen dann aus dem Schlafzimmer rausschmeißen könnte und sie gar nicht erst mit in mein Bett kommen könnten.
Ich habe auch schon versucht dagegen anzukämpfen, indem ich mir meine schönsten Urlaubserinnerungen ins Gedächtnis hole. Aber leider gelingt mir das nicht immer.
Und dann werden die Sorgen und Probleme so übermächtig und groß, daß sie alles andere beherrschen. Tagsüber kann ich sie vielleicht noch wegschieben und mit Arbeit und Aktivitäten übertünchen, aber dann kommen sie nachts. Erst nur ein kleiner Gedanke, der aber schnell anwächst und sich als Problem immer mehr im Kreis dreht. Dass diese Sorgen in der Nacht manchmal noch stärker erscheinen als sie sind, ist mir auch schon passiert. Nichts ist dann so schlimm wie das, was mich momentan beschäftigt.
Bei Licht betrachtet ist es schon seltsam, daß ich die Sorgen der Gegenwart so stark sein lasse. Eigentlich könnte ich als bald 40jähriger (Mensch) doch auf jahrelange Erfahrung bauen: Denn welche Probleme, die ich mit 8 Jahren oder mit 18 Jahren gewälzt habe, sind jetzt noch akut?! Ich könnte einfach mal darauf bauen, dass sich die Sorgen bisher meistens irgendwie gelöst haben. Und mich an das erinnern, was ich schon erreicht und geschafft habe. Ich weiß zwar nicht, ob es dieses Mal auch funktionieren wird, aber ich gebe ja mein Bestes.
Ich könnte ja auch mal versuchen, ganz anders damit umzugehen und die Tatsache, dass ich immer das, was ich momentan zu lösen habe, so ernst nehme, so rum wenden:
Meine Sorgen, die ich jetzt habe, habe ich jetzt. Aber das ist nicht mein ganzes Leben. Ich weiß doch noch gar nicht, wie mein Leben in der Zukunft sein wird und ob die Sorgen von heute nicht nur gelöst sein werden. Vielleicht gewinne ich sogar Kraft aus ihrer Lösung für das, was noch kommen wird!
Ich finde es zwar wichtig, dass ich als Mensch in der Gegenwart lebe und nicht nur aus dem Vergangen zehre oder in die Zukunft hoffe. Aber wenn die Gegenwart mich erdrücken will, warum sollte ich dann nicht Kraft tanken aus dem, was ich bereits erlebt habe und aus dem, was ich mir von der Zukunft noch erhoffen kann?
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