Manuskripte

SWR3 Gedanken

29JUL2020
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Welche drei Dinge würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen? Das ist immer noch eine beliebte Frage, wenn es darum geht, möglichst schnell etwas über eine Person zu erfahren. Sich im Extremfall so zu begrenzen – da will die Auswahl gut überlegt sein.

Angeregt von dieser Frage hat sich in den letzten Jahren eine reality challenge verbreitet:
Unter dem Stichwort „Hundert Dinge“ reduzieren Menschen freiwillig ihren Besitz. Youtube-videos, Einträge in Blogs, Hashtags etc. machen schnell deutlich: Besitz reduzieren ist hip!

Aber was ist so faszinierend daran, mit möglichst wenig Dingen zu leben?
Mein Bekannter Justus hat seinen letzten Umzug mit einer Fuhre im VW-Bus erledigt. Für den Umzug davor ist er mindestens viermal hin- und hergefahren. Justus sagt: „Ich habe nur noch das, was ich wirklich brauche und nutze. Das ist einfach ein gutes Gefühl.

Ganz abgesehen davon, dass ich jetzt viel mehr Platz habe, lebe ich irgendwie bewusster. Ich nehme mir mehr Zeit für Freundschaften. Und ich schaue nicht mehr hin, was die Leute so anhaben, sondern höre zu, was sie sagen. Klingt ganz gut, finde ich. Schon fast ein Bisschen nach Jesus.

Der hat auch nicht viel besessen, und es war ihm ziemlich egal, was andere hatten. besitzen. Stattdessen hat sich Jesus die Sorgen der Leute angehört. Und deshalb hatte er selbst was zu sagen.

Vieles davon ist heute noch aktuell. Zum Beispiel: „Hütet euch vor der Habgier. Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ (Lk 12, 15) Und welche drei Dinge würde ich jetzt mit auf die Insel nehmen?

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