Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

27JUL2020
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Trotz aller Einschränkungen fahren viele in Ferien. Wenn es läuft. Denn in der Ferienzeit sind sie wieder in den Nachrichten zu hören, die Staumeldungen aus ganz Deutschland.

Eng wird es aber nicht nur auf der Straße. Auch an Badestränden oder in beliebten Städten knubbeln sich die Leute. Und so wird aus dem Urlaubserlebnis ganz häufig Urlaubsstress. Statt abzuschalten, Pause zu machen, sich zu erholen, machen viele mit dem Stress weiter. Wo das doch gerade jetzt alle gut gebrauchen könnten: Entspannung in der stressigen und herausfordernden Corona-Situation.

Dabei ist Entspannung im Grunde genommen ganz leicht. Ich muss mir nur die Ratschläge der Stauberater und der Ferienexperten zu eigen machen. Denn die haben ein einfaches Rezept für die Urlaubszeit. Muße. Das Wort ist aus der Mode gekommen. Dabei meint Muße etwas ganz Wichtiges. Nämlich eine Einstellung, in der Hetze, Druck und Stress keinen Platz haben. Muße ist das Gegenteil von Leistung. Muße heißt, ich muss gar nichts erreichen oder machen. Muße, das ist ein Wort für mehr Spielraum im Leben. Muße heißt, einfach mal den Druck aus dem Alltag nehmen. Im Beruf, in der Familie, in Corona-Zeiten, auch und gerade, wenn alles unsicher wird.

So kann ich Freiheit gewinnen, selbst wenn ich in diesem Sommer vielleicht nicht dahin reisen kann, wo ich eigentlich hinwollte. Freiheit, die es mir ermöglicht, zu mir selbst und zu anderen zu kommen. Wenn ich darauf achte, dass ich Muße habe, dann werde ich frei.

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