Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Es gibt auch noch ein Leben ohne Corona! Diesen Satz musste ich mir in den letzten Tagen immer mal wieder selbst sagen. Denn diese Tage sind nicht nur eine große Herausforderung für unser Gemeinwesen, sondern auch für jeden Einzelnen. Weil das Dauerthema Corona nicht nur Sorgen machen kann, sondern auch nerven oder aufs Gemüt schlagen. Darum hab ich mir ein paar Dinge überlegt, die generell gut tun und vielleicht helfen könnten, auch seelisch gut durch diese Zeit zu kommen.

Zu allererst: Immer wieder Corona-Auszeiten. Dieses Thema immer wieder auch ausblenden, ja auch bewusst verdrängen. Also nicht dauernd Zeitung lesen, Nachrichten sehen oder hören. Schon informiert bleiben, aber dosiert. Und immer wieder auch was Schönes machen, etwas das einem gut tut.

Dann: soziale Kontakte aufrechterhalten. Gerade jetzt wo man körperlich so auf Distanz gehen muss. Ein freundlicher Gruß auf der Straße oder ein Schwatz über den Gartenzaun. Telefon, Handys, und Laptops können jetzt echt ein Segen sein, weil man mit ihnen gut Kontakt halten kann ohne sich zu nahe zu kommen.

Diese Tage könnten auch eine gute Gelegenheit sein mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen oder Freundschaften zu pflegen. Wie geht’s denn dem oder was macht die eigentlich? Mal einen Brief schreiben. Die Post liefert ja noch aus.  

Und wenn es einem zu eng oder zu viel wird in der Wohnung, in der Familie, dann raus in die Natur, solange wir das dürfen. Spazieren gehen, wandern. Das tut dem Leib und der Seele gut. „Wenn nichts mehr geht dann geh“, sagt der Psychotherapeut und Pater Anselm Grün. Weil das Gehen den Fluchtreflex bedient, Aggressionen abbaut und Depressionen vorbeugt.

Dabei und überhaupt: Nicht die Zukunft aus den Augen verlieren. Es gab ein Leben vor dieser Krise und es gibt auch eines danach. Eine Langzeitperspektive einnehmen. Auch und gerade jetzt, wenn das Leben schwierig ist oder schwer fällt, das geht vorbei, es wird wieder anders. Und manches vielleicht sogar besser oder schöner. Wenn wir auch etwas aus dieser Krise lernen konnten. Oder ganz neu schätzen, wenn wir uns wieder berühren und umarmen können…

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