Manuskripte

SWR3 Worte

Weiter, schneller und mehr – lange Zeit hat sich die Journalistin Judka Strittmatter von diesen Wörtern antreiben lassen. Sie erzählt:

„Dieser Konsum, dieses Immer-mehr-und immer-schneller, überfordert mich, raubt mir die Kraft. Inzwischen fühle ich mich genauso ausgelaugt wie Mutter Erde, auch wenn meine Existenz verzichtbar ist.

Let‘s face it! […] . Ich nutzte die Gunst der Stunde und beschenke mich mit Verzicht. Fahre Tram und Zug, essen selten Fleisch […] und jede Anschaffung von Garderobe oder Schnickschnack überdenke ich erstmals: Brauche ich das wirklich – oder ist das eher Ablenkung oder Trost? […]

Wer blickt, dass Konsum vor allem Ausbeutung bedeutet, der muss abrüsten im Haben-Wollen-Kosmos. […] Ich muss sagen, mein Ausstieg aus der Verschwendungssucht ist das Größte, was mir passieren konnte.“

Judka Strittmatter, Mein Immer-Mehr-Boykott, In: Brigitte. Nr.4, 29.1.2020

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