Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Es gibt Tage, die beginnen schon damit, dass vieles ‚schief geht‘:

Das Handy hat nicht richtig geladen. Die Kaffeemaschine streikt. Der Zug, mit dem ich fahren will, ist einfach gestrichen.

Und jetzt?

Ich kann mit meiner Wut im Bauch weiter ‚grollen‘ und grantig sein. Wahrscheinlich wird dann noch mehr misslingen. Menschen, die mir begegnen, stecke ich sogar an mit meiner schlechten Laune.

Oder aber:  Ich hake die Missstimmung ab und denke mir: ‚Von jetzt ab kann’s doch nur noch besser werden!‘ Vielleicht erinnere ich mich sogar an einen Vers aus der Bibel: „All eure Sorge werft auf Gott!“ (1 Petrus 5, 7).

Ich gebe zu: Ganz so einfach wegwerfen lässt sich eine schlechte Stimmung ebenso wenig wie ein verpasster Termin, weil die Bahn einen Zug gestrichen hat. Aber in meinem Unmut, in meinem Grübeln darüber, was denn ‚heute so los ist‘, ist für mich auf einmal ‚Gott mit im Spiel‘. Und das kann mir helfen: Ich bin nicht mehr allein mit mir selbst. An diesem Tag, an dem nicht alles so läuft wie ich dies wollte.

Ja, vielleicht gelingt es mir sogar, dass ich anfange, zu beten.

So etwa: ‚Gott, wenn Du da bist, dann gib, dass der Tag gelingt, trotzdem.

Hilf mir. Gib mir neuen Mut, auch, wenn ich im Augenblick noch nicht so richtig daran glauben kann.‘

So oder ähnlich kann es gehen.

Mag sein, dass dann der Tag doch nicht so blöd weitergeht, dass nicht auch alles Weitere schiefgeht, sondern dass es gelingt!

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