Manuskripte

SWR3 Gedanken

Morgen fängt auch in Baden-Württemberg die Schule wieder an. Ganz komisch so mitten in der Woche. Nur für die Erstklässler geht es vielerorts ein wenig später los. Oft gibt es dann auch einen Gottesdienst.

 

„Auch wenn jetzt der ‚Ernst des Lebens‘ anfängt, also was ganz arg Wichtiges: Ihr seid nicht allein! Gott, meint es gut mit euch, deshalb ist er auch in der Schule bei euch!“

So oder so ähnlich heißt es dann bei den Einschulungsgottesdiensten. Und ich überlege, wo ich das erlebt oder gespürt habe in der Schule, dass Gott mit dabei war. Natürlich geht es in Reli um Gott, wenn man denn in den Religionsunterricht geht, aber das meine ich nicht. Wo war bei mir Gott in der Schule?

Als erstes: – ich gebe es zu – vor vielen Klassenarbeiten! Ich hatte fast immer Angst vor Klassenarbeiten, vor allem Mathe, später auch Englisch. Also habe ich gebetet: „Hilf mir jetzt lieber Gott!“. Ich habe schnell gemerkt, dass mir Gott keine guten Noten zaubert. Aber ich bin ruhiger geworden, wenn ich gebetet habe und ich konnte gelassener bleiben, wenn ich dann doch Mut zur Lücke beweisen musste.

Dann gab es mal einen schweren Konflikt in unserer Klasse, Mobbing würde man das heute vielleicht nennen. Wir hatten als Schüler den Mut und die Ausdauer es anzusprechen und auszudiskutieren. Es ist nicht alles gut geworden, aber wir haben es einigermaßen hinbekommen. Ich finde das heute noch erstaunlich.

Und dann, als ich Anja unten auf dem Schulhof geküsst habe. Ich war mir damals sicher, dass dieses gute Gefühl was mit Gott zu tun hat.

Als Vater wünsche meinen Kindern auch, dass ihnen, wenn die Schule jetzt wieder anfängt, nicht nur die Mathematik, der Sport oder Physik über den Weg laufen, sondern eben das ganze Leben und damit auch Gott. Ich glaube dann wird es richtig gut.

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