Manuskripte

SWR3 Gedanken

Es ist nach eins in der Nacht Ich bin in Freiburg unterwegs. Während ich den Weg nach Hause einschlage, fängt für andere die Nacht erst richtig an.

Aus den Kneipen quillt Musik, draußen stehen junge Leute quatschen, rauchen, lachen. Die einen ziehen von Bar zu Bar, die anderen haben es sich mit ein paar Flaschen Bier auf dem großen Platz bequem gemacht. In einer Seitenstraße höre ich plötzlich Fetzen eines irischen Segenslieds. Wenige, junge Stimmen singen „und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“. Anscheinend kennen sie den Rest des Textes nicht mehr, sie singen diese eine Zeile in Dauerschleife.

Endlich sehe ich sie im Dunkel auf mich zukommen: Zwei Frauen und ein Mann, Anfang 20, alle inbrünstig – und ein wenig schief - singend. Jetzt erkenne ich, dass eine der beiden Frauen eine Kerze in einem Marmeladengas trägt. Sie bewegt sich behutsam vorwärts, damit die Flamme nicht ausgeht. Als sie beinahe auf meiner Höhe sind, geht plötzlich die Kerze tatsächlich aus. Schlagartig bleiben die Drei stehen und hören auf zu singen.

 „Huch“, sagt die Kerzenträgerin erschrocken, „ist das jetzt ein Zeichen?“ Bestürzt sehen sich die drei an. Sie sehen richtig schockiert aus. „Nee“, mische ich mich ein, „wer nachts solche Lieder singt, braucht keine Kerze. Ihr leuchtet ja selbst.“ „Echt?“, ruft die andere ehrlich erleichtert. „Wir leuchten?! Danke. Das ist uns echt wichtig.“ „Wow. Danke“, sagt jetzt auch der junge Mann aus ganzem Herzen.

Und schon ziehen sie weiter und singen kräftig und schief: Und bis wir uns wiedersehen …halte Gott Dich… Ich schaue ihnen nach. Tatsächlich: Sie leuchten.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29203

Netiquette

Anregungen, Lob, Kritik - hier können Sie sich zu unseren Sendungen im SWR äußern.

Ihre Kommentare werden moderiert und dann so bald wie möglich freigeschaltet.

Wir bitten Sie aber, bei Ihren Beiträgen folgendes zu beachten:
Ein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars besteht grundsätzlich nicht.
Ihre Kommentare sollten fair und sachlich gehalten sein. Wir bitten Sie die folgende Richtlinien bei Ihren Kommentaren zu kirche-im-SWR.de zu beachten.

Kommentare dürfen nicht

  • strafbar oder die Rechte Dritter verletzend
  • gegen die guten Sitten verstoßend
  • beleidigend oder ehrverletzend
  • politisch oder religiös extrem
  • Religionen, Weltanschauungen, Menschen pauschal verurteilend
  • fremdsprachlich
  • pornographisch, obszön oder jugendgefährdend
  • unsinnig oder anderweitig inakzeptabel sein.
  • Kommentare sollen sich auf Sendungen der Kirchen im SWR Programm beziehen.
  • Es dürfen keine Beiträge mit gewerblichem und/oder werbendem Charakter eingestellt werden.
  • Eine kommerzielle Nutzung durch z.B. das Anbieten von Waren oder Dienstleistungen ist nicht erlaubt.
  • Die Beiträge dürfen keine Links enthalten.
  • Zitate müssen durch die Angabe einer Quelle bzw. des Urhebers belegt sein.
  • offensichtlichen Missbrauch von Klarnamen enthalten

Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu veröffentlichen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir anonyme Beiträge nicht freischalten, melden Sie sich daher bitte mit Ihrem Namen an. Geben Sie am besten auch Ihre E-Mail- Adresse an, damit wir Ihnen gegebenenfalls individuell antworten können.

Durch das Abschicken Ihres Beitrags räumen Sie kirche-im-SWR.de das Recht ein, Ihre Beiträge dauerhaft zu präsentieren, in Beiträge einzuarbeiten (ohne Namensnennung) oder sie nach redaktionellem Ermessen zu löschen. Wir behalten uns vor, diese Richtlinien ggf. zu ändern bzw. zu ergänzen.

Wenn Sie Anmerkungen haben, die Sie uns direkt zukommen lassen möchten, die aber nicht veröffentlicht werden sollen, schicken Sie uns bitte eine Mail an: ev.rundfunkpfarramt.bw@kirche-im-swr.de

Schließen