Manuskripte

Sonntagmorgen Anstöße

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an diesen Sonntag im Sommer. Wir saßen beim Frühstück und mein fünfjähriger Sohn hat mich gefragt: „Wer macht eigentlich den Sommer?“ Ganz pädagogisch habe ich zurückgefragt: „Was meinst du wohl?“ Und er hat gesagt: „Bestimmt Gott!“

Wäre mir nicht eingefallen. Ich hatte schon auf der Zunge: Den Sommer, den macht die Sonne. Stimmt ja auch. Für den Sommer ist die Stellung der Erde zur Sonne verantwortlich. Da die sich verändert, gibt es Jahreszeiten. Das Sonnensystem macht sozusagen den Sommer.

Aber Gott? Ja, Gott macht auch den Sommer. Nicht im astronomischen Sinne. Religion versteht Gott als Schöpfer. Ein Schöpfer, der hinter den Naturgesetzen, der hinter Sonne und Planeten steht.

Wer macht eigentlich den Sommer? Die Frage ist mir in den vergangenen heißen Tagen wieder in den Sinn gekommen. Denn Sommer ist ja eigentlich mehr als nur lange Tage und kurze Nächte, mehr als Sonnenschein, Hitze und Wärmegewitter.

Sommer, das ist ein Lebensgefühl. Grillen auf der Terrasse, abendliche Hitze auf Steinen, Morgentau auf Feldern und Sommerwind im Kinderhaar. Sommer, das ist auch eine Frage der Einstellung und der Menschen um mich herum. Vielleicht kennen Sie das: Ein Mensch in der Nähe, jemand, der Mut macht und Vertrauen schenkt, vertreibt jedes schlechte Wetter. So ein Mensch macht, dass die Sonne wieder scheint, selbst im schlimmsten Schmuddelwetter. Sommer hängt von den Menschen ab, mit denen ich zu tun habe, und er hängt von mir ab.

Das sage ich mir vor allem, wenn es im Juli kalt wird oder im August regnet. Und wenn mich noch mal jemand fragen sollte: „Wer macht eigentlich den Sommer?“ Dann werde ich antworten: „Wir – wenn wir wollen.“

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