Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Weltweit werden die Menschen immer älter. Sie benötigen irgendwann jemanden, der ihnen im Alltag hilft. In vielen Ländern fehlen schon jetzt die Pflegekräfte. Und die Politiker können so viele Fachleute nicht aus dem Hut zaubern. Da hilft nur noch eins: Roboter. Viele Wissenschaftler wollen Roboter dazu bringen, uns im wahrsten Sinne des Wortes unter die Armen zu greifen.

Zum Beispiel arbeiten Forscher am Fraunhofer-Institut in Stuttgart daran, Serviceroboter für das Krankenhaus und die Pflege zu entwickeln. Sie wollen die Profis dabei nicht ersetzen, sondern Stück für Stück entlasten. Denn einen kranken Menschen aus seinem Bett zu heben, kann ganz schön auf den Rücken gehen. Hier und in vielen anderen Situationen soll irgendwann ein Roboter mit anpacken.

Ich kann noch nicht sagen, wie nah ich einen Roboter an mich heranlassen will, wenn ich eines Tages pflegebedürftig bin. Da wäre es mir wichtig, gut informiert zu sein. Ich will erst wissen, wer dem Roboter sagt, was er zu tun und zu lassen hat. Vereinfacht gesagt: Wenn ein Roboter sich selbst steuern soll, braucht er auch bestimmte Werte. Denn eine Software entscheidet dann, wann ein Mensch welche Hilfe braucht. Da kann es nicht nur darum gehen, alles wieder möglichst schnell und billig zu erledigen. Darum sollten wir Roboter auch in ethischen Fragen gut ausstatten.

Roboter können uns Menschen dabei helfen, eigenständig zu bleiben. Sie können ein gutes neues Werkzeug sein. Ich brauche aber keinen Roboter, der so tut, als wäre er mein bester Freund. Wer Pflege benötigt, braucht viel mehr als neuste Technik. Der Fortschritt rast immer weiter, doch das Ziel bleibt der Mensch. Ich wünsche mir eine Zukunft, in der alte und kranke Menschen besucht werden. In der wir über unser Leben, unsere Sorgen und Hoffnungen sprechen. Serviceroboter können dabei helfen, dass wir dafür in der Pflege wieder mehr Zeit zu haben. Zeit für den Menschen.

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