Manuskripte

SWR3 Gedanken

Alles wird heute fotografiert. Seit es die Telefone mit eingebautem Fotoapparat gibt, ist kein Halten mehr. Jede erdenkliche und auch unerdenkliche Situation wird abgebildet. Man spiegelt sich selbst im „Selfie“, man fotografiert Gebärende und Neugeborene, Unfälle und Unfallopfer, Kindergeburtstage, Essen und Besäufnisse, Lebende und Tote. Was ist es nur, das viele Menschen so drängt die sichtbare Wirklichkeit überall und dauernd abzubilden? Ist es ein fehlendes Gespür für das Unsichtbare? Oder ein Weniger an Tiefe, das mit einem Mehr an Oberfläche ersetzt werden soll? Oder das Bedürfnis, die scheinbar immer rasendere Zeit festhalten zu wollen? Wir Menschen sind Augenwesen, nicht nur, aber schon sehr. Aber je tiefer es in Gedanken oder Beziehungen geht, desto oberflächlicher und sinnloser werden Bilder. Ja irreführend oder gar anmaßend können sie werden.

„Du sollst dir kein Bildnis machen“, heißt es nicht umsonst im ersten der Zehn Gebote. Kein Bildnis von Gott meinem Schöpfer, damit ich mir nicht anmaße ihn in seiner Größe und Unbeschreiblichkeit auch nur erahnen zu können. Du sollst dir kein Bildnis machen, das gilt auch für meinen Mitmenschen, damit ich ihn nicht festnagle auf das was er scheinbar ist. Ihn nicht festlege auf seine Stärken oder Schwächen.

Du sollst dir kein Bildnis machen, das ist auch ein gutes Gebot in Partnerschaft und Ehe. Damit meine Frau oder mein Mann nicht zu menschlichen Einrichtungsgegenständen meines Lebens werden.

Und schließlich sollst Du dir auch kein Bildnis machen von dir selbst. Damit meine ich nicht die „Selfies“, sondern dass sich jeder Mensch die Möglichkeit zugesteht, sich zu verändern und damit die Chance offenhält, sich zu entwickeln. Denn jeder Mensch ist doch so viel mehr als sein Selbstbild.

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