Manuskripte

Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Was machen Sie morgens als Erstes? Ich guck auf mein Smartphone. Damit der Tag gut anfängt. Aber ich guck als Erstes nicht gleich in die Nachrichten. Die tun nicht mehr gut. Sie regen mich auf, erschrecken mich oder machen mich traurig. Ermutigen für den Tag tun so gut wie nie.

Und eines habe ich inzwischen kapiert: ich brauch was Gutes nach dem Aufwachen. Darum schau ich erstes auf eine App mit guten Sätzen: Mal steht da ein Bibelvers: Vor ein paar Tagen zB: hieß es: „Bleib in der Liebe.“ Das ist ein Satz, wenn man grade wach geworden ist: ‚Denk daran, Liebe hält die Welt zusammen. Und Du hast auch Deinen Anteil dran, dass man das spüren kann.‘

Oft sind die Sätze auch nicht aus der Bibel: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag“, hatte ich auch vor kurzem.

Mit am besten sind für mich kleine Gebete, hab ich gemerkt. Sie erinnern mich dran, dass ich selber kurz in mich gehe und auch einen Gedanken an Gott richte. Das geht oft auch ohne Worte.

Der Tag fängt heller an, wenn ich nicht so aufstehe, als müsste ich jetzt hinaus in eine gottverlassene Welt oder einen gottverlassenen Tag. Das muss ich nicht und Sie auch nicht.

So ein kurzer Gottesgedanke ist wie die erste Tasse Kaffee am Morgen. Er macht wach, ein bisschen leichter und stärker.

Beten macht Mut. Es kann einem diese Ahnung mitgeben, dass man nicht allein ist. Nicht auf sich gestellt.

Ein Freund hat geschildert wie er das empfindet und ich finde, das trifft es gut: Er hat erzählt: „Es klingt ja vielleicht komisch, aber mich baut es auf, wenn ich weiß, es gibt Menschen, die beten für mich. Es ist zwar auch schön, dass ich ihnen wichtig bin. Aber beten ist noch ein bisschen mehr. Das fühlt sich für mich dann an, als ob der Boden unter den Füßen fester würde. Beim Beten kommt einfach noch dazu,“ hat der Freund gesagt, „dass sie mir GOTT an die Seite stellen.“

Das wünsch ich Ihnen auch für heute. Gott an Ihre Seite. Ich hoffe, es tut Ihnen gut, auch wenn Sie selbst vielleicht nicht an Gott glauben. Ich meine es nicht aufdringlich, sondern wohlwollend.

Was machen Sie morgen als Erstes? Ich werde bestimmt wieder auf mein Smartphone schauen. Aber ich weiß, dass ist nicht jedermanns Sache. Darum interessiert es mich, was Sie für Mutmacher haben. Wenn Sie mir schreiben wollen, gern an „Kirche im SWR“.

 

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